Rudersberg

Rudersberg startet am 06.05. eine digitale Bürgerbeteiligung

Projekt Zukunft
Leonie König betreut das Projekt seitens des Gemeindetags. Auch Bürgermeister Raimon Ahrens wird das Projekt begleiten. © Benjamin Büttner

„Der ländliche Raum für Zukunft“ ist eine diese Woche beginnende Veranstaltungsreihe benannt. Dabei sind alle Rudersberger dazu aufgerufen, ihre Ideen für die Entwicklung der Gemeinde einzubringen sowie an der Umsetzung konkreter Vorhaben mitzuwirken.

Die Auftaktveranstaltung ist an diesem Donnerstag, 6. Mai, um 17.30 Uhr. Dabei sollen vier Themen herausgearbeitet werden – und im Rahmen des Projekts dann Lösungskonzepte gefunden werden. Bei insgesamt vier Workshops im Laufe der kommenden Wochen sollen diese dann vertieft, konkretisiert und bei einer Abschlussveranstaltung am 13. Juli schließlich vorgestellt werden. Coronabedingt wird diese Bürgerbeteiligung ausschließlich als Digitalveranstaltung stattfinden.

Für Bürgermeister Raimon Ahrens ist das Projekt eine „Riesenchance, um die komplette Bandbreite der Bevölkerung zu erreichen“. Dabei habe das digitale Format durchaus Vorteile – denn so könne man auch jene Bürger erreichen, für die der Besuch einer Präsenzveranstaltung schwierig gewesen wäre, wie etwa junge Familien. Es ist für Ahrens aber auch „eine spannende Sache“, weil das Format sehr offen angelegt ist – und es seitens der Gemeinde keine thematischen Vorgaben gibt. „Wir gehen da komplett offen ran“, verspricht er.

Bis zu vier Themen können die Bürger setzen

Natürlich hat sich die Verwaltung trotzdem Gedanken gemacht, welche Themenbereiche wichtig sind. Allerdings sind diese so breit angelegt, dass sie kaum etwas vorgeben. Es sind die Bereiche Leben, Mobilität, Klimaschutz sowie Wohnen und Arbeit.

Diese Form der Bürgerbeteiligung ist ein Projekt des Bündnisses Ländlicher Raum, das sich vor fünf Jahren gegründet hat. In dem Bündnis sind kirchliche Träger, Kommunen sowie Wirtschafts-, Sozial- und Wohlfahrtsverbände organisiert, die sich gefragt haben, wie man ländliche Kommunen vor Ort unterstützen kann, um sie zukunftsfest zu machen. Dabei geht es um Themen wie Digitalisierung, wohnortnahe Versorgung mit Pflege und Medizin, eine gute Anbindung an Straßen und öffentlichen Nahverkehr, den Erhalt von Schulen vor Ort oder die Integration von Zugewanderten.

Rudersberg ist eine von sieben Modellkommunen für das Projekt

Auf Initiative des Bündnisses hat das Landesministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz vergangenes Jahr das Projekt „Ländlicher Raum für Zukunft“ gestartet, verbunden mit entsprechenden Fördermitteln. Sechs Modellkommunen haben bereits daran teilgenommen, nun folgen sieben weitere, Rudersberg ist eine davon.

Leonie König, die das Projekt seitens des Gemeindetags betreut, sagt: „Es geht darum, von den Bürgern zu erfahren, was die Bedarfe und Potenziale vor Ort sind.“ Daraus entwickelten sich dann Themen, die in den Workshops vertieft und schrittweise umgesetzt werden. Dabei kämen dann auch die Bündnispartner ins Spiel, die ihre Erfahrungen mit einbringen können.

Online-Marktplatz, Co-Working-Spaces oder die Umnutzung des Rathauses

Welche Projekte könnten das konkret sein? Ein Online-Marktplatz etwa wie in Sulzfeld. Dort konnten die Teilnehmer bei der Abschlussveranstaltung bereits Bestellungen aufgeben. In Mosbach ging es um sogenannte Co-Working-Spaces, also zeitlich flexible Büro-Arbeitsplätze, die sich gleich mehrere Menschen teilen. Oder in Obereichenbach um die Frage, wie das alte Rathaus umgenutzt werden könnte. Manche Projekte bräuchten auch längere Zeit für die Umsetzung. Idealerweise entsteht bei dem Prozess dann eine Gruppe, die sich der Sache mittel- und langfristig annimmt.

Bürgermeister Ahrens ist schon gespannt, was die Bürger vorbringen. Er betont, dass die Ideenanstöße aus der Bürgerschaft nicht durch Vorgaben der Experten aus der Verwaltung gleich ausgebremst werden. Das Projekt also Denken „out of the box“ ermögliche, bei dem die Begrenzungen, die kommunalpolitische Debatten oft prägen, verlassen werden. Der Satz „Das geht aber nicht“ solle dabei so gut es geht vermieden werden. Auch deshalb wird sich der Bürgermeister selbst nur an der Auftakt- und der Abschlussveranstaltung beteiligen – und die Entwicklung in den Workshops nicht aktiv beeinflussen. Das gesamte Projekt wird deshalb auch nicht von der Gemeinde selbst moderiert.

Natürlich erhofft sich die Gemeinde konkrete Ergebnisse, weshalb Rudolf Scharer, Klimamanager und Schlechtbacher Ortsvorsteher, es auch begrüßt, dass der Zeitraum zwischen Auftakt und Abschluss mit neun Wochen so kurz gehalten ist. Denn „die Leute sind nicht bereit, sich über längere Zeiträume zu beteiligen“, so Scharers Erfahrung.

Auch Ahrens sieht in dem kompakten Projektzeitraum eine Chance. Und freut sich jetzt auf diese Gelegenheit, neue Pfade zu betreten. Denn „dabei können wir am Ende alle nur gewinnen“.

Wer Ideen hat und sich beteiligen will an der künftigen Entwicklung von Rudersberg, kann sich bis spätestens Donnerstag, 16 Uhr, bei Rudolf Scharer per E-Mail an die Adresse r.scharer@rudersberg.de anmelden.

„Der ländliche Raum für Zukunft“ ist eine diese Woche beginnende Veranstaltungsreihe benannt. Dabei sind alle Rudersberger dazu aufgerufen, ihre Ideen für die Entwicklung der Gemeinde einzubringen sowie an der Umsetzung konkreter Vorhaben mitzuwirken.

Die Auftaktveranstaltung ist an diesem Donnerstag, 6. Mai, um 17.30 Uhr. Dabei sollen vier Themen herausgearbeitet werden – und im Rahmen des Projekts dann Lösungskonzepte gefunden werden. Bei insgesamt vier Workshops im Laufe der

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper