Rudersberg

Seit zwei Jahren gibt es in Rudersberg einen Umsonstladen - am Samstag (13.03.) eröffnet er wieder nach Lockdown-Pause

Koschd-gä-nix-Lädle
Die Macher hinter dem Umsonstladen „Koschd-gä-nix-Lädle“ in Rudersberg (v. l.): Karolina Ebinger, Roland Mürdter, Sibylle Mürdter, Ute Tiedemann, Dana Sagmeister, Christiane Burggraf und Gerhard Großpietsch. © Mathias Ellwanger

Wer das Lädle in der Dr.-Hockertz-Straße 4 betritt, wird von der Auswahl an Waren schiergar erschlagen. In den Regalen stehen Bücher und CDs, Schmuck und Tassen, Kinderspielsachen und Kleidung für Groß und Klein – ein Sortiment, das sich durchaus sehen lassen kann. „Es gibt hier eigentlich nichts, was es nicht gibt“, sagt Karolina Ebinger. Zusammen mit Dana Sagmeister hat sie den Laden als Schulprojekt vor genau zwei Jahren ins Leben gerufen.

Mit einer neunten Klasse der Werkrealschule am Rudersberger Schulzentrum haben die beiden Lehrerinnen damals gerade das Thema Nachhaltigkeit behandelt. „Dabei ging es auch um die Frage, wie man Waren wiederverwerten kann.“ Und so entstand die Idee zu dem „Koschd-gä-nix-Lädle“, dem bislang einzigen Umsonstladen in der Region.

Wer dort einkaufen will, muss nichts bezahlen. Spenden sind natürlich willkommen. Sie fließen an den Förderverein des Schulzentrums, der seit Sommer 2019 die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat – und sich nicht nur über das Geld freuen darf, sondern obendrein mit dem Projekt für die Schule werben kann.

Schüler werden bei allen Arbeitsschritten miteinbezogen

Die Schulklasse war an dessen Umsetzung vor zwei Jahren maßgeblich beteiligt. Sie haben einen Namen gefunden, eigene Flyer hergestellt und sie auch im Ort verteilt, im Fach Werkstoffkunde Kleiderstangen und Regale gebaut, Spenden gesammelt und die Räumlichkeiten dekoriert.

Auch wenn die Neuntklässler heute längst mit der Schule fertig sind, so werden Schüler auch heute noch in alle Arbeitsschritte miteinbezogen: Sie helfen beim Sortieren der gespendeten Waren, präsentieren diese im Geschäft, dekorieren die Schaufenster und sind nicht zuletzt auch in der Kundenberatung beschäftigt – hin und wieder auch in anderen Sprachen als Deutsch, schließlich ist die Kundschaft so bunt gemischt wie die Schülerschaft.

Es gibt mittlerweile eine feste Gruppe, die im Rahmen einer AG den Laden betreut. Das Projekt ist aber auch weiterhin Teil des Fachs „Alltagskultur, Ernährung, Soziales“ und kann von verschiedenen Klassen in den Unterricht integriert werden.

„Es ist Wahnsinn, wie schnell die Schüler auftauen, wenn sie sich auf den Laden einlassen“, berichtet Ebinger. Manche seien zu Beginn noch skeptisch, auch weil sie Berührungsängste mit gebrauchten Waren hätten. Doch schnell würden sie merken, dass sie bei der Tätigkeit ganz viel Anerkennung von Erwachsenen erhalten. Dabei können sie außerdem ganz nebenbei Fähigkeiten einüben, die später im Berufsleben einmal nützlich sind.

Neben der Vorbereitung auf die Berufswelt wird das Projekt aber auch noch von einem zweiten Gedanken getragen, betont Dana Sagmeister: „Dass man nicht ständig neue Dinge kaufen muss“ – und vieles, was man selbst nicht mehr benötigt, einem anderen Menschen durchaus noch nützlich sein kann.

Kundschaft kommt aus einem Umkreis von 20 Kilometern

Deshalb spreche das Projekt auch ganz unterschiedliche Kunden an: Migranten wie Senioren, junge Mütter wie nachhaltig orientierte Mitmenschen und natürlich Menschen mit geringem Einkommen. Die Kundschaft kommt ganz gezielt und stammt aus einem Umkreis von rund 20 Kilometern.

Neben den Lehrerinnen und Schülern wird das Projekt von mehreren Ehrenamtlichen getragen, ohne die es wohl nicht möglich gewesen wäre, den Laden so lange am Laufen zu halten. Sie helfen den Schülern auch dabei, wenn es mal heiß hergeht und ein Erwachsener gebraucht wird. Da immer nur zu den Öffnungszeiten Sachspenden angenommen werden, kann das schnell mal passieren.

Besonders seit die Corona-Pandemie die Betriebs-Bedingungen erschwert hat, es also separate Ein- und Ausgänge, eine Einbahnstraßenregelung und eine Personenbegrenzung gebe, seien sie quasi unentbehrlich.

Auch die Gemeinde begleitet das Lädle wohlwollend, wie Gerhard Großpietsch vom Förderverein betont. Und nicht zuletzt sei der Umsonstladen zu einem Treffpunkt für ältere Rudersberger geworden.

Zumindest bis das „Koschd-gä-nix-Lädle“ wegen des Lockdowns schließen musste. Mitte Dezember war es zum letzten Mal geöffnet. Diesen Samstag, genau zum zweijährigen Jubiläum, dürfen zwischen 10 und 12 Uhr zum ersten Mal wieder Kunden in den Laden. Geplant ist, den Laden künftig auch wieder an einem weiteren Wochentag zu öffnen. Die Beteiligten hoffen, dass der Ansturm dann nicht zu groß sein wird.

Wer das Lädle in der Dr.-Hockertz-Straße 4 betritt, wird von der Auswahl an Waren schiergar erschlagen. In den Regalen stehen Bücher und CDs, Schmuck und Tassen, Kinderspielsachen und Kleidung für Groß und Klein – ein Sortiment, das sich durchaus sehen lassen kann. „Es gibt hier eigentlich nichts, was es nicht gibt“, sagt Karolina Ebinger. Zusammen mit Dana Sagmeister hat sie den Laden als Schulprojekt vor genau zwei Jahren ins Leben gerufen.

Mit einer neunten Klasse der

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