Rudersberg

Rudersberg bekommt einen Pflegecampus

rudersberg_alexanderstift
Auf der Grünfläche in der Bildmitte soll der Pflegecampus ab 2021 entstehen. © Gabriel Habermann

Erst im Oktober hatte der Gemeinderat diese Grundsatzentscheidung getroffen: Rudersberg soll ein neues Pflegeheim bekommen. Notwendig geworden war die Entscheidung, weil das bestehende Alexanderstift in seiner jetzigen Form nicht mehr der geänderten Landesheimbauverordnung entspricht. Diese sieht unter anderem eine Einzelzimmerpflicht vor, die in dem Rudersberger Heim nur schwer durchsetzbar gewesen wäre.

Neues Pflegeheim und Tagespflege im Bestandsgebäude

Das Gremium hatte der Kreisbau-Gruppe deshalb den Auftrag erteilt für einen Wettbewerb zur Betreiberauswahl für den Pflege-Campus in der Rudersberger Ortsmitte. Die Ausschreibung umfasste nicht nur den Betrieb des neuen Pflegeheims, sondern auch eine Tagespflege im Bestandsgebäude in der Rathausstraße. Begleitet wurden die Ausschreibung und der Auswahlprozess vom Sozialdezernat des Rems-Murr-Kreises.

Mehrere Betreiber hatten die Chance, sich mit einem Konzept für den neuen Standort in Rudersberg zu bewerben. Die Bewerbung, die vom Alexanderstift gemeinsam mit der Diakonie-Station Wieslauftal/Welzheimer Wald abgegeben wurde, überzeugte die eingesetzte Arbeitsgruppe aus Gemeinderäten, Bürgermeister Raimon Ahrens und Vertretern der Kreisbaugesellschaft und des Landratsamtes.

Das vorgelegte Konzept geht individuell auf die Kriterien ein, die im Rahmen der Ausschreibung vom Gemeinderat formuliert wurden. „Mit der Entscheidung für das Alexanderstift und die Diakoniestation ist es uns gelungen, Partner ins Boot zu holen, die den Pflegestandort Rudersberg langfristig sichern“, freut sich Bürgermeister Ahrens.

45 stationäre Plätze und Pflege-WGs

Das neue Pflegeheim, das durch die Kreisbaugesellschaft gebaut und langfristig an den Betreiber vermietet wird, soll über insgesamt 45 stationäre Pflegeplätze verfügen und einen Schwerpunkt bei der Pflege von demenziell erkrankten Menschen bekommen.

Sofern die Finanzierung durch das Land Baden-Württemberg rechtlich gesichert ist, werden außerdem zusätzliche Plätze für die Kurzzeitpflege vorgesehen. Die Planungen sehen weiterhin Platz für sogenannte „Pflege-WGs“ vor. In dieser innovativen Betreuungsform können weitere Pflegeplätze angeboten werden. Die Diakoniestation wird den Betrieb der Tagespflege mit bis zu 15 Plätzen übernehmen. Die Tagespflege-Einrichtung soll im Bestandsgebäude in der Rathausstraße 7 eingerichtet werden. Die bestehenden Seniorenwohnungen sollen auch zukünftig von den Betreibern mitbetreut werden.

Monika Amann von der Stabsstelle Sozialplanung Senioren im Landratsamt sagt: „Es ist uns eine Freude, dieses innovative Pflege- und Betreuungskonzept der Gemeinde Rudersberg im Schulterschluss mit der Kreisbaugesellschaft beratend begleiten zu dürfen. Aus unserer Sicht haben alle Beteiligten ein waches Auge auf die Bedürfnisse einer älter werdenden Gesellschaft, die auch mit einem höheren Anteil an von Demenz betroffener Menschen einhergeht.“

„Mit der Betreiberentscheidung kommt ein Verfahren zum Abschluss, welches durch die Regelungen der neuen Landesheimbau-Verordnung angestoßen und erforderlich wurde. Mein Dank gilt nochmals allen Beteiligten, die es ermöglicht haben diese Lösung umzusetzen. Mit diesem modellhaften Projekt können wir unterschiedliche Pflegeangebote in der Rudersberger Ortsmitte etablieren und so das Angebot für unsere Bürgerinnen und Bürger verbessern“, fasst Bürgermeister Raimon Ahrens zusammen.

Baubeginn soll Ende 2021 sein

Mit dem Bau des neuen Pflegeheims möchte die Kreisbaugesellschaft Ende 2021 beginnen. Ende 2023 können dann die Bewohner aus dem Pflegeheim in der Rathausstraße sowie weitere Bewohner in den Neubau einziehen. Anschließend wird mit der Einrichtung der Tagespflege begonnen.