Rudersberg

Rudersberger Corona-Arzt: „Wir haben die Lage sehr gut im Griff“

Coronatest
Coronatests müssen sich derzeit viele unterziehen. (Symbolbild) © Benjamin Büttner

Am Dienstag und Mittwoch hatten sich vor der Arztpraxis von Alexander Beck und Dr. Evelyn Walter zeitweise Schlangen gebildet. In Schutzanzügen machten die Ärzte Dutzende Abstriche bei Patienten. Kam es in der Gemeinde etwa zu einem erneuten Corona-Ausbruch und war die Praxis womöglich einer Infektionskette auf der Spur?

Mitnichten, stellt Beck auf Nachfrage klar. Denn die Rudersberger Gemeinschaftspraxis ist eines der kreisweiten Corona-Testzentren. Und als solches momentan quasi im Dauereinsatz. Seit April ist an der Praxis ein Drive-in eingerichtet. Wer also vom Gesundheitsamt zu einem Corona-Test geschickt wird, kann dort zu einem vereinbarten Termin vorfahren und an der Eingangstüre warten, bis einer der beiden Ärzte vor die Türe tritt, um in Schutzmontur einen Abstrich zu machen. „Das hat sich bewährt“, findet Beck. „Seuchentechnisch ist der Kontakt somit besonders gering.“

Normalerweise seien in den vergangenen Wochen pro Tag um die 20 Personen an dem Drive-in erschienen. Schlangen hätten sich da keine gebildet. Am Dienstag und Mittwoch seien jedoch besonders viele zum Testen erschienen, „eine Ausnahme“, versichert Beck.

Vorsorge-Tests haben sich bewährt

Zum Hintergrund: Die Gemeinschaftspraxis testet im Auftrag des Gesundheitsamtes auch in den Pflegeheimen – die Bewohner natürlich vor Ort, die Mitarbeiter aber kämen in der Regel nach Rudersberg. Und zwar von Leutenbach bis Plüderhausen, also aus dem ganzen Einzugsgebiet des Amtes. Diese Woche seien aus gleich drei Pflegeheimen Mitarbeiter vorgefahren, das habe dann für eine kurze Zeit zu einer Schlange vor der Praxis geführt.

Dies sei aber keinesfalls ein Hinweis darauf, dass es gerade viele neue Infektionen gebe. Im Gegenteil: „Das sind alles prophylaktische Tests“, sagt Beck. Eine Praxis, die sich aus Sicht des Arztes bewährt habe. Und bei der in mehr als 95 Prozent der Fälle der Befund negativ ausfalle. Das flächendeckende Durchtesten der Heime, das weitestgehend abgeschlossen sei, habe sich deshalb als gute Strategie erwiesen.

Lob für Pflegeheim - Sorge wegen der anstehenden Öffnung

„Auch dank der hervorragenden Arbeit in den Pflegeheimen sind wir sehr gut aufgestellt.“ In der Regel würden bei den Tests, deren Ergebnisse spätestens nach 48 Stunden vorlägen, noch Einzelfälle entdeckt. „Keine größeren Infektionsketten“ seien zuletzt aufgetaucht. Es sei gelungen, diese Ketten kleinzuhalten und zu unterbinden.

Eines bereitet Beck jedoch im Moment etwas Sorgen: dass jetzt viele Heime wieder für Besucher geöffnet werden. So hart es gewesen sei, dass Angehörige wochenlang keinen direkten Kontakt haben durften, so sorgsam müssten diese jetzt damit umgehen, wenn dieser wieder möglich sei „und dabei unwahrscheinlich aufpassen“. Bereits wenige Fälle würden genügen, um das bislang Erreichte zu gefährden.

"Unglaublich gut": Zusammenarbeit mit Ämtern und Heimen

Ausdrücklich lobt Alexander Beck indes die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, den Heimen und dem Gesundheitsamt. „Das funktioniert unglaublich gut“.

Nach mehr als zwei Monaten mit dem neuartigen Coronavirus (Beck war im März jener Arzt, der die ersten beiden Fälle im Kreis diagnostizierte und vorsorglich zwei Wochen in Quarantäne musste) ist er im Moment ziemlich optimistisch: „Wir haben die Lage sehr gut im Griff“.

Am Dienstag und Mittwoch hatten sich vor der Arztpraxis von Alexander Beck und Dr. Evelyn Walter zeitweise Schlangen gebildet. In Schutzanzügen machten die Ärzte Dutzende Abstriche bei Patienten. Kam es in der Gemeinde etwa zu einem erneuten Corona-Ausbruch und war die Praxis womöglich einer Infektionskette auf der Spur?

Mitnichten, stellt Beck auf Nachfrage klar. Denn die Rudersberger Gemeinschaftspraxis ist eines der kreisweiten Corona-Testzentren. Und als solches momentan quasi im

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