Rudersberg

Koschd-gä-nix-Lädle in Rudersberg unterstützt das Kinderhospiz Sternentraum

Koschd-gä-nix-Lädle
Sibylle und Roland Mürdter sind als Ehrenamtliche in dem Laden tätig. © Benjamin Büttner

Was vor vier Jahren als Projekt am Schulzentrum begann, ist längst zu einer Institution in Rudersberg geworden: das Koschd-gä-nix-Lädle in der Dr.-Hockertz-Straße, wo es Kleidung, Bücher oder Kinderspielsachen für umsonst beziehungsweise gegen eine freiwillige Spende gibt. Die dabei entstandenen Einnahmen kommen stets einem sozialen Zweck zugute. In diesem Jahr fließt das Geld an den Kinderhospizdienst „Sternentraum“.

Gerhard Großpietsch, Vorsitzender des Schulfördervereins, der die Schirmherrschaft über das Projekt hat, sagt: „Wir sind unheimlich stolz, dass es so toll funktioniert.“ Auch, weil es eines der Vereinsziele sei, sozial schwache Familien zu unterstützen. So geht etwa der Rudersberger Familienpass auf eine Initiative des Fördervereins zurück. Mit dem Pass erhalten sie günstige Angebote von Vereinen im Ort, aber auch eine Erstausstattung für die Schule wird darüber finanziert. „Der Laden ist hierbei ein wichtiger Baustein und es ist schön, dass er so gut angenommen wird.“

Nachhaltiger Umgang mit Waren, aber auch ein Stück Berufsvorbereitung

Zu Beginn sei der Umsonstladen, der im vergangenen Jahr mit der Jakob-Dautel-Medaille ausgezeichnet wurde, im Ort daher auch hauptsächlich als Geschäft für ärmere Mitbürger wahrgenommen worden. Heute komme die Kundschaft inzwischen aus nahezu allen Schichten und Altersklassen. Der ursprüngliche Gedanke von Lehrerin Karolina Ebinger, die im Rahmen des Schulunterrichts das Thema Nachhaltigkeit anschaulich vermitteln wollte, hat sich offenbar durchgesetzt.

Denn nachhaltig ist es allemal, wenn Waren, die nicht mehr benötigt werden, neue Besitzer finden, anstatt einfach auf dem Müll zu landen. Abgeholt werden können die Artikel vor dem Laden an allen Werktagen, erklärt Roland Mürdter, der zusammen mit seiner Frau Sibylle ehrenamtlich in dem Umsonstladen tätig ist. „Zwischen 9 und 10 Uhr stellen wir die Sachen immer raus und holen sie zwischen 5 und 6 Uhr wieder rein“. Wer etwas mitnimmt, kann eine Spende in die Kasse tun. Ein- bis zweimal die Woche ist der Laden dann auch innen geöffnet. Nämlich samstags von 10 bis 12 Uhr sowie - je nachdem wie es für die Schülerinnen und Schüler passt - auch donnerstags. Neben den zehn ehrenamtlichen Erwachsenen unterstützen nämlich nach wie vor mehrere Jungen und Mädchen vom Schulzentrum die Arbeit des Koschd-gä-nix-Lädles.

Bisweilen müssen die Kinder auch mal übersetzen

Ihnen soll dabei nicht nur der praktische Sinn von Nachhaltigkeit vermittelt werden, die Tätigkeit soll auch der Berufsvorbereitung dienen, berichtet Sibylle Mürdter. Es sei toll, zu sehen, wenn sie dann etwa zum ersten Mal den Mut finden, Kunden zu beraten – oder übersetzen, weil sie einer anderen als der Landessprache mächtig sind.

Den Hauptteil der Arbeit übernehmen indes die erwachsenen Ehrenamtlichen. Aus Schorndorf, aus Welzheim, aber auch aus Backnang brächten Menschen Dinge nach Rudersberg. „Wir wälzen dabei unheimliche Mengen an Waren um“, sagt Roland Mürdter und zeigt auf ein knappes Dutzend blauer Säcke mit Kleidung, die gerade frisch reinkamen. „Wir nehmen eigentlich alles an, das noch gut ist.“ Nur für Möbel sei kein Platz in der Dr.-Hockertz-Straße. In solchen Fällen würden sie aber vermitteln und ein Foto am Geschäft aufhängen.

„Sternentraum“ unterstützt Familien, in denen ein Kind oder Elternteil stirbt

Ehrenamtlich tätig sind auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinderhospizdienstes „Sternentraum“, der nun vom Rudersberger Umsonstladen eine Spende über 3000 Euro erhält. Insgesamt 46 Personen unterstützen und begleiten Familien, in denen ein Kind oder ein Elternteil schwer und lebensverkürzend erkrankt ist – und das im gesamten Rems-Murr-Kreis.

Die Spende unterstützt die Arbeit der Trauerbegleitung

„Für zwei bis vier Stunden pro Woche kommen sie in die Familien, um zu sehen, wo sie Unterstützung benötigen“, sagt Kirsten Allgayer, Leiterin von „Sternentraum“. Insgesamt rund 3000 Stunden pro Jahr sind die Ehrenamtlichen in den Familien tätig. Unterstützt werden sie bei dieser Arbeit von vier hauptamtlichen Mitarbeitern. Der Kinderhospizdienst bietet darüber hinaus auch mehrere Trauergruppen für Kinder an.

Während die Begleitung bis zum Tod von der Krankenkasse bezahlt wird, muss die Trauerbegleitung im Anschluss über Spenden finanziert werden. „Dafür werden die Gelder jetzt eingesetzt“, sagt Allgayer.

Weitere Informationen zum Kinder- und Jugendhospizdienst Sternentraum gibt es unter Tel. 0 71 91/3 73 24 32 oder www.kinderhospizdienst.net.

Was vor vier Jahren als Projekt am Schulzentrum begann, ist längst zu einer Institution in Rudersberg geworden: das Koschd-gä-nix-Lädle in der Dr.-Hockertz-Straße, wo es Kleidung, Bücher oder Kinderspielsachen für umsonst beziehungsweise gegen eine freiwillige Spende gibt. Die dabei entstandenen Einnahmen kommen stets einem sozialen Zweck zugute. In diesem Jahr fließt das Geld an den Kinderhospizdienst „Sternentraum“.

Gerhard Großpietsch, Vorsitzender des Schulfördervereins, der die

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