Rudersberg

Weshalb Rudersberg ein Radwege-Konzept entworfen hat, dieses aber nicht umsetzen kann

Radwegenetz
Die Gemeinde will das Radwegenetz verbessern, stößt dabei aber auf rechtliche Grenzen und kann kein durchgängiges Netz aufbauen Die Gehwege zwischen Jakob-Dautel-Straße und Brühlstraße werden mit der Zusatztafel „Radfahrer frei“ beschildert. © ALEXANDRA PALMIZI

Seit mehreren Jahren ist man in Rudersberg bestrebt, das Radwegenetz zu verbessern. Doch noch immer bleiben die Radwege im Wieslauftal eher Stückwerk. Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern.

Das liegt zum einen daran, dass es der Gemeinde nicht gelungen ist, Grundstücke zu erwerben. Deshalb kann etwa der bereits beschlossene Ausbau des Weges entlang der Wieslauf als Geh- und Radweg doch nicht umgesetzt werden.

Zum anderen sind daran die höheren politischen Ebenen und rechtlichen Vorgaben schuld. Im Arbeitskreis „Radverkehr“ wurde zuletzt beschlossen, weitere Straßen und Wege zu kennzeichnen und auszuweisen. Im April hat die Gemeinde ihre Wünsche bei der dafür zuständigen Straßenverkehrsbehörde beim Landratsamt gemeldet.

„Rechtlich haben wir leider nur wenig Spielraum“, sagt Ahrens

„Wir haben versucht, einige Verbesserungen zu erreichen, Gespräche mit dem Arbeitskreisverkehr geführt, haben es geplant und beantragt“, sagte Bürgermeister Raimon Ahrens dazu in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Im September habe es dann einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern von Landratsamt, Regierungspräsidium und der Polizei gegeben. Das Ergebnis war mehr als ernüchternd. Denn es hat sich gezeigt: „Rechtlich haben wir leider nur wenig Spielraum für unsere Pläne.“ Sprich:

  • Der Weg zwischen dem Bürgerhaus Schlechtbach und der Gaststätte Sonne kann nicht als Geh- und Radweg ausgewiesen werden. Grund sind die Parkplätze am Hotel Sonne, die Bushaltestelle sowie die teils zu geringe Gehwegbreite.
  • Auch der Bereich zwischen der Einmündung in die Jakob-Dautel-Straße und dem Parkplatz der Firma Cratoni kann nicht als Geh- und Radweg ausgewiesen werden. Denn am Bahnübergang ist der Gehweg zu schmal – und kann wegen der vorhandenen Schranken auch nicht verbreitert werden.
  • Die geplante Fahrradschleuse im Bereich der Firma Cratoni vom Gehweg über die Fahrbahn Richtung Ortsmitte kann ebenfalls nicht angelegt werden. Unter anderem, weil die Landesstraße an dieser Stelle nicht breit genug ist und sich in unmittelbarer Nähe eine Linksabbiegerspur befindet.
  • Auch der Gehweg zwischen der Straße „Am Burren“ und „Fuchshau“ verfügt nicht über die notwendige Breite von 2,50 Meter. Dasselbe gilt für die geplante Fahrradschleuse im Bereich „Fuchshau“.
  • Lediglich an den Gehwegbereichen zwischen der Jakob-Dautel-Straße und der Brühlstraße sowie zwischen der Straße „Am Burren“ und „Fuchshau“ könnte der Gehweg die Zusatztafel „Radfahrer frei“ bekommen.

„Ich würde mir etwas mehr Pragmatismus vom Land in der Auslegung der Rechtslage wünschen“, kommentierte das Bürgermeister Ahrens in der Ausschusssitzung. „Sonst werden Radwege im bebauten Gebiet unmöglich.“ Natürlich müsse man als Kommune die geltende Rechtslage akzeptieren. Er würde es aber begrüßen, wenn rechtliche Möglichkeiten geschaffen werden, die Verbesserungen auf kommunaler Ebene ermöglichen. Jetzt könne man zwar an der Jakob-Dautel-Straße Verbesserungen erreichen, aber leider kein durchgängiges Konzept durchsetzen. „Wir behalten die Situation aber im Auge. Wenn sich Möglichkeiten zum Handeln ergeben, werden wir schauen, was sich machen lässt.“

Nur Bruchstücke - das ist es, worüber sich Radfahrer am meisten ärgern

Wolfgang Bogusch (Rudersberger Bürger) hielt es für „wirklich sehr ärgerlich, dass es so auf das Erbsenzählen hinausläuft“. Zum Teil seien Verbesserungen ja nur verhindert worden, weil ein paar Zentimeter gefehlt hätten. „Ich bin ziemlich frustriert, es wäre ein gutes Konzept gewesen.“ Bogusch ärgerte sich außerdem darüber, dass die Gemeinde für das Konzept einen Gutachter zurate gezogen hat, der mit den Gesetzen wohl nicht so vertraut war. „Das ist doppelt schade. Aber machen können wir nichts. Das, was wir kriegen, nehmen wir, den Rest müssen wir schlucken.“

Sein Fraktionskollege Bernhard Dittl bezeichnete die Ergebnisse als „sehr, sehr enttäuschend“. Man sei auf dem Weg zu einem durchgängigen Radwegekonzept gewesen, „jetzt haben wir nur zwei Bruchstücke - und das ist das, worüber man sich als Radfahrer am meisten aufregt“.

Einstimmig beschloss das Gremium schließlich die Beschilderung der beiden zulässigen Gehwegbereiche.

Seit mehreren Jahren ist man in Rudersberg bestrebt, das Radwegenetz zu verbessern. Doch noch immer bleiben die Radwege im Wieslauftal eher Stückwerk. Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern.

Das liegt zum einen daran, dass es der Gemeinde nicht gelungen ist, Grundstücke zu erwerben. Deshalb kann etwa der bereits beschlossene Ausbau des Weges entlang der Wieslauf als Geh- und Radweg doch nicht umgesetzt werden.

Zum anderen sind daran die höheren politischen Ebenen und

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