Rudersberg

Personal in Pflegeheimen erschöpft: Betreiber für allgemeine Corona-Impfpflicht

Covid Impfung Impfpflicht
Eine allgemeine Impfpflicht könnte das Pflegepersonal entlasten - oder Fachkräfte zur Kündigung bewegen. © Gabriel Habermann

Die Omikron-Fälle nehmen in Deutschland zu, die Corona-Inzidenz steigt wie von Wissenschaftlern vorhergesagt. Besonders betroffen waren in vorherigen Corona-Wellen oft die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen. Wie ist die Lage in den Einrichtungen rund um Schorndorf derzeit? Wir haben in Urbach, Rudersberg und Plüderhausen nachgefragt.

„Aktuell liegen uns keine positiven Befunde vor“, gibt Jochen Spieth, Sprecher der Diakonie Stetten, für die Pflegeeinrichtungen des Trägers in Urbach und Rudersberg Antwort. Und auch Stefan Wieland, Sprecher der Zieglerschen, kann vermelden: „Wir sind froh, dass wir aktuell kein Infektionsgeschehen in unseren Seniorenzentren zu verzeichnen haben.“ Das gelte auch für das Plüderhäuser Haus am Brunnenrain sowie das Marienstift und das Karlsstift in Schorndorf.

Hohe Belastung des Personals und der Mitarbeiter unter Quarantäne

Bei der Diakonie Stetten stellt man allerdings eine hohe Belastung des Personals ganz allgemein fest. „Wie überall im Gesundheits- und Pflegebereich sind auch unsere Mitarbeitenden nach langen Monaten mit diesen extremen Herausforderungen sehr erschöpft“, sagt dazu Jochen Spieth. Das schlage sich auch in einem erhöhten Krankenstand nieder. Mehrere Mitarbeitende seien zudem als Kontaktpersonen zu Coronafällen im privaten Bereich in Quarantäne. „Und auch bei uns im Alexander-Stift entscheiden sich vermehrt Mitarbeitende dafür, nicht mehr im Pflegebereich arbeiten zu wollen“, bedauert Spieth.

Die Frage, ob der Betreiber eine Impfpflicht im Pflegebereich für sinnvoll hält, beantwortet Spieth differenziert. Die Politik habe das ja schon bejaht, nun werde die Diskussion über eine allgemeine Impfpflicht geführt. Gerade diese Diskussion finde die Einrichtung richtig. „Denn die Pandemie betrifft uns alle, nicht nur die Pflege- und Betreuungskräfte, die ohnehin schon in hohem Maße belastet sind und bei denen die Impfquote schon sehr hoch ist im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung“, begründet Spieth. Auch die Mitarbeitenden in der Pflege hätten ein Schutzbedürfnis, wenn sie teilweise noch ungeimpfte Bewohner pflegen oder auf ungeimpfte Besucher treffen.

Die Diakonie Stetten werbe weiter intensiv für die Impfungen, auch im persönlichen Kontakt und Gespräch mit den bislang noch nicht geimpften Mitarbeitenden, und hoffe sehr, dass bis Mitte März sich noch so viele Mitarbeitende für die Impfung entscheiden, dass die Umsetzung der Impfpflicht bis dahin kein großes Thema mehr sein werde. „Trotzdem besteht natürlich die Sorge, dass sich einzelne Mitarbeitende aufgrund der Impfpflicht aus der Pflege und damit auch vom Alexander-Stift verabschieden werden“, so der Sprecher. Vorsorglich für einen Personalmangel werbe die Einrichtung mit der Kampagne „Comeback. Bitte!“ um Fachkräfte, die aufgrund von Elternzeit, Studium oder Rente derzeit nicht mehr in der Pflege aktiv sind.

Insgesamt betrage die Impfquote für das gesamte Alexander-Stift rund 85 Prozent, bei den Mitarbeitenden sogar fast 95 Prozent, was die Erstimpfungen angehe. Einzelne Häuser könnten von diesem Durchschnitt aber abweichen. „Die Booster-Impfungen sind in unseren Häusern insgesamt schon weit fortgeschritten“, sagt Spieth zudem. In Urbach und Rudersberg seien die Booster-Impfungen bereits vollständig durchgeführt worden.

Auch die Zieglerschen werben laut Sprecher Stefan Wieland verstärkt für die Corona-Impfung, insbesondere bei den Mitarbeitenden. „Derzeit sind rund 80 Prozent der Mitarbeitenden in unseren Seniorenzentren geimpft, bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sind es 90 Prozent“, sagt Stefan Wieland. In Plüderhausen seien es 100 Prozent. „Für diese hohe Impfbereitschaft sind wir dankbar.“ Eine berufsbezogene Impfpflicht halte die Einrichtung allerdings nicht für zielführend. „Um die Pandemie nachhaltig und übergreifend zu bekämpfen, würden wir eine allgemeine Impfpflicht begrüßen“, so Wieland.

Die Omikron-Fälle nehmen in Deutschland zu, die Corona-Inzidenz steigt wie von Wissenschaftlern vorhergesagt. Besonders betroffen waren in vorherigen Corona-Wellen oft die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen. Wie ist die Lage in den Einrichtungen rund um Schorndorf derzeit? Wir haben in Urbach, Rudersberg und Plüderhausen nachgefragt.

„Aktuell liegen uns keine positiven Befunde vor“, gibt Jochen Spieth, Sprecher der Diakonie Stetten, für die Pflegeeinrichtungen des Trägers in

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