Rudersberg

Vandalismus in Rudersberg: Bürgermeister Raimon Ahrens appelliert an Bürger

Vandalismus HWR Rudersberg
Teile des neuen Bauwerks wurden besprüht, wie hier das Technikgebäude. © Mathias Ellwanger

Mit deutlichen Worten wandte sich Bürgermeister Raimon Ahrens am Dienstagabend an den Gemeinderat. Der Grund: Am neuen Hochwasserdamm zwischen Oberndorf und Rudersberg haben Unbekannte ihr Unwesen getrieben. „Ich weiß, im Moment ist es nicht einfach“, sagte Ahrens, auf die Einschränkungen während der Corona-Pandemie anspielend, „aber da fehlt mir jegliches Verständnis dafür.“

Schmiereien am Rückhaltebecken

Was war passiert? In den vergangenen Tagen wurde auf der Baustelle „wild herumgesprüht“. Schmierereien sind unter anderem auf einem Stromkasten, dem Geländer und dem Technikgebäude des Rückhaltebeckens zu sehen. Außerdem wurde Baumaterial auf dem gesamten Gelände verteilt, unter anderem auch Zementsäcke in die Wieslauf geworfen.

„Wir werden da Anzeigen stellen“, kündigte der Bürgermeister an, auch wenn er nur wenig Hoffnung habe, dass die Übeltäter auch gefunden werden. Wenn das Bauwerk fertig sei, werde der Bereich videoüberwacht. Momentan sei dies aber noch nicht der Fall. „Wenn jemand irgendwo etwas mitbekommen hat, sind wir für Hinweise dankbar.“

Vermüllte Aussichtsplätze

Leider kam es zuletzt nicht nur am Hochwasserrückhaltebecken zu Sachbeschädigungen und Vermüllungen, „auch in anderen Bereichen sehen wir das“, etwa am Schlechtbacher Bänkle. Dort haben Unbekannte Becher, Flaschen und Dosen nach einem Treffen hinterlassen – obwohl Mülleimer vorhanden sind. Außerdem sind Gartenmöbel herumgelegen. Seit ein paar Wochen komme so etwas immer wieder vor, sagt Ortsvorsteher Rudolf Scharer auf unsere Nachfrage. Auch bei den Parkplätzen zur Tennisanlage habe man häufiger Vermüllungen feststellen müssen. Der Ortsvorsteher hatte deshalb kürzlich einen Aufruf im Mitteilungsblatt „Der Büttel“ gestartet, mit der Bitte, doch miteinander ins Gespräch zu kommen. Gefolgt ist diesem Aufruf indes bislang niemand.

Leider, so Bürgermeister Ahrens auf unsere Nachfrage, habe die Gemeinde zuletzt verstärkt festgestellt, dass hübsche Aufenthaltsplätze vermüllt werden. Deshalb appelliert er dringend, diese so zu hinterlassen, wie man sie vorfinden möchte. Es gebe, trotz aller Einschränkungen während der Corona-Pandemie, bessere Möglichkeiten, sich zu beschäftigen, als fremdes Eigentum zu beschädigen, mahnt Ahrens.

Vollsperrung der Brücke missachtet

Auch der Steinenberger Ortsvorsteher Wilfried Hägele schloss sich der Kritik des Bürgermeisters an – und konnte aus seiner Ortschaft von einem ganz anderen Fall von Sachbeschädigung berichten. Seit die Tannbachbrücke erneuert wird und daher der Verbindungsweg nach Steinbruck voll gesperrt ist, musste er nämlich feststellen, dass diese Sperrung vielfach ignoriert wird. Zahlreiche Autofahrer hätten die Baustelle einfach umfahren und dazu den Weg über Privatgrundstücke gewählt. „Da sind regelrecht neue Feldwege erschlossen worden“, so Hägele, der seine Missbilligung über den mangelnden Respekt vor dem Eigentum anderer zum Ausdruck brachte und kein Verständnis zeigte. Denn „dabei ist großer Schaden entstanden“.

Gemeinderätin Lisa-Maria Funke von den Rudersberger Bürgern sprach noch ein weiteres Problem an, das in letzter Zeit vermehrt aufgetreten sei.

Ein Ranger für den Naturpark?

Nämlich der coronabedingte Ansturm auf den Wald und die Feldwege. „Das bleibt nicht ohne Folgen.“ Nicht nur, dass Hunde häufig nicht angeleint unterwegs seien und neue Pfade abseits der offiziellen Wege entstünden. „Viele Hunde verrichten ihr Geschäft auch auf den Wiesen.“ Sie habe das Thema auch schon bei der Unteren Naturschutzbehörde angesprochen und bat die Gemeinde, sie bei dem Thema zu unterstützen. Etwa, indem sie bei Hotspots häufiger nach dem Rechten schaue oder entsprechende Infotafeln aufstellen lasse. Einen Schilderwald wolle zwar niemand, aber „viele wissen gar nicht, dass es ein Betretungsverbot gibt“. Funke könnte sich außerdem eine Art Ranger vorstellen. In der Sache könne man doch auf den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald zugehen.

Diese Idee will die Gemeinde nun aufgreifen. „Wir schauen, was man da machen kann“, sagte Bürgermeister Ahrens, der an die Bürger gerichtet sagte: „Sie können gerne auch an uns zurückmelden, wo es sich häuft.“

Mit deutlichen Worten wandte sich Bürgermeister Raimon Ahrens am Dienstagabend an den Gemeinderat. Der Grund: Am neuen Hochwasserdamm zwischen Oberndorf und Rudersberg haben Unbekannte ihr Unwesen getrieben. „Ich weiß, im Moment ist es nicht einfach“, sagte Ahrens, auf die Einschränkungen während der Corona-Pandemie anspielend, „aber da fehlt mir jegliches Verständnis dafür.“

Schmiereien am Rückhaltebecken

Was war passiert? In den vergangenen Tagen wurde auf der Baustelle

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