Rudersberg

Rudersberger Adventswald abgesagt: Was die Gemeinde in diesem Winter als Ersatz plant

Adventswald
Den klassischen Adventswald wird’s dieses Jahr erneut nicht geben. © Gabriel Habermann

Der Rudersberger Adventswald ist über das Wieslauftal hinaus einer der beliebtesten Weihnachtsmärkte. Für besondere Atmosphäre sorgen nicht nur eine Vielzahl an Ständen, das Mitfahr-Bähnle für Kinder oder die Kunsthandwerker. Was den Adventswald vor allem auszeichnet, ist das Nadelbaumwäldchen im Zentrum, wo es für die Besucher auch bei kalten Temperaturen angenehm kuschelig wird.

Bis zu 7000 Besucher pro Tag

Doch genau das ist in Zeiten der Pandemie ein Problem. Denn Abstand zu halten dürfte dort extrem schwerfallen. Unter normalen Umständen dürfen 400 Personen in den Wald, erklärte Wirtschaftsförderin Martina Spichal-Mößner kürzlich im Gemeinderat, um dort zu „verweilen, träumen und genießen“. Bis zu 7000 Besucher habe der Markt in den vergangenen Jahren täglich zu verzeichnen gehabt, teils waren es mehr als 20 000 pro Wochenende. Sie persönlich bezweifle, dass dies unter Corona-Bedingungen in diesem Dezember möglich sein wird.

Zumal die geltende Landesverordnung vorschreibt, dass die Besucher dort Masken tragen müssen und die Gemeinde alle Kontakte nachzuverfolgen hat. Es gilt die 3G-Regel. „Wir müssten das Areal also eingrenzen und an den neuralgischen Stellen Kontrollen durchführen“, so Bürgermeister Raimon Ahrens. Das dürfte nicht nur organisatorisch herausfordernd werden, damit wäre auch die zwanglose, vorweihnachtliche Stimmung des Marktes schnell dahin.

„Festhalten müssen wir, dass die aktuelle Corona-Verordnung nicht viel Hoffnung macht.“ Hinzu komme, so Ahrens, dass diese lediglich bis zum 13. Oktober gelte. „Die Aussagekraft ist also sehr begrenzt.“ Niemand könne mit Sicherheit sagen, wie die Regelungen im Dezember ausfallen werden. Die Gemeinde und die Stände benötigten aber einen gewissen Vorlauf für die Planung. Es sei schlicht nicht machbar, dass man jetzt bis Mitte November warte, bis die Regelung klar sei.

Ein kleiner Markt ist als Ersatz geplant

„Der Knackpunkt ist einfach: Sobald wir Kontakte nachverfolgen müssen und 3G oder 2G gilt, können wir den klassischen Adventswald nicht machen“, so Ahrens. Der Gemeinde würde ein finanzieller Verlust drohen, weil viel weniger Besucher erlaubt und die dort sonst regelmäßig stattfindenden Betriebsfeiern oder Hochzeiten voraussichtlich auch nicht möglich seien.

Deshalb müsse die Gemeinde den klassischen Adventswald leider zum zweiten Mal in Folge absagen. „Zwei Jahre ohne Adventswald wäre aber sehr, sehr schade“, meinte Ahrens. Deshalb plant die Gemeinde zumindest einen kleinen Ersatz für den Markt. Angedacht ist, am Alten Rathausplatz zwei bis drei Tannen mit Lichterkette sowie einen Weihnachtsbaum aufzustellen – als Erinnerung daran, dass hier normalerweise der Adventswald stattfinden würde.

Kunsthandwerkermarkt und Lichterwald

Denkbar wäre auch ein kleiner Kunsthandwerkermarkt, dessen Durchführung indes noch geprüft werden müsse. Stand jetzt wäre dort keine 3G-Regel notwendig.

Und auf dem neu entstehenden Parkplatz in der Kurzen Straße könnte man einen kleinen Lichterwald mit bis zu vier Ständen an zwei Dezemberwochenenden anbieten – wobei hier die 3G-Regel gelten müsste, also Kontrolle, Kontaktnachverfolgung und eine Absperrung notwendig wären.

Die Gemeinde könnte sich vorstellen, dies mit Vereinen und örtlichen Gewerbetreibenden an Wochenenden umzusetzen. Denkbar wären auf dem Gelände dann unter der Woche auch innerbetriebliche Weihnachtsfeiern.

„Das kriegen wir relativ kurzfristig organisiert, wenn man Mitte November sieht, wie die Verordnung ist. Da ist noch was machbar“, meinte Ahrens im Gemeinderat.

Kleiner Markt mit Online-Registrierung?

Thomas Keller, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, sah bei dem Konzept für den Lichterwald indes ein Problem: „Das Areal ist klein.“ Er befürchte deshalb einen „Riesenrückstau“ auf dem Parkplatz, wenn der Andrang größer sei als der Platz. Bürgermeister Ahrens schlug daraufhin vor, für den Markt jene Online-Registrierung zu nutzen, die beim Freibad dieses Jahr bereits zum Einsatz kam.

Wie genau der Ersatz für den Adventswald letztlich aussehen wird, ist zwar noch nicht abschließend geklärt. Der Gemeinderat stimmte jedoch einstimmig für ein Alternativkonzept – und dafür, dass die Gemeinde zu gegebenem Zeitpunkt ein coronakonformes Konzept für einen Lichtermarkt auf dem Parkplatz in der Kurzen Straße erstellen soll.

Adventswald 2022 wieder fest eingeplant

Auch werden die Planungsmittel für den Adventsmarkt im kommenden Jahr bereits jetzt zur Verfügung gestellt. Dem hat das Gremium ebenfalls zugestimmt. Wolfgang Bogusch und ein Großteil seiner Fraktion (Rudersberger Bürger) sprachen sich zuvor dagegen aus. Nicht weil er den Adventswald ablehnt. Er hatte vielmehr gefordert, dies erst bei den Haushaltsberatungen zu beschließen, „da gehört es hin“. Eine Mehrheit des Gemeinderates sah das anders.

Der Rudersberger Adventswald ist über das Wieslauftal hinaus einer der beliebtesten Weihnachtsmärkte. Für besondere Atmosphäre sorgen nicht nur eine Vielzahl an Ständen, das Mitfahr-Bähnle für Kinder oder die Kunsthandwerker. Was den Adventswald vor allem auszeichnet, ist das Nadelbaumwäldchen im Zentrum, wo es für die Besucher auch bei kalten Temperaturen angenehm kuschelig wird.

Bis zu 7000 Besucher pro Tag

Doch genau das ist in Zeiten der Pandemie ein Problem. Denn Abstand

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