Rudersberg

Mehr Gemeinschaft, bessere Radwege: Bürger sammeln Ideen für die Zukunft von Rudersberg

Luftbilder 2011
Bürger arbeiten an der Entwicklung der Gemeinde mit. © Habermann

Mehr Unterstützung fürs Ehrenamt, ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl im Kernort und den Teilgemeinden, besserer öffentlicher Nah- und Radverkehr sowie mehr Angebote in der Kultur und Naherholung: Das wollen die Rudersberger für ihren Ort erreichen. Das war das Ergebnis zum Auftakt einer digitalen Bürgerbeteiligung am Donnerstagabend, die auf reges Interesse in der Bevölkerung stieß.

Mehr Teilnehmer, als von der Gemeinde erwartet

Knapp 50 Bürger haben bei der Auftaktveranstaltung mitgemacht und sich mit ihren Ideen für die Entwicklung der Gemeinde eingebracht. Rudolf Scharer zeigte sich davon begeistert. Der Klimamanager und Ortsvorsteher von Schlechtbach wird das Projekt „Ländlicher Raum für Zukunft“ seitens der Gemeinde begleiten. Er sprach von „einem tollen Erfolg“. Mit so vielen Teilnehmern habe er nicht gerechnet. Bürgermeister Raimon Ahrens sagte, das Ziel sei ein Gemeindeentwicklungsplan mit konkreten Einzelmaßnahmen, und „ich bin mir sicher, dass es uns voranbringt“.

Vier Themen hat die Gemeinde im Antrag für das Projekt bereits vorab genannt, und zwar die Bereiche Leben, Wohnen und Arbeit, Mobilität sowie Klimaschutz. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, diese zu konkretisieren und eigene Themen einzubringen. Was sie dann auch taten.

Manfred Stephan etwa sagte: „Was mich am meisten bewegt ist der Schwerpunkt Jugend und Alter. Wenn Rudersberg in zehn bis 20 Jahren noch eine intakte Gemeinde sein soll, müssen sich junge Menschen hier wohlfühlen und Senioren zurechtkommen.“ Darüber hinaus müsse Rudersberg auch attraktiver für Familien werden.

Mehr Zusammenhalt in den Ortschaften und der Kerngemeinde

Michael Ehmann nannte die Stärkung der Zusammengehörigkeit in den Ortschaften als Zukunftsaufgabe, Robert Schuler die Stärkung der Gemeinschaft im Kernort. Er nannte außerdem das Thema Mountainbike-Trails. Diana Bunz sah in den Bildungspartnerschaften einen wichtigen Brückenschlag zwischen Wirtschaft und Jugend. Bernhard Dittl brachte das Thema Radverkehr vor, denn „wir haben zwar von Rudersberg nach Schorndorf passable Verbindungen, aber in Rudersberg und in den Teilorten müsste man dringend noch Verbesserungen erreichen.“ Frank Bossert plädierte für die Stärkung des Ehrenamts, denn „Tatsache ist, dass es immer weniger Bereitschaft dazu gibt.“ Und Sabine Betz wollte über die Erhaltung und Neugestaltung von Naherholungsorten sprechen, denn „gerade in Corona-Zeiten sind viele draußen unterwegs.“

Aus 18 Themen wurden die vier meistgenannten herausgegriffen

Insgesamt ergaben sich auf diesem Wege 18 verschiedene Themen. Die Teilnehmer mussten nun zwei herausgreifen, an denen sie gerne weiterarbeiten wollen. Bei einer Abstimmung kristallisierten sich schließlich vier Themen heraus, die auf besonders viel Interesse stießen: Der Komplex Förderung Ehrenamt und Vereine, die Stärkung der Zusammengehörigkeit in der Gemeinde und den Ortschaften, das Thema öffentlicher Nah- und Radverkehr sowie der Bereich Naherholung, Kultur und Tourismus. Aufgeteilt auf vier Gruppen machten die Teilnehmer dann eine Bestandsaufnahme: Wo steht Rudersberg? Worauf kann aufgebaut werden? Was für Ideen gibt es, um hier als Gemeinde voranzukommen?

Das sind die vier Themen, mit denen sich die Bürger befassen werden

Frank Bossert präsentierte im digitalen Plenum die Zwischenergebnisse der Gruppe, die sich mit dem Ehrenamt beschäftigt hat. Um die Vereine besser für die Zukunft aufzustellen, seien Vernetzung und mehr Anerkennung in der Öffentlichkeit notwendig. „Was wir brauchen, sind Leute, die sich engagieren wollen, die bereit sind, mitzuarbeiten - und junge Menschen, die ihre Ideen einbringen.“ Man erhoffe sich von den Workshops einen Leitfaden, um das besser umsetzen zu können. Sabine Beute ergänzte, dass man die Bevölkerung besser informieren müsse. „Viele wissen gar nicht, was es an Angeboten gibt in Rudersberg.“

Manfred Stephan trug die Ergebnisse der Gruppe vor, die sich mit dem Thema Zusammengehörigkeit befasst hat. Der Gegensatz Ortsteile - Zentralort sei dabei gar nicht das Entscheidende, „sondern die Frage, wie wir die Menschen zusammenbringen.“ Dabei könne man auf funktionierende Dorfgemeinschaften und gemeinsame Projekte bauen. Das gelte es auszubauen und Möglichkeiten zu schaffen, damit Menschen zusammenkommen und sich austauschen können. Mehr Austausch könne man etwa erreichen, indem der Büttel an alle Haushalte verteilt wird, so ein Vorschlag. Lob gab es von Daniela Greiner für die Nacht der Backhäuser, „das war gut für Vernetzung“.

Joscha Raoul Nickl sprach für den Bereich öffentlicher Nah- und Radverkehr . Die Verbindung ins Remstal sei gut, was Radwege und ÖPNV angeht, aber „wenn es in andere Richtungen geht, wird es schwieriger“. Generell sei mehr Radinfrastruktur, auch für Mountainbikes, wünschenswert. Dabei sei es wichtig, auf die Naturverträglichkeit zu schauen und dafür etwa den Förster miteinzubeziehen. Einen konkreten Vorschlag für den öffentlichen Nahverkehr gab es bereits aus der Gruppe: Nämlich, dass eine möglichst breite Tarifzone rund um Rudersberg geschaffen werden soll. Wünschenswert wäre außerdem eine bessere Frequenz für die Busse in die Teilorte.

Bei den Themen Kultur, Freizeit und Tourismus haben sich zwei Gruppen gezeigt, berichtete Melanie Müller. Eine, die mehr Naturerlebnisse ermöglichen möchte, etwa in Form eines Trimm-dich- oder erlebnispädagogischen Pfads. Dabei sei es wichtig, „dass diese Erlebnisse nicht konträr zum Naturschutz stehen und Natur und Wälder nur noch als erweiterter Spielplatz betrachtet werden“. Auf der anderen Seite stehen jene Bürger, die sich für das kulturelle Erlebnis in der Gemeinde engagieren wollen.

Vier Workshops und eine Abschlussveranstaltung folgen noch

Moderatorin Anja Feyhl fand es „erstaunlich, was in dieser kurzen Zeit alles dokumentiert wurde.“ Von einem Termin, „der Mut und der Vorfreude macht“, sprach Bürgermeister Ahrens zum Abschluss.

Wie geht es weiter? Alle vier Themenbereiche werden in den kommenden Wochen jeweils in Workshops vertieft. Am Dienstag, 13. Juli ist die Abschlusspräsentation. Die Rudersberger dürfen gespannt sein, welche konkreten Projekte bis dahin entstehen.

Mehr Unterstützung fürs Ehrenamt, ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl im Kernort und den Teilgemeinden, besserer öffentlicher Nah- und Radverkehr sowie mehr Angebote in der Kultur und Naherholung: Das wollen die Rudersberger für ihren Ort erreichen. Das war das Ergebnis zum Auftakt einer digitalen Bürgerbeteiligung am Donnerstagabend, die auf reges Interesse in der Bevölkerung stieß.

Mehr Teilnehmer, als von der Gemeinde erwartet

Knapp 50 Bürger haben bei der

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