Rudersberg

Rudersberg will in die sozialen Medien

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Smartphone-Bilder spielen im Tourismus eine wichtige Rolle, hier im Bild: „Drei Birken“ zwischen Zumhof und Burg Waldenstein. © ZVW/Gabriel Habermann

Rudersberg. Dass es im Wieslauftal idyllisch ist, steht außer Frage. In den sozialen Medien ist davon bislang aber wenig zu sehen. Die Gemeinde möchte nun ihre schönsten Aussichtspunkte aufhübschen und besser vermarkten. Mit erneuerten Bänken und einem Hashtag sollen junge Leute angelockt werden.

Die sozialen Medien sind längst ein wichtiger Faktor beim Tourismusmarketing. So reisen etwa gerade Koreaner in Massen nach Bonn, um in der Altstadt die Kirschblüte zu sehen und sich dabei zu fotografieren. Dank des Foto-Netzwerks Instagram ist der Ort in Ostasien heute bekannter als in Deutschland. Die Selfie-Tauglichkeit spielt inzwischen eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Auswahl von Urlaubs- oder Ausflugszielen. 40 Prozent der Touristen, so zitierte Rudersbergs Bürgermeister Raimon Ahrens nun eine britische Studie im Gemeinderat, legen bei der Auswahl des Urlaubs Wert auf die Frage: Wie lässt er sich in den sozialen Medien vermarkten?

Zahlreiche Vorschläge der Bürger sind bei der Verwaltung eingegangen

Davon profitiert Rudersberg bislang aber kaum. Wer bei Instagram nach der Gemeinde sucht, findet nur wenige Bilder von der doch recht idyllischen Gemeinde im Wieslauftal. Die Wirtschafts- und Tourismusförderung der Gemeinde hat sich vorgenommen, das zu ändern. Und es scheint offenbar auch der Wunsch vieler Bürger zu sein. Nach einem entsprechenden Aufruf im Mitteilungsblatt „Der Büttel“ hatten zahlreiche Rudersberger Vorschläge für passende Selfie-Punkte gemacht. Auch die Ortschaftsräte und der Gemeinderat haben sich mit ihren Ideen eingebracht.

Den Anfang machen jetzt fünf bereits bestehende Aussichtspunkte in Steinenberg, Schlechtbach, Asperglen und Zumhof, die im Rahmen einer Marketingkampagne herausgestellt und wo Sitzgelegenheiten erneuert werden sollen. Alle befinden sich in der Nähe oder direkt an Wanderwegen. Menschen, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind, nennt Tourismusförderin Martina Spichal-Mößner dann auch als Hauptzielgruppe. Rund 15 000 Übernachtungsgäste hatte die Gemeinde vergangenes Jahr. Ein gewisses Potenzial ist also da.

#Rudersberg

Die neuen Sitz- und Liegegelegenheiten sollen sich in die Landschaft einfügen und doch durch ihren eigenen Charakter Blicke auf sich ziehen. Jede Bank soll den für Instagram notwendigen Hashtag #Rudersberg sowie die jeweilige Ortsbezeichnung bekommen – so dass die Fotos entsprechend online geteilt werden.

Neben einem speziellen Flyer zu den Aussichtspunkten sind auch entsprechende Aktualisierungen bei Neuauflagen von Wanderkarten vorgesehen. Angedacht ist es, die Aussichtspunkte, die ja rund um Rudersberg liegen, mit einem gemeinsamen Wanderweg zu verbinden. Außerdem sollen sie noch mit einer Kampagne in den sozialen Medien vermarktet werden.

An folgenden Aussichtspunkten wird sich etwas tun

Am Standort Haube in Mannenberg soll die bestehende Holzbank ersetzt werden. Eine neue Bank soll auch an den „Drei Birken“ zwischen Zumhof und Burg Waldenstein aufgestellt werden. Erneuert wird auch die Bank am Wengerthäusle in Schlechtbach und die im Zerfallen begriffene Bank am ehemaligen Festplatz in Steinenberg soll ersetzt werden. Bis Frühsommer werden die neuen Bänke stehen, dann soll auch die Vermarktung über klassische sowie soziale Medien starten.

Auf Vorschlag von Ossi Schindler, Ortsvorsteherin von Asperglen, wurde bei der Gemeinderatssitzung noch der Standort „Am Köpfle“ in die Liste von Aussichtspunkten aufgenommen. Auch dort gibt es bereits eine Bank, die aus Schindlers Sicht aber nicht ersetzt werden müsste, da sie erst kürzlich erneuert worden war.

Weitere Vorschläge aus dem Gremium hat die Gemeinde vorerst noch nicht aufgenommen, können aber durchaus in der Zukunft noch hinzukommen. Denn, so Bürgermeister Raimon Ahrens, „das ist ja nur der Anfang“.


Kosten

Insgesamt 20 000 Euro sind für die Aussichtspunkte im Haushalt veranschlagt. Die Gemeinde rechnet mit Materialkosten für die neuen Bänke von bis zu 14 000 Euro.

Die Verwaltung wird jetzt Angebote von Agenturen für die Vermarktung einholen. Hier rechnet die Gemeinde mit Kosten von 1500 Euro plus Druck.