Rudersberg

Neues Quartier im Ortskern: In Rudersberg sollen bis zu 80 neue Wohneinheiten entstehen

Schmidbächle Rudersberg
So könnte es aussehen, das neue Quartier „Am Schmidbächle“. © Visualisierung: Schaile

70 bis 80 Wohneinheiten sollen mitten in Rudersberg entstehen. Dafür hat der Rudersberger Gemeinderat bereits grünes Licht gegeben. Jetzt steht auch fest, welcher Investor das Gebiet „Am Schmidbächle“ erschließen darf. Das Gremium hatte dabei die Wahl zwischen drei verschiedenen städtebaulichen Konzepten.

Für acht gemeindeeigene Bauplätze fand im Mai eine Ausschreibung statt. „Uns war es wichtig, hier auch Mehrfamilienhäuser zu bekommen“, sagte Bürgermeister Raimon Ahrens in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Das Thema bezahlbarer Wohnraum sei für die Gemeinde ebenfalls von großer Bedeutung.

Drei städtebauliche Konzepte standen zur Wahl

Drei Firmen haben schließlich Entwürfe eingereicht. „Und alle drei sind gut und ansprechend“, sagte Ahrens, „sie unterscheiden sich aber im Hinblick auf Architektur, Konzeption und das Thema bezahlbaren Wohnraum.“

Im Foyer des Rathauses waren die Konzepte in den vergangenen Wochen ausgestellt. „Alle Bewerber haben in der Zwischenzeit noch mal nachjustiert und damit weiterhin großes Interesse an einer Umsetzung signalisiert.“ Bei den drei Bewerbern handelt es sich um:

  • Die Firma Schatz Wohnbau zusammen mit der Kreisbau: Neben Eigentumswohnungen wäre bei diesem Konzept die Hälfte der Wohnungen als bezahlbar ausgewiesen, hier hätte die Gemeinde Belegungsrechte. Ein Drittel der Wohnungen wäre barrierefrei, der Rest barrierearm. Die Grundidee des Quartiers ist das Leben in Gemeinschaft: Drei Schiffscontainer dienten als „Ufertreff“, generationsübergreifende Freizeit- und Bewegungsmöglichkeiten wären ebenso geplant wie eine Kooperation mit der Diakonie Stetten, Fotovoltaik-Dächer, Luft-Wärmepumpen, zwei Elektroladesäulen und ein Car-Sharing-Fahrzeug.
  • Das Konzept von Pfleiderer Projektbau und Krämer Bau sieht eine ausschließlich barrierefreie Planung, einen Quartiersplatz mit Sitzstufen sowie einen Wasserpark mit integriertem Bachlauf vor. Hier würden mindestens ein Viertel der Wohnungen dem Landesförderprogramm unterliegen, wodurch günstiger Wohnraum geschaffen wird. Der Kooperationspartner Stadtwerke Waiblingen würde ein Energiekonzept mit Fotovoltaik, Wärmedämmung und Fernwärme über ein Blockheizkraftwerk liefern.
  • Der Ansatz von Schaile Immobilien sieht in Richtung Schmidbächle halböffentliche Gartenbereiche mit intensiv begrünten Pflanzbereichen, Teich und Bänken vor, die als Treffpunkt für alle Altersgruppen dienen sollen. Das soll den Zusammenhalt und das Wir-Gefühl des Quartiers stärken. Bis zu 20 Prozent der Wohnungen wären im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus mit Belegungsrechten für die Gemeinde versehen. Es soll eine Warmwasserzentralheizung mit Luft-Wasser-Wärmepumpe sowie  eine Fotovoltaikanlage geben. Neben einer Ladesäule sei auch ein Car-Sharing-System mit Elektrofahrzeug möglich.

Wolfgang Bogusch (Rudersberger Bürger) sagte, dies sei „von der Größe und der Zielrichtung ein einmaliges innovatives Bauprojekt“. Was jedoch dringend in Rudersberg fehle, sei bezahlbarer Wohnraum für Senioren, Alleinerziehende oder auch Wohnscheinberechtigte. Letztere seien übrigens nicht unbedingt Menschen, die am Rande stehen, sondern solche aus der gesellschaftlichen Mitte wie Polizisten oder Krankenschwestern. Solche, die man im Corona-Jahr als systemrelevant bezeichnet hat. „Bezahlbarer Wohnraum wäre aber auch ein riesiger Standortvorteil“, meinte Bogusch. Auch die lange Laufzeit eines geförderten Wohnraums sei wichtig. Wegen des hohen Anteils an gefördertem Wohnraum (50 Prozent) sowie der langen Laufzeit (30 Jahre soll es im Besitz der Wohnungsbaugesellschaft bleiben) sprach sich Bogusch klar für das Angebot von Kreisbau und Schatz aus.

Andere Gemeinderäte äußerten sich nicht zu ihren Präferenzen. Auf Wunsch von Thomas Keller (Freie Wähler) fand die Wahl geheim und mit Stimmzetteln statt.

Auch Bürgermeister Ahrens verriet nicht, welches Konzept ihm am meisten zusagte. „Man kann bei solchen Konzeptionen viel und lange architektonisch diskutieren, Geschmack ist einfach individuell. Was hier wichtig ist: Welches Konzept, welches Angebot steht dahinter, und welchen Vorteil haben wir als Gemeinde von solch einem Quartier?“ Dafür hat die Gemeinde den Räten im Vorfeld eine Bewertungsmatrix an die Hand gegeben. „Die Themen bezahlbarer Wohnraum und der Quartiersgedanke sind dabei besonders wichtig.“ Alle drei Bewerber hätten diese Punkte integriert.

Die Entscheidung fiel dann relativ deutlich aus: 17 Stimmen erhielt das Angebot von Schaile, elf Gemeinderäte stimmten für das Konzept von Kreisbau und Schatz. Niemand stimmte für Pfleiderer und Krämer. Bürgermeister Ahrens zeigte sich nach der Abstimmung zufrieden: „Ich glaube, das wird auf jeden Fall ein gutes Projekt.“

70 bis 80 Wohneinheiten sollen mitten in Rudersberg entstehen. Dafür hat der Rudersberger Gemeinderat bereits grünes Licht gegeben. Jetzt steht auch fest, welcher Investor das Gebiet „Am Schmidbächle“ erschließen darf. Das Gremium hatte dabei die Wahl zwischen drei verschiedenen städtebaulichen Konzepten.

Für acht gemeindeeigene Bauplätze fand im Mai eine Ausschreibung statt. „Uns war es wichtig, hier auch Mehrfamilienhäuser zu bekommen“, sagte Bürgermeister Raimon Ahrens in der

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