Rudersberg

Nach Imagekampagne im Sommer: Rudersberger Kitas können Zeiten wieder ausweiten

Kindergarten
Die Situation in den Rudersberger Kitas hat sich verbessert (Symbolbild). © Alexandra Palmizi

Im Frühjahr musste in mehreren Rudersberger Kindergärten bei den Öffnungszeiten die Reißleine gezogen werden. Denn die Personalsituation hatte sich in kurzer Zeit so verschlechtert, dass ein Ganztagesbetrieb nicht mehr in vollem Umfang zu gewährleisten war.

Einschränkungen gab es seitdem sowohl bei den kommunalen als auch den kirchlichen Einrichtungen. Im Kindergarten Lummerland ist seit Monaten bereits um 15 Uhr Betriebsende. Auch die evangelische Villa Sonnenschein war nur zwischen 8 und 15 Uhr geöffnet – und das Kinderhaus Pusteblume Steinenberg, ebenfalls von der evangelischen Kirche betrieben, hat seit diesem Monat eine neue Betriebserlaubnis. Betreut wird dort jetzt von 7 bis 16 Uhr.

Gemeinde hat mit Plakaten um Mitarbeiter geworben

Weil es sich hier offensichtlich um ein strukturelles Problem handelt - auf dem Arbeitsmarkt gibt es insgesamt zu wenig Fachkräfte - hat Rudersberg im Frühjahr eine Imagekampagne für den Beruf gestartet. Online und mit Plakaten im Gemeindegebiet warben örtliche Erzieherinnen für die Vorzüge ihrer Tätigkeit.

Die Situation hat sich gebessert, doch Vorsicht bleibt angebracht

Wie ist nun die Situation in Rudersberg zum Beginn des neuen Kindergartenjahres? „Es hat was gebracht“, sagt Bürgermeister Raimon Ahrens zu den Bemühungen um neue Fachkräfte. „Wir sind, was die Nachbesetzungen angeht, im Plan.“ Das sei zum Teil der Kampagne, aber auch der fleißigen Mund-zu-Mund-Propaganda für die kommunalen Kindergärten zu verdanken.

Allzu viel Euphorie will Ahrens indes nicht verbreiten, denn die Personalsituation bei der Kinderbetreuung, „das ist immer eine fragile Sache“. Sollte es, etwa wegen Krankheitsfällen, zu Einschränkungen kommen, werde die Gemeinde versuchen, so transparent und frühzeitig wie möglich darüber zu informieren, „damit sich die Eltern darauf einstellen können“.

"Wir konnten die Situation entschärfen"

Auch Hauptamtsleiter Achim Laidig äußert sich vorsichtig. „Wir wissen nie, wann die nächste Krankheitswelle kommt.“ Allerdings sei es gelungen, sowohl die notwendigen 100-Prozent-Stellen zu besetzen, als auch mehr Vertretungskräfte zu finden. Man habe deren Pool aufstocken und somit strukturelle Verbesserungen erreichen können. „Dadurch konnten wir die Situation entschärfen.“

Konkret heißt das für den Kindergarten Lummerland: „Wir werden Stand jetzt wieder vollständig öffnen können.“ In den kommenden Wochen werde wieder auf Normalbetrieb umgestellt. „Das sind gute Nachrichten für berufstätige Eltern.“

Und in den evangelischen Einrichtungen?

Gut ins neue Kindergartenjahr gestartet ist auch Susanne Tritscher, die beim evangelischen Kirchenbezirk Schorndorf als Geschäftsführerin für die Einrichtungen in Rudersberg zuständig ist. „Wir konnten in der Villa Sonnenschein kurzfristig zwei Personen anstellen.“ Der Ganztagesbetrieb konnte daher wieder bis 16 Uhr ausgeweitet werden. Und eine Rückkehr zum Betrieb bis 17 Uhr ist weiter in der Planung. „Allerdings ist es sehr schwierig, Personal im Ganztagesbetrieb zu finden.“

Bei den Neuanstellungen habe der Kirchenbezirk Glück gehabt. Zum einen sei es gelungen, aus der eigenen Mitarbeiterschaft Personen, die mit der Ausbildung fertig waren, zu halten. „Das zeigt, wie wichtig die eigene Ausbildung ist.“ Die Einrichtung habe schließlich großes Interesse daran, für die Zukunft vorzusorgen.

Zum anderen konnte über einen Zuzug die Personallücke gefüllt werden. „Als ich vom Urlaub zurück war, lag die Bewerbung auf dem Tisch.“ Es ist Tritscher wichtig, zu betonen, dass innerhalb von Rudersberg keine Erzieherinnen die Einrichtung gewechselt haben.

Und sie lobt die sehr gute Zusammenarbeit von Kirche und Kommune. „Wir unterstützen uns gegenseitig.“

Fachkräfte zu gewinnen: Das bleibt weiter schwierig

Zwar ist die Einrichtung damit noch nicht ganz zurück im Normalbetrieb, aber „für Rudersberg war es mir sehr wichtig, dass wir die eine Stunde mehr am Nachmittag wieder öffnen konnten und das Personal gefunden wurde.“ Viele Eltern hätten mitgeteilt, dass ihnen das schon viel helfen würde. „Ich bin froh, dass wir für den Moment so aufgestellt sind, und dass wir - wenn keine großen krankheitsbedingten Ausfälle kommen - das abdecken können.“ Das seien gute Nachrichten für die Kinder, die Eltern, das Team der Einrichtung – und wichtig für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Thema wird herausfordernd bleiben

Allerdings sei genau das auch einer der Gründe, weshalb es so schwierig sei, die Randzeiten zu besetzen: Zu etwa 90 Prozent seien es Frauen, die den Beruf ergreifen. „Und die haben oft selbst Kinder, die betreut werden.“ Auch mit Vertretungskräften seien die Randzeiten nur schwer abzudecken. Tritschers realistische Einschätzung lautet daher: „Der Fachkräftemangel wird uns weiter begleiten“.

Dabei seien Kontinuität und langfristige Bezugspersonen in den Einrichtungen besonders wichtig. Hier finde schließlich Beziehungsarbeit statt. Und zwar mit dem Wertvollsten, das es gibt: unseren Kindern.

Im Frühjahr musste in mehreren Rudersberger Kindergärten bei den Öffnungszeiten die Reißleine gezogen werden. Denn die Personalsituation hatte sich in kurzer Zeit so verschlechtert, dass ein Ganztagesbetrieb nicht mehr in vollem Umfang zu gewährleisten war.

Einschränkungen gab es seitdem sowohl bei den kommunalen als auch den kirchlichen Einrichtungen. Im Kindergarten Lummerland ist seit Monaten bereits um 15 Uhr Betriebsende. Auch die evangelische Villa Sonnenschein war nur zwischen

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