Rudersberg

Neuer Pächter für die TSV-Gaststätte "Wieslauftal" in Schlechtbach

TSVSchlechtbachRestaurant
Neuer Pächter für die Vereinsgaststätte „Wieslauftal“: Christoph Kindsvater mit Bürgermeister Raimon Ahrens (links) und TSV-Vorstand Andreas Egger (rechts). © Gaby Schneider

Die Vereinsgaststätte „Wieslauftal“ des TSV Schlechtbach hat einen neuen Pächter bekommen: Chris Kindsvater bietet seit dem Wochenende eine deutsch-schwäbische Karte und verspricht regelmäßige Öffnungszeiten. Genau die fehlende Kontinuität war bisher das Problem, fasst Andreas Egger, Vorsitzender des TSV Schlechtbach, die Erfahrungen mit der letzten Pächterin zusammen.

„Unregelmäßige und oft ungünstige Öffnungszeiten und das Essen hatte nicht konstant dieselbe gute Qualität“, so Andreas Egger. Das soll mit dem Nachfolger Chris Kindsvater nun anders werden. „Die Gäste sollen wissen, dass sie sich verlassen können auf eine Beständigkeit“, sagt der gelernte Koch. Er habe dem Verein zwei Konzepte unterbreitet – die Wahl fiel auf deutsche Küche. Sobald er Verstärkung für die Küche gefunden hat, schweben ihm zudem Traditionsgerichte à la „Was die Großmutter noch wusste“ vor, die sonst in der Gegend von der kulinarischen Landkarte weitgehend verschwunden seien.

Personalmangel setzt Realisierung der Pläne Grenzen

Doch bisher kümmert er sich als Solist in der Küche um die Versorgung der Gäste mit Speisen und Getränken, der Personalmangel setze auch seinen Plänen fürs Erste noch Grenzen. Unterstützt wird er von sechs Mitarbeitern. Für den Biergarten sehe er eine Flammkuchenkarte vor, die er aber erst 2023 umsetzen werde. „Ideen hätte ich genug, aber ich beachte, was sich hier umsetzen lässt und was nicht geht“, sagt der 44-Jährige. Das Wichtigste sei nach den wiederholten Pächterwechseln der vergangenen zehn Jahre ohnehin die Botschaft: Hier tut sich etwas, die Gastronomie geht weiter und es ist zuverlässig jemand da.

Seit die Vorgängerin zum 31. Dezember 2021 geschlossen hat, blieb die Küche im Restaurant Wieslauftal viele Monate kalt. Zeit, die der Verein nutzte, sich intensiv auf die Pächtersuche zu machen. Vier Bewerbungen seien eingegangen, keine habe den Vorstellungen des Vereins entsprochen. Über private Netzwerke sei man in Kontakt mit dem in Winterbach lebenden Chris Kindsvater gekommen. Vereinsvorsitzender Andreas Egger ist überzeugt, dass der Vorstand mit ihm den idealen Betreiber gefunden hat. „Weil er die gastronomischen Vorkenntnisse mitbringt und uns überzeugend darlegen konnte, dass er die Gaststätte kombinieren will mit dem Vereinssport und zweigleisig fährt, um für alle Beteiligten einen Mehrwert und neue Impulse zu schaffen. Weil mit Vereinsmitgliedern alleine kann man die Gaststätte nicht betreiben“, betont Andreas Egger. Kindsvater sagt, er wolle Gäste aus einem weiteren Radius anziehen und neues Leben reinbringen: Gäste, die vom Ausflug mit der Schwäbischen Waldbahn herwandern oder vom nebenan gelegenen neuen Bikepark kommen. Das Restaurant liegt direkt am Radweg, idealer Rastpunkt für Radler.

Vereinsgaststätte. Auch optisch ein Neuanfang

Nachdem im April erste Gespräche geführt worden seien, tat sich im Frühjahr etwas hinter den großen Panoramascheiben. Die Gaststätte ist 30 Jahre alt. Damit es „nicht im alten Trott“ weitergehe und auch, um optisch einen Neuanfang zu markieren, sei der Verein dem Wunsch des neuen Pächters nachgekommen und hat das Ambiente umgebaut und modernisiert. Unter anderem erhielten alle Stühle neue Polsterungen und die klobigen Eckbänke wurden entfernt. Der Pachtvertrag wurde am 22. Juli besiegelt – in einer Zeit, die geprägt ist von steigenden Energiepreisen, Inflation und Fachkräftemangel. „Ich wusste, worauf ich mich einlasse“, meint Kindsvater. Den Ausspruch „Willst du dir das wirklich ans Bein binden?“ habe er nicht nur einmal zu hören bekommen. Die Bedenken seien durchaus angebracht: „Man soll nicht in ein fallendes Messer greifen“, zitiert er einen von der Börse abgekupferten Leitsatz. Für ihn passt der Zeitpunkt, allen Unkenrufen zum Trotz. Nach der Zäsur durch Corona hat sich aus seiner Sicht die Spreu vom Weizen getrennt, der Gastromarkt müsse sich neu sortieren, das biete gerade für einen Neuanfang gute Voraussetzungen. „Jetzt zählt mehr denn je, dass man mit guter Qualität und Service eine gute Außenwirkung hat, und damit kann man das Projekt stemmen.“

Vor seinem Entschluss habe er gründlich recherchiert, was in der Gegend gut funktionieren kann. Eine überschaubare Auswahl an Speisen aus der gut bürgerlichen und schwäbischen Küche, gekocht aus frischen Zutaten, die so gut wie möglich regional seien, ist für ihn die richtige Wahl. „Ich begrenze mich auf rund neun Hauptgerichte, um Platz zu lassen für eine Saisonkarte, die regelmäßige Abwechslung bringt.“ An seiner realistischen Einschätzung merkt man den Profi, der er erwiesenermaßen ist: Seine Vita führte den gebürtigen Pfälzer - er stammt aus Kallstadt - nach der Kochlehre im Hotel „Vier Jahreszeiten“ in München in mehrere afrikanische Länder, der Sprung in die Selbstständigkeit erfolgte in Calw im Schwarzwald, wo er 2008 ein Irish Pub übernommen hat, bis das Nichtrauchergesetz dem Raucherlokal den Garaus gemacht habe. Er wechselte die Branche und kam über seine Tätigkeit in einem Maklerbüro nach Schorndorf. Doch das vom Vater geerbte Gastro-Virus habe immer in ihm gesteckt. „Es geht nedd weg, das hast du immer in dir“, sagt er.

Die Vereinsgaststätte „Wieslauftal“ des TSV Schlechtbach hat einen neuen Pächter bekommen: Chris Kindsvater bietet seit dem Wochenende eine deutsch-schwäbische Karte und verspricht regelmäßige Öffnungszeiten. Genau die fehlende Kontinuität war bisher das Problem, fasst Andreas Egger, Vorsitzender des TSV Schlechtbach, die Erfahrungen mit der letzten Pächterin zusammen.

„Unregelmäßige und oft ungünstige Öffnungszeiten und das Essen hatte nicht konstant dieselbe gute Qualität“, so

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