Rudersberg

Rudersberg hat wegen Corona mehr als zwei Millionen Euro weniger in der Kasse

Rathaus Rudersberg
Das Rudersberger Rathaus. © Gabriel Habermann

Die Folgen der Corona-Pandemie sind auch im Rudersberger Haushalt beachtlich. Große Teile der Einnahmen, mit denen die Gemeinde gerechnet hat, fallen deshalb weg. Bürgermeister Raimon Ahrens sprach bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Rudersberg dennoch von einem „kleinen Licht am Ende des Tunnels“ –– zumindest für dieses Jahr.

Kämmerer Thomas Krapf hatte für das Gremium an dem Abend seinen Finanzzwischenbericht vorbereitet. Unter normalen Umständen wäre das kein sonderlich spektakulärer Tagesordnungspunkt gewesen. Schließlich gibt die Kämmerei damit lediglich eine Wasserstandsmeldung ab, ob die Haushaltspläne sich mit der Realität decken. Und in der Regel tun sie das in Rudersberg bis auf kleine, nicht vorhersehbare Nuancen auch.

Gemeinde hofft noch auf weitere Hilfen von Land und Bund

Nicht so im Jahr 2020, in dem seit Anfang März wegen des Coronavirus vieles unberechenbar geworden ist – und bleiben wird. „Corona hat unser Leben dieses Jahr in vielen Bereichen geprägt und verändert“, sagte Bürgermeister Ahrens. „Das wird uns wirklich noch einige Zeit beschäftigen.“

Die Dramatik der Auswirkungen spiegelt sich in der Zahl 2 650 800. Auf so viel Euro belaufen sich, Stand jetzt, die infolge der Pandemie erwarteten Einnahmeausfälle und Mehrausgaben. Wobei Ahrens betonte, dass dies nur ein Zwischenbericht sei. Die Lage könne sich im Moment sehr schnell ändern und sei jetzt bereits weniger dramatisch als noch vor ein paar Wochen angenommen. Es gebe noch viele offene Punkte, bei denen demnächst noch deutliche Veränderungen zu erwarten seien. Etwa die noch nicht vom Städtetag ausgehandelten Kompensationen von Land und Bund für die Gewerbesteuerausfälle.

Gewerbesteuereinnahmen sinken um mehr als 700 000 Euro

Diese Ausfälle sorgen nämlich auch im Rudersberger Haushalt für ein besonders großes Minus von 720 000 Euro. „Eine brutale Zahl“ nannte das Kämmerer Thomas Krapf in der Sitzung. Übertroffen wird dieser Wert nur noch von dem um 750 000 Euro erwartbar deutlich geringeren Anteil an der Einkommensteuer.

Aber auch bei den Schlüsselzuweisungen und der Investitionspauschale - Einnahmequellen, die ebenfalls von den höheren politischen Ebenen an die Kommunen verteilt werden - ist ein Minus von annähernd 900 000 Euro zu verzeichnen. Und nicht zuletzt hat die Gemeinde auch die Ausfälle bei den Betreuungs-Gebühren für Schulen und Kindergärten zu kompensieren. Und sie erstattet den nicht-kommunalen Kita-Trägern diese Ausfälle, was insgesamt noch einmal knapp 200 000 Euro ausmacht.

Unerwartete Mehreinnahmen gleichen das Minus aus

Einen kleinen Teil dieser Ausfälle kann die Verwaltung mit den Corona-Soforthilfen sowie weiteren Landeshilfen in Höhe von rund 600 000 Euro ausgleichen. Unterm Strich bleibt dann aber immer noch ein coronabedingtes Minus von gut zwei Millionen Euro.

„So schlimm uns dies trifft, können wir das Minus in diesem Jahr noch aus eigener Kraft ausgleichen“, sagte Kämmerer Krapf. Es seien nämlich auch erfreuliche Mehreinnahmen für die Gemeinde zu verzeichnen, darunter Nachzahlungen bei der Gewerbesteuer, eine Gutschrift aus dem Rechnungsabschluss des vergangenen Jahres bei der Wieslauftalbahn sowie höhere Landeszuschüsse in verschiedenen Bereichen, die sich auf insgesamt knapp 1,2 Millionen Euro belaufen. „Mit vielen dieser Werte war nicht zu rechnen“, so Krapf.

Ohne Corona hätte Rudersberg dieses Jahr ein Plus erwirtschaftet

Hinzu kommen Mehreinnahmen aus dem Rechnungsabschluss für das vergangene Jahr sowie eine Gutschrift aus der Abrechnung mit dem kirchlichen Kindergartenträger in Höhe von insgesamt rund 900 000 Euro. „Die Rechnung geht ungefähr null auf null auf“, sagte der Kämmerer.

Ohne Corona hätte die Gemeinde 2020 sogar ein Plus erwirtschaften und Geld in die ohnehin klamme Allgemeine Rücklage stecken können. Anfang 2020 belief sich diese noch auf rund 4,3 Millionen Euro, bis 2023 wird sie auf etwa 400 000 Euro sinken.

Kämmerer sorgt sich wegen der Jahre 2021 bis 2023

Man müsse jetzt sehen, was die Steuerschätzung Ende des Jahres noch an Veränderungen bringe. Stand jetzt gelte aber: „Der Haushaltsausgleich für 2020 ist durch Überschüsse aus den Vorjahren gewährleistet.“ Krapf rechnet zudem noch mit außerordentlichen Erträgen aus Grundstücksveräußerungen. Diese könnten momentan aber noch nicht exakt beziffert werden.

Sorge bereiten dem Kämmerer indes die ohnehin schon als schwierig erwarteten Jahre 2021 bis 2023. Man werde jetzt von weiteren Ausfällen ausgehen müssen. Deshalb seien alle gefordert: „Wir als Gemeinde, Sie als Gemeinderäte werden dazu beitragen müssen, dass wir das Jahr 2021, das das schwierigste sein wird, das wir wohl je haben werden, gemeinsam meistern.“ Er sei aber optimistisch, dass dies gemeinsam gelinge, betonte Krapf.

Bürgermeister erwartet unangenehme Diskussionen bei Haushaltsberatungen

„Wir kommen dieses Jahr über die Runden und mit einem blauen Auge davon, weil wir von der guten Wirtschaft der Vorjahre profitieren“, ergänzte Bürgermeister Ahrens. In diesem Jahr könne die Gemeinde ihren Pflichtaufgaben nachkommen, das sei die gute Nachricht.

„Aber bei den Haushaltsberatungen für 2021 werden wir sicher unangenehme Diskussionen führen müssen.“

Die Folgen der Corona-Pandemie sind auch im Rudersberger Haushalt beachtlich. Große Teile der Einnahmen, mit denen die Gemeinde gerechnet hat, fallen deshalb weg. Bürgermeister Raimon Ahrens sprach bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Rudersberg dennoch von einem „kleinen Licht am Ende des Tunnels“ –– zumindest für dieses Jahr.

Kämmerer Thomas Krapf hatte für das Gremium an dem Abend seinen Finanzzwischenbericht vorbereitet. Unter normalen Umständen wäre das kein sonderlich

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