Rudersberg

Rudersberger Jäger erhalten eine zentrale Wildkammer

Jäger Wald
Symbolbild. © Pixabay License

Wo heute in Schlechtbach auf dem Gelände der stillgelegten Kläranlage noch ein Schneckenhaus steht, sollen Jäger künftig fachgerecht erlegtes Wild zerlegen, lagern und weiterverarbeiten können. Das hat der Rudersberger Gemeinderat jetzt einstimmig beschlossen.

Den Vorschlag für dieses Projekt machte Melanie Müller, Leitern des Hegerings Welzheim-Wieslauftal. Die hauptberufliche Kämmerin von Winterbach berichtete dem Gremium, dass ein zentraler Schlachtraum schon lange ein Wunsch der Jäger war. „Wir wollen nicht, dass jedes Jagdrevier seine eigene Wildkammer bekommt. Es wäre doch geschickter, wenn man das gemeinsam macht.“ Zumal die rechtlichen und hygienischen Vorlagen für solche Wildkammern recht streng seien. Durch einen zentralen Raum ließe sich obendrein auch noch Geld sparen. „Wir wollen dabei so viele Eigenleistungen bringen, wie wir können“, versprach Müller.

Voraussichtliche Kosten für das Projekt: 53 000 Euro

„Für uns als Gemeinde ist das eine sinnvolle Einrichtung“, meinte Bürgermeister Raimon Ahrens in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit den Jagdpächtern und betonte, dass die Kammer „auch eine Standortfrage für unsere Jagdpacht“ sei. Außerdem könne damit die Lebensmittelsicherheit verbessert werden.

Für die voraussichtlichen Kosten von gut 60 000 Euro ist eine Landesförderung von bis zu 50 Prozent möglich. Außerdem haben die Jagdpächter in Aussicht gestellt, gut 7000 Euro Fremdkosten durch Eigenleistungen zu sparen.

Auch Eberhard Layer (Freie Wähler) hielt die Wildkammer für eine sinnvolle Einrichtung. Robert Schuler (CDU) fragte indes nach dem Hygienekonzept und den Folgekosten: „Was, wenn die Kühlzelle ein Problem hat? Würden die Jagdpächter sich selbst darum kümmern?“ Das müsse man erst noch in einem Pachtvertrag definieren, antwortete Ahrens.

Ist die Miete für die Jagdpächter zu niedrig?

Zum Hygienekonzept sagte die Hegeringleiterin: „Es soll Putz- und Reinigungspläne geben, jeder muss sich eintragen, der als Letzter da war.“ So werde es auch in Schorndorf und Welzheim gehandhabt. Verstöße gegen Hygieneregeln werde man scharf sanktionieren. Was die Kühlzelle betrifft, sagte auch sie: „Über solche Dinge müssen wir noch verhandeln.“

Peter Höschele (Rudersberger Bürger) wollte wissen, ob es bei der Miete in Höhe von jährlich 200 Euro noch Spielraum gebe. „Sonst bleibt das ein Zuschussgeschäft für die Gemeinde.“ Und sein Fraktionskollege Werner Klöpfer fragte, ob nur die fünf Jagdreviere der Gemeinde die Kammer nutzen können oder auch Auswärtige, „dann wären die 200 Euro recht mager.“ Bürgermeister Ahrens stellte klar, dass die Miete nur für die fünf Rudersberger Reviere gelte. „Auswärtige müssten pro Jagdpächter zusätzlich 100 Euro pro Jahr zahlen.“

Hegeringleiterin verweist darauf, was die Jagdpächter alles leisten

„Vielleicht sind 200 Euro wenig“, meinte Hegeringleiterin Müller, „aber was leisten wir denn? Wir gehen nachts um 3 Uhr raus und suchen nach Wildsauen, Füchsen oder Rehen, wenn sie angefahren wurden. Das ist unser Auftrag, eine hoheitliche Aufgabe, dafür bekommen wir kein Geld. Außerdem bilden wir auf eigene Kosten unsere Hunde aus und wir engagieren uns im Kinderferienprogramm.“ Außerdem sei für die Wildkammer ein Sponsoring-Konzept in der Planung. Dadurch würden sich die Kosten nochmals verringern. „Wir sind bereit, da Eigenmittel zu sammeln, vielleicht kann man das in Relation dazu setzen.“

Bürgermeister Ahrens kommentierte dies, augenzwinkernd auf den Beruf der Hegeringleiterin ansprechend: „Sie sehen, wenn Kämmerer mehr Geld geben sollen, haben sie viele Gründe, warum nicht.“ Um gleich darauf zu ergänzen: „Aber unsere Jäger leisten viel. Das Engagement ist da.“

Jutta Herrmann (Rudersberger Bürger) wollte wissen, weshalb die Jagdpächter die Möblierung nicht selbst übernehmen. Das sei noch Verhandlungssache, sagte Bürgermeister Ahrens, der zugleich darauf aufmerksam machte, dass die Gruppe der Jagdpächter in acht Jahren nicht mehr so aussehen müsse wie jetzt. „Wir bauen diese Wildkammer nicht nur für die nächste Periode der Jagdverpachtung.“ Deshalb sei es wichtig, bestimmte Ausstattungen unabhängig davon zur Verfügung zu stellen.

Oliver Schaal (Rudersberger Bürger) erkundigte sich noch nach dem Vermarktungskonzept für das Wild. Müller sagte, sowohl Privatpersonen als auch Gaststätten beziehen das Fleisch von den Jagdpächtern. „In Zeiten von Corona ist das aber schwierig.“ Wer Interesse an Wildfleisch habe könne dies unter hegering@welzheim.de bestellen.

Wo heute in Schlechtbach auf dem Gelände der stillgelegten Kläranlage noch ein Schneckenhaus steht, sollen Jäger künftig fachgerecht erlegtes Wild zerlegen, lagern und weiterverarbeiten können. Das hat der Rudersberger Gemeinderat jetzt einstimmig beschlossen.

Den Vorschlag für dieses Projekt machte Melanie Müller, Leitern des Hegerings Welzheim-Wieslauftal. Die hauptberufliche Kämmerin von Winterbach berichtete dem Gremium, dass ein zentraler Schlachtraum schon lange ein Wunsch der

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper