Rudersberg

Podiumsgespräch in der Gemeindehalle

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Die Bürgermeister-Kandidaten in Rudersberg standen bei der Podiumsdiskussion Rede und Antwort. Unser Bild zeigt (von links nach rechts) Rüdiger Burkhardt, Raimon Ahrens, Stefan Walter, Martin Herrmann, Moderator Hans Pöschko, Relindis Pfisterer und Bernd Hegwer. © Habermann/ZVW
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Rockig: Die Band „Two Voices, one Love and Friends“ hat bei der Podiumsdiskussion gespielt. © Habermann/ZVW
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In der voll besetzten Gemeindehalle verfolgten die Zuhörer die Podiumsdiskussion. © Gabriel Habermann

Rudersberg. Die inhaltliche Ausrichtung der Kandidaten zur Bürgermeisterwahl ist inzwischen bekannt. Doch am Sonntag steht nicht nur ein Programm, sondern vor allem ein Mensch zur Wahl. Wie „tickt“ wer, wie spontan, humorvoll, schlagfertig reagieren die Bewerber? Zu diesen und anderen Fragen haben sich die vielen Besucher bei einer Podiumsdiskussion der Schorndorfer Nachrichten ein Bild gemacht.

Video: Zusammenschnitt der Veranstaltung.

Moderator Hans Pöschko, Redaktionsleiter der Schorndorfer Nachrichten, zeigte sich beeindruckt vom zahlreich erschienenen Publikum. Der Wahlkampf ist inzwischen weit vorangeschritten, die meisten Termine sind vorbei. So legte der Moderator denn auch nicht so sehr den Schwerpunkt auf die Wahlprogramme. Vielmehr wollte er den Bewerbern ein wenig „auf den Zahn fühlen“. „Es geht um Eigenschaften, auf die es bei einem Bürgermeister ankommt.“ Nicht nur die Kandidaten legten sich dann ins Zeug, sondern auch die Musiker. Die Band „Two Voices, one Love and Friends“ begrüßte die Zuhörer mit rockigen Klängen. „Zwei Stücke, und dann wird’s ernst“, hatte Hans Pöschko angekündigt. Das wurde es auch, aber durchaus nicht nur. Rüdiger Burkhardt, Raimon Ahrens, Stefan Walter, Martin Herrmann, Relindis Pfisterer und Bernd Hegwer stellten sich und ihre Kompetenzen dann noch einmal kurz vor.

Burkhardt will als Bürgermeister unabhängig sein

Rüdiger Burkhardt ist im Wahlkampf als parteiunabhängiger Kandidat angetreten, ist aber Mitglied der Alternative für Deutschland (AfD). Wie will er im Fall der Wahl mit seiner Mitgliedschaft umgehen, fragte Hans Pöschko. „Ein Bürgermeister muss unabhängig sein“, sagte Burkhardt. Wenn er gewählt werden sollte, würde er seine Parteifunktionen ruhen lassen und passives Mitglied bleiben. Er sei lebens- und verwaltungserfahren. Die AfD-Mitgliedschaft spiele gar keine Rolle. „Es ist nur von der Zeitung zum Thema gemacht worden.“ Er habe in Afrika gelebt, erzählte Burkhardt, angesprochen auf das Thema Flüchtlinge. „Es geht nicht um die Menschen.“ Sondern um das „meiner Meinung nach sehr undemokratische Verhalten der Kanzlerin“, sagte er zu getroffenen politischen Entscheidungen.

Raimon Ahrens kann nicht tanzen, Bernd Hegwer vergisst Kehrwoche

„Jetzt kommt eine der Lieblingsfragen von meinem Chef in Bewerbungsgesprächen“, kündigte der Moderator an und bat die Kandidaten, je drei gute und drei schlechte ihrer Eigenschaften zu nennen. Ungeduld war dabei ausgenommen. „Das wird immer gesagt von Politikern.“ Schlechte Eigenschaften? Gar nicht so einfach. Martin Herrmann zum Beispiel „geht zu Fuß bis zur Autotür“, Stefan Walter macht Dinge manchmal „auf den letzten Drücker“, Raimon Ahrens kann nicht tanzen und schwärmt für den VfB, Rüdiger Burkhardt ist auch mal flapsig im Gespräch, Relindis Pfisterer nascht gern mal Süßes - „als Repräsentant sollte man auch eine gute Figur haben“-, und Bernd Hegwer vergisst mitunter die Kehrwoche, „das ist schon nahezu eine Todsünde hier“.

Eine Liebeserklärung an Rudersberg

Ein Bürgermeister darf auch mal emotional sein, ein angehender sollte es sogar: Eine Liebeserklärung an Rudersberg war gefragt. Relindis Pfisterer schwärmte von der Aussicht von der „Rettichkreuzung“ hinunter ins Tal. „Das finde ich mit den schönsten Anblick.“ Charmant sagte Stefan Walter zu den Zuhörern: „Ich liebe Rudersberg, weil ich mit Ihnen unheimlich viele Menschen kennengelernt habe, die sich füreinander einsetzen.“

Was soll sich in acht Jahren geändert haben

Acht Jahre lang ist ein Bürgermeister im Amt. Was wird sich nach dieser Zeit in Rudersberg geändert haben, fragte der Moderator die Kandidaten nach Visionen für den Fall ihres eigenen Amtsantritts. Für Relindis Pfisterer hat sich zum Beispiel die Bürgerbeteiligung verfestigt und der Durchgangsverkehr hat abgenommen. Für Martin Herrmann steht Bildung im Mittelpunkt des kommunalen Handelns, und der „Wiesel“ ist modern und elektrifiziert. Rüdiger Burkhardt ging unter anderem von einer „Gemeinde der kurzen Wege“ und einem besseren Nahverkehr aus. Raimon Ahrens sprach beispielsweise von weniger Verkehr, sah sich mit einem Rucksack, gefüllt mit Rudersberger Produkten, wandern und ließ einen Tag gedanklich in einem Café in der Ortsmitte ausklingen. Bernd Hegwer sprach von einem Seniorenpass, mit dem sich Senioren in Teilorten zum Nahverkehrspreis ein Taxi rufen können, und von einem Radschnellweg, der die Ortsteile verbindet. Stefan Walter sah in acht Jahren „ein lebendiges Rudersberg, für das wir uns gern einsetzen“ mit stärkerem Engagement und einem „Büttel“, den alle bekommen, voll mit Aktivitäten.

Wahlstudio live

Dieser Wahlabend wird spannend. Darum berichtet unsere Redaktion am Sonntagabend live in Bild und Ton aus dem Rudersberger Rathaus. Dort haben wir ein Wahlstudio eingerichtet, das Chefredakteur Frank Nipkau und Redakteurin Liviana Jansen moderieren. Alle Entwicklungen und Ergebnisse des Wahlabends kann man im Live-Stream ab 18.15 Uhr mitverfolgen unter www.zvw.de/wahlstudio und auf Facebook unter facebook.de/zvwonline. Außerdem gibt es einen Wahlblog ab 18 Uhr unter www.zvw.de/wahl-rudersberg.