Rudersberg

Unterwegs im Wahlkampf mit Martin Herrmann

87b8adc9-81dc-4f50-9eee-d7d17d1241cb.jpg_0
Martin Herrmann mit Haflinger „Wendy“, Anita Hartmann und seiner dreirädrigen Ape auf Wahlkampftour im Reiterhof Burghöfle. © Ralph Steinemann Pressefoto

Rudersberg. Berührungsängste hat er eher keine. Offen, ohne aufdringlich zu sein, geht der Rudersberger Bürgermeisterkandidat Martin Herrmann bei seiner Wahlkampftour auf die Menschen zu. Stellt sein Anliegen vor, hört aber auch hin. Er liebt den direkten Kontakt. Und der Mann hat selbstironischen Humor, wie seine Wahlkampfslogans zeigen. Und der Hingucker ist sein Wahl-Mobil: die dreirädrige Piaggio Ape aus Mailand.

Egal, wo der parteilose Bürgermeisterkandidat Martin Herrmann auf seiner Tour durch Rudersberg und seine Teilorte Station macht, immer fällt ihm und seiner Familie ein witzig einprägsamer Slogan ein. Vor der Bäckerei Lochmann hieß es „Herrmann backt’s an!“, bei der Metzgerei Hinderer hieß es kurz vor dem Wahltermin am 21. Januar: „Jetzt geht es um die Wurst. Heiße Themen, heiße Würstchen – und der Bürger gibt den Senf dazu.“

„Herrmann glüht fürs Burghöfle“

Vergangenes Wochenende nun parkte Martin Herrmann seine Anfang November in Mailand erstandene Piaggio Ape im Reiterhof Burghöfle zwischen Oberndorf und Klaffenbach. Mit einem Griff die Klappe hoch gemacht, und schon ist das Gefährt eine mobile Punsch- und Glühweinbar. Und der Spruch dazu lautet: „Herrmann glüht fürs Burghöfle“. Seit langem ist Herrmann mit den den Reiterhof betreibenden Hartmanns befreundet. Sein eigener kleiner Hof liegt in Sichtweite gegenüber der Straße. Er erzählt, dass seine Familie selbst zwei Pferde hält. Und ein paar Puten, bis zum Martinitag.

„Wir machen alles aus der Familie heraus“

Dort sind auch die fünf Kinder aufgewachsen, die er mit seiner Frau Heidrun großgezogen hat. Und Familie, das ist dem 54-jährigen Wirtschaftsingenieur ein besonderes Anliegen. Die Kinder im Alter von 19 bis 26 Jahren sind nun alle erwachsen. „Vor fünf Jahren“, so Herrmann, hätte er sich eine Kandidatur wegen der Kinder noch nicht zugetraut. Aber jetzt sind alle mit eingebunden. „Wir machen alles aus der Familie heraus“, erklärt er nicht ohne Stolz. Ein Sohn hat die Homepage gestaltet, und ein Schwiegersohn war für den Flyer zuständig.

Vielleicht ist es das, was ihn bei Gesprächen im Reiterhof sympathisch unangestrengt erscheinen lässt. Da spricht er einen jungen Vater an, der mit seiner kleinen Tochter da ist und auf ein Pony wartet. Der Schlechtbacher bringt die Anliegen und Ansprüche einer nachgewachsenen Generation auf den Punkt. „Man muss sehen, dass diese Region von jungen Familien lebt. Es findet hier ein Umbruch statt“, hat er festgestellt. „Die Älteren gehen weg oder sterben. Es ziehen immer mehr junge Familien hierher.“ Und dann gebe es so kleine, alltägliche Probleme, erzählt der junge Vater, wie „einen Spielplatz, der nicht in Ordnung gehalten wird“. Die Erwartung des Mannes: „Da muss man Vertrauen zurückgewinnen.“

„Man darf nicht außer Acht lassen, wie die Leute hier ticken“

„Die Kinder, die Jugend, das ist der Schatz der Gemeinde“, stimmt Herrmann zu. „Ich weiß das aus meiner Vita.“ Aber er erklärt seinem Gegenüber auch: „Es ist ja gerade die Zeit der Versprechungen. Ich weiß, dass nicht alles verwirklicht werden kann.“ Umso wichtiger will er es mit den Dingen halten, auch den kleinen, von „denen die Bürger hier wirklich etwas haben“. Ja, sagt sein Gesprächspartner, „man darf nicht außer Acht lassen, wie die Leute hier ticken.“ Ein Ratschlag, mit dem Martin Herrmann sicher etwas anfangen kann.


Am liebsten im direkten Kontakt

„Der Kontakt mit den Menschen, das ist mir das Wichtigste“, sagt Martin Herrmann über die Mittel, die er vor allem in seinem Wahlkampf einsetzt. Natürlich hat er einen Flyer über sein Programm hergestellt, auch eine Homepage eingerichtet und einen Facebook-Account. Er sagt aber über diese für ihn zu anonymen neuen Medien: „Das muss ich zugeben, da tu’ ich mich schwer. Das steht meinem direkten Ansatz entgegen.“ Lieber ist er da wacklig nah am rauen Boden mit seiner blauweißen Ape unterwegs.

Den anderen Kandidaten für das Amt des Rudersberger Bürgermeisters wird unsere Redaktion ebenfalls noch beim Wahlkampf über die Schulter schauen.

Wer noch einmal alle Kandidaten gemeinsam und im direkten Vergleich erleben will, hat dazu am Dienstag, 16. Januar, 19.30 Uhr, in der Gemeindehalle in Rudersberg Gelegenheit. Die Schorndorfer Nachrichten beziehungsweise der Zeitungsverlag Waiblingen veranstalten eine Podiumsdiskussion mit musikalischem Rahmenprogramm.