Rudersberg

Wie drei FSJler Schüler in Rudersberg während der Corona-Pandemie unterstützen

FSJler
Haben trotz widriger Bedingungen positive Erfahrungen mit ihrem FSJ in Rudersberg gemacht (von links): Philipp Simon Schnötzinger, Saskia Behrend und Jana Grözinger. © ALEXANDRA PALMIZI

Sie wollten nach ihrem Schulabschluss nicht gleich in die Ausbildung oder ein Studium einsteigen und zunächst etwas Sinnvolles, etwas Soziales machen, sich auch ein Stück weit beruflich orientieren. Seit Beginn des Schuljahres unterstützen Jana Grözinger (19), Philipp Simon Schnötzinger (16) und Saskia Behrend (19) in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) Mädchen und Jungen am Schulzentrum Rudersberg.

Vieles ist dabei anders gekommen als geplant. Regulärer Unterricht hat wegen der Corona-Pandemie schon lange nicht mehr stattgefunden. Viele Schüler haben seit Monaten nicht mehr das Schulgelände betreten. Als sich die drei kurz nach Mittag zum Termin mit der Zeitung treffen, wirkt das Gelände wie ausgestorben.

Was aber nicht heißt, dass die drei nichts zu tun hätten momentan. Im Gegenteil: „Die FSJler sind eine ganz große Hilfe“, sagt Schulsozialarbeiterin Kim Pfisterer. „Wir wären in der Pandemie aufgeschmissen gewesen ohne sie.“ Dabei haben die drei das, was ursprünglich geplant war, coronabedingt nur zum Teil machen können.

Einsatz in der Notbetreuung während der Schulschließung

Die 19-jährige Jana etwa absolviert ihr FSJ eigentlich im Bereich Sport und Schule. Den Bereich Sport konnte sie jedoch nur bis November wahrnehmen. Seitdem ist sie ausschließlich im schulischen Bereich tätig, hat die Lehrer im Unterricht und bei der Notbetreuung unterstützt.

Der 16-jährige Philipp Simon, der von allen nur Simon genannt wird, macht sein FSJ im Bereich Kernzeit und Ganztagsbetreuung, wo er unter anderem für die Hausaufgabenbetreuung bei den Erstklässlern zuständig sein soll. Doch beides, Kernzeit und Ganztagsschule, findet im Moment gar nicht statt. Auch er kommt daher in der Notbetreuung zum Einsatz.

Die 19-jährige Saskia hat für ihr FSJ den Bereich der Schulsozialarbeit gewählt. Doch nur zu Beginn des Schuljahres konnte diese regulär arbeiten. Bereut hat sie die Entscheidung aber nicht. „Ich wollte etwas Soziales machen“, sagt sie, „und nach einem Praktikum im Kindergarten auch mal mit älteren Schülern arbeiten.“ Ganz bewusst auch mit solchen, die Probleme haben. Obwohl vieles, wie die AGs, der Schülertreff oder die Chill-Lounge, gerade nicht erlaubt und Schulsozialarbeit daher nicht einfach ist, kann sie sich vorstellen, in diesem Bereich auch künftig zu arbeiten. Ein Studium auf Grundschul-Lehramt oder Kindheits-Pädagogik – beides wäre für sie im Anschluss an das Soziale Jahr denkbar. Denn das hat ihr bei der Tätigkeit an der Schule sehr zugesagt: „Dass man den Kindern etwas erklärt, sie unterstützt und sehen kann, wie sie sich entwickeln.“

Das beschreibt auch Simon als bereichernd. Zu sehen, wie sie kreativ werden, Kontakte entwickeln, lesen und schreiben lernen. „Und auch, dass wir dabei helfen können, dass sie sich in dieser Situation besser fühlen.“ Denn Kinder seien ganz klar die Leidtragenden in der Corona-Pandemie. Insbesondere für die Erstklässler sei es „gar keine gute Lernsituation“.

Vor allem die Erstklässler leiden unter der Corona-Situation

Ein Eindruck, den Schulsozialarbeiterin Kim Pfisterer aus der Notbetreuung bestätigen kann: „Die Konzentration lässt allmählich nach, viele sind hibbelig.“ Der Fokus liege daher nicht mehr nur auf der Wissensvermittlung. „Wir gehen oft raus, damit sie nicht am Rad drehen.“ Als Ansprechpartnerin seien sie und ihre Kollegin Eveline Luz gerade sehr gefragt – und erreichbar per Telefon, aber auch über soziale Medien wie Instagram. Auf Abstand seien Treffen nach wie vor möglich. „Kinder, die Bedarf haben, können in die Schule kommen oder sich draußen mit mir treffen.“

Auch positive Erfahrungen gemacht in dieser schwierigen Zeit

Die FSJlerin Jana sieht vor allem die Erst- und Fünftklässler gerade im Nachteil. Denn sie konnten sich als Klassengemeinschaft gar nicht richtig finden. Auch hätten die ganz Jungen einen schlechten Start in ihr Schulleben gehabt – und keine richtige Routine beim Lernen entwickeln können. Dennoch nimmt sie aus ihrer Arbeit auch sehr viel Positives mit. Etwa „die Freude der Kinder, wenn wir kommen. Oder wenn sie etwas erzählen, auf das sie ganz stolz sind“.

Außerdem hat sie während des Sozialen Jahres einen Übungsleiterlehrgang gemacht, kann also im Sportverein künftig als Trainerin arbeiten. Und sie weiß auch schon, wie es danach beruflich für sie weitergeht. Die 19-Jährige will eine Ausbildung als Kauffrau im Gesundheitswesen machen.

"Jeder sollte diese Option nutzen", findet die FSJlerin Jana

Auch Simon hat schon einen Plan, wird im nächsten Schuljahr an der Johann-Philipp-Palm-Schule in Schorndorf das Kaufmännische Berufskolleg im Bereich Fremdsprachen besuchen. Der 16-Jährige wollte mit seinem FSJ unter anderem testen, wo seine Stärken liegen – und kann sich gut vorstellen, nach dem Kolleg in diesem Bereich beruflich Fuß zu fassen.

Grundsätzlich können die drei Freiwilligen allen nur empfehlen, nach der Schule einen Freiwilligendienst zu machen. „Jeder sollte diese Option nutzen“, findet Jana.

Sie wollten nach ihrem Schulabschluss nicht gleich in die Ausbildung oder ein Studium einsteigen und zunächst etwas Sinnvolles, etwas Soziales machen, sich auch ein Stück weit beruflich orientieren. Seit Beginn des Schuljahres unterstützen Jana Grözinger (19), Philipp Simon Schnötzinger (16) und Saskia Behrend (19) in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) Mädchen und Jungen am Schulzentrum Rudersberg.

Vieles ist dabei anders gekommen als geplant. Regulärer Unterricht hat wegen der

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