Rudersberg

Mehr als eine Million Euro vom Bund für Breitband an Schulen im Rems-Murr-Kreis

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Die Corona-Pandemie hat nicht nur den Unterricht an den Schulen, wie hier im Schulzentrum Rudersberg, verändert. Sie hat auch aufgezeigt, wo es bei der Digitalisierung noch hapert. © Gaby Schneider

Dass es bei der Digitalisierung der Schulen noch viel Nachholbedarf gibt, hat die Corona-Pandemie ganz klar gezeigt. Neben der mangelnden Ausstattung mit Endgeräten erschwert aber auch die oft langsame Internetverbindung den Einsatz von digitaler Technik. Knapp 30 Prozent der Schulen in Baden-Württemberg verfügen laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur über einen Internetanschluss mit einer Bandbreite von weniger als 50 Megabit pro Sekunde. Online-Unterricht ist bei diesen Geschwindigkeiten nur schwer möglich.

Dem will die Bundesregierung mit ihrem Breitband-Sonderprogramm für Schulen und Krankenhäuser entgegenwirken. Auch im Rems-Murr-Kreis werden jetzt mehrere Schulen mit insgesamt mehr als einer Million Euro gefördert. Für elf Schulen wird damit die Voraussetzung für digitalen und interaktiven Unterricht geschaffen.

Auch eine Co-Finanzierung vom Land wird angestrebt

Der Bund fördert den Anschluss des Schulzentrums Rudersberg, der Grundschule Schlechtbach und der August-Lämmle-Schule ans Gigabitnetz in der vorläufigen Höhe von 300 000 Euro. Damit übernimmt er die Hälfte der voraussichtlichen Gesamtkosten.

Der Förderantrag wurde Ende Mai eingereicht. Nach dem positiven Bundesförderbescheid will sich der Zweckverband Breitbandausbau Rems-Murr jetzt um die Co-Finanzierung von 40 Prozent durch das Land Baden-Württemberg kümmern.

René Schaal, Bauamtsleiter in der Gemeinde, freut sich über den positiven Bescheid des Bundes. „Ziel ist es, dass die Kommune am Ende auf einen Eigenanteil von zehn Prozent kommt“, sagt Schaal, der hofft, dass dann im kommenden Jahr konkret mit dem Ausbau begonnen werden kann. Im Haushalt der Gemeinde seien dafür bereits Mittel bereitgestellt.

Nur noch wenige weiße Flecken in der Gemeinde Rudersberg

Rudersberg sieht er generell gut aufgestellt beim Thema Breitband. „Wir haben da im Vorfeld eine klare Position eingenommen und sind auf einem guten Weg.“ Der Hauptort sowie Teile von Steinenberg und Schlechtbach werden von der Telekom bereits versorgt. Andere Ortsteile wurden von der Kommune, auch in Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Berglen, selbst erschlossen. „Es gibt aber noch einzelne weiße Flecken, wie Steinbach oder den Königsbronnhof.“

Fördermittel erhält auch die Gemeinde Remshalden. Die Grundschule Grunbach, die Realschule sowie das Bildungszentrum Bau Geradstetten haben einen positiven Bescheid über Mittel in Höhe von insgesamt 300 000 Euro erhalten. Für die Grundschule in Geradstetten wurde kein Antrag gestellt, da diese bereits über das bestehende Netz ausreichend versorgt ist.

Bürgermeister Molt wünscht sich gemeinsame Ausbaustrategie

„Das ist natürlich eine super Sache“, sagt Bürgermeister Reinhard Molt, „vor allem, dass es so schnell geht vom Antrag zum Förderbescheid.“ Die Pandemie, die ja noch nicht vorüber sei, habe gezeigt, wie notwendig schnelles Internet auch und gerade an Schulen sei. Beim schnellen Internet sieht Molt seine Gemeinde ganz gut aufgestellt, auch wenn es noch einige weiße Flecken gebe. Wie Rudersberg fährt Remshalden dabei mehrgleisig: über die Gigabit-Region Stuttgart, die Telekom sowie den Eigenausbau des Netzes. Was aus seiner Sicht im Moment aber noch fehlt, sei eine gemeinsame Ausbaustrategie.

Neben den jeweils drei Rudersberger und Remshaldener Schulen erhalten außerdem die Grundschule Nellmersbach (100 000 Euro), die Nachbarschaftsschule in Berglen (100 000 Euro), die Karl-Mauch-Schule und die Theodor-Dierlamm-Schule in Kernen im Remstal (gesamt 200 000 Euro) Fördermittel. 

Auch der Waiblinger CDU-Bundestagsabgeordnete Joachim Pfeiffer und wirtschaftspolitische Sprecher seiner Fraktion freut sich nun über den positiven Bescheid, denn „die Digitalisierung und die damit notwendige digitale Infrastruktur nehmen eine immer zentralere Bedeutung in unser aller Leben ein.“

Ziel: Gigabit-Netz in ganz Deutschland bis 2025

Das ambitionierte Ziel der Bundesregierung ist es, so Joachim Pfeiffer, noch in dieser Legislaturperiode alle Gewerbegebiete, Schulen und Krankenhäuser an das Gigabit-Netz anzuschließen und bis 2025 ganz Deutschland mit dem schnellen Internet zu versorgen. Dies geschehe gemeinsam mit der Telekommunikationswirtschaft. Im Rahmen der Netzallianz Digitales Deutschland seien dafür in den letzten Jahren bereits insgesamt acht Milliarden Euro investiert worden.

Dass es bei der Digitalisierung der Schulen noch viel Nachholbedarf gibt, hat die Corona-Pandemie ganz klar gezeigt. Neben der mangelnden Ausstattung mit Endgeräten erschwert aber auch die oft langsame Internetverbindung den Einsatz von digitaler Technik. Knapp 30 Prozent der Schulen in Baden-Württemberg verfügen laut dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur über einen Internetanschluss mit einer Bandbreite von weniger als 50 Megabit pro Sekunde. Online-Unterricht ist bei

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