Rudersberg

Weshalb das Abwasser in Rudersberg ab 2021 deutlich teurer werden soll

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Die Kosten für die Sanierung der Kläranlage im Wieslauftal schlagen sich ab kommendem Jahr im Abwasserpreis nieder. © Ralph Steinemann Pressefoto

Die Rudersberger dürfen sich auf eine deutliche Steigerung des Abwasserpreises im kommenden Jahr einstellen. Das geht aus den Wirtschaftsplänen für die Eigenbetriebe hervor, die Kämmerer Thomas Krapf jetzt in den Gemeinderat eingebracht hat. Geplant ist demnach eine Erhöhung um 56 Cent auf 2,89 Euro pro Kubikmeter beim Abwasser. Der Wasserpreis soll um fünf Cent steigen auf dann 2,24 Euro pro Kubikmeter. Der Preis für das Niederschlagswasser soll bei unverändert 54 Cent liegen. Ebenso die monatliche Grundgebühr in Höhe von 5,50 Euro.

Große Investitionen in Kläranlage und Kanalsanierungen

„Es ist nie schön, wenn man die Gebühren erhöhen muss“, sagte Bürgermeister Raimon Ahrens in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Aber es ist unsere Aufgabe, für den Erhalt der Infrastruktur zu sorgen.“ Dies ist auch der Grund, weshalb beim Abwasser so deutliche Gebührensteigerungen geplant sind. Allein für das kommende Jahr belaufen sich die Investitionen im Bereich Abwasserbeseitigung auf insgesamt rund 6 Millionen Euro.

„Die Infrastruktur ist zum Teil deutlich sanierungsbedürftig“, sagte Ahrens, „zuvorderst die Kläranlage, die kommendes Jahr mit einem ordentlichen Betrag zu Buche schlagen wird“. Zwar werde der An- und Umbau der zentralen Kläranlage im Wieslauftal, die künftig auch von Althütte genutzt wird, mittelfristig eher zu Einsparungen bei den Kosten führen, „das wird sich aber erst im Wirtschaftsplan 2022 niederschlagen“.

Für die Kläranlage im Wieslauftal sind Gesamtkosten von 6,8 Millionen veranschlagt. Das Projekt wird mit 1,8 Millionen Euro vom Land gefördert. Die Gemeinde hofft noch auf weitere Fördermittel. „Unser Aufstockungsantrag ist abgelehnt worden, wir werden dieses Jahr aber noch einmal Anlauf nehmen beim Regierungspräsidium“, versprach Kämmerer Thomas Krapf.

3 Millionen Euro für den Bau und die Sanierung von Kanälen vorgesehen

Hinzu kommen Investitionen in Neubau, Sanierung und Auswechslungen von Kanälen (für rund 3 Millionen Euro) sowie verschiedene Rückhaltebecken (Kostenpunkt: rund 410 000 Euro). Für das kommende Jahr ist deshalb eine Kreditaufnahme in Höhe von 3,3 Millionen Euro vorgesehen. Damit würde sich die Verschuldung des Eigenbetriebs Abwasserentsorgung weiter erhöhen. Ende 2020 wird sich die Verschuldung auf voraussichtlich 11,44 Millionen Euro bei Banken und 8,29 Millionen Euro bei der Gemeinde belaufen.

Auch beim Eigenbetrieb Gemeindewerke würde es ohne eine Gebührenerhöhung ein Minus in der Bilanz geben. Zu diesem Eigenbetrieb zählen die Wasserversorgung, das kommunale Blockheizkraftwerk, das Hallenbad am Schulzentrum, die gemeindeeigenen Fotovoltaikanlagen sowie die Kommunalwerk Rudersberg, dem das Strom- und Gasnetz gehört. Insbesondere das Hallenbad wird im kommenden Jahr Verluste erwirtschaften (210 000 Euro). Die Überschüsse aus den anderen Betriebszweigen reichen jedoch nicht aus, um die Verluste des Hallenbads auszugleichen.

Außerdem stehen verschiedene Investitionen an. Mehrere Hochbehälter müssen saniert werden, wofür in den kommenden Jahren insgesamt rund 2,25 Millionen Euro veranschlagt sind.

Künftig will die Gemeinde mehr Eigenwasser nutzen

Rudersberg will künftig auch mehr Eigenwasser fördern und aufbereiten. Geplant ist deshalb (gemeinsam mit Berglen) ein Wasserwerk Süd in der Nähe von Asperglen, Kostenpunkt: 1,42 Millionen Euro. Hier gibt es bereits einen Tiefbrunnen. Künftig sollen weitere Quellen erschlossen und Trinkwasser aufbereitet werden. „Davon versprechen wir uns einen Mehrwert vor allem bei der Versorgungssicherheit“, sagte Krapf. Die Gemeinde werde dadurch außerdem unabhängiger vom Fernwasser der Landeswasserversorgung – und könne gemeinsam mit der Nachbarkommune ein solches Werk auch wirtschaftlich betreiben.

Für die kommenden Jahre geplant ist zudem ein Wasserwerk Nord im Hauptort Rudersberg (voraussichtliche Kosten: 1,5 Millionen Euro ab 2022). Auch hier soll ein bestehender Tiefbrunnen ausgebaut, weitere Quellen erschlossen und das Wasser aufbereitet werden. „Ich halte es für zwingend erforderlich, dass man sich mit diesen Dingen beschäftigt“, betonte Krapf.

Darüber hinaus stehen verschiedene Leitungserneuerungen und -auswechslungen an, die allein kommendes Jahr mit rund 615 000 Euro zu Buche schlagen. Insgesamt sind 2021 in Rudersberg 2,4 Millionen Euro an Investitionen in die Wasserversorgung geplant. Finanziert werden soll das mit Krediten in Höhe von knapp 2 Millionen Euro. Damit würde auch bei dem Eigenbetrieb Gemeindewerke die Verschuldung steigen, die sich Ende 2020 auf rund 5,2 Millionen Euro bei Banken und knapp 250 000 Euro bei der Gemeinde belaufen wird.

Weshalb beim Wasserpreis nur eine moderate Erhöhung geplant ist

Warum der Wasserpreis steigen soll, erklärte Kämmerer Krapf wie folgt: Neben dem Defizit beim Hallenbad werden die Wasserbezugskosten steigen, die Personalkosten und die Körperschaftssteuer ebenfalls. Würde die Wassergebühr von 2,19 Euro pro Kubikmeter beibehalten, dann hätten die Gemeindewerke 2021 folglich keinen ausgeglichenen Haushalt, sondern einen Verlust von 50 000 Euro. Deshalb soll der Bezugspreis um fünf Cent erhöht werden. Damit würde sich der Verlust zumindest um die Hälfte reduzieren.

Mit Blick auf die anstehende deutliche Erhöhung beim Abwasser wolle die Verwaltung die Erhöhung hier etwas moderater halten und die erwarteten Verluste mit Gewinnen aus den Vorjahren ausgleichen.

„Wenn die Eigenbetriebe nicht in einen Sanierungsstau kommen wollen, führt kein Weg an Gebührensteigerungen vorbei“, sagte Krapf. „Mir wär’s wohler, wenn ich Ihnen niedrige Werte vorschlagen würde, aber es wäre auch unehrlich.“

Beschlossen ist die Gebührenerhöhung indes noch nicht. Am kommenden Dienstagabend wird sie nichtöffentlich im Verwaltungsausschuss vorberaten. Am Dienstag, 8. Dezember, wird der Gemeinderat dann öffentlich darüber entscheiden.

Die Rudersberger dürfen sich auf eine deutliche Steigerung des Abwasserpreises im kommenden Jahr einstellen. Das geht aus den Wirtschaftsplänen für die Eigenbetriebe hervor, die Kämmerer Thomas Krapf jetzt in den Gemeinderat eingebracht hat. Geplant ist demnach eine Erhöhung um 56 Cent auf 2,89 Euro pro Kubikmeter beim Abwasser. Der Wasserpreis soll um fünf Cent steigen auf dann 2,24 Euro pro Kubikmeter. Der Preis für das Niederschlagswasser soll bei unverändert 54 Cent liegen. Ebenso die

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