Rudersberg

Wie es bei der Bürgerbeteiligung in Rudersberg jetzt weitergeht

Rudersberg_Backhäuser
Fanden viele Bürger positiv für den Zusammenhalt: Die Nacht der Backhäuser im Sommer 2019. © Gabriel Habermann

Rund 20 Bürger haben dieses Woche am vorläufigen Abschluss der digitalen Bürgerbeteiligung in Rudersberg unter dem Stichwort „Ländlicher Raum für Zukunft“ teilgenommen. Insgesamt sieben thematische Gruppen haben dabei vorgestellt, wo sie in ihrer Gemeinde Handlungsbedarf sehen – und was sie dafür zu tun gedenken.

Vieles davon überschneide sich thematisch mit Projekten, die im Rathaus bereits diskutiert würden, sagt Bürgermeister Raimon Ahrens, der sich bislang aus dem Prozess herausgehalten hat, um eine möglichst offene Diskussion zu ermöglichen. Es seien aber auch neue Impulse gesetzt worden. „Es gilt nun, das Engagement und das Feuer in die konkrete Projektarbeit zu überführen, um den Schwung mitzunehmen“, sagt Ahrens. Die Gemeinde werde dazu nun das Gespräch mit den Bürgern suchen.

Bessere Radwege, Unterstützung für Vereine und mehr Zusammenhalt im Ort

So sei der Wunsch nach besseren Radwegeverbindungen in der Gemeinde bereits in der Verwaltung diskutiert worden. „Wir wollen den Arbeitskreis Radverkehr demnächst einladen, um gemeinsam die Strecken abzufahren“, sagt der Bürgermeister.

Auch bei einer angedachten Ehrenamtsbörse und der besseren Vernetzung der Ortsteile wolle die Gemeinde behilflich sein, wobei gemeinsame Veranstaltungen eine große Rolle spielen, die in diesem Jahr indes eher noch nicht möglich seien.

Bei der für das kommende Jahr wieder geplanten Nacht der Backhäuser, die seitens der Bürger vielfach gerühmt wurde, „wollen wir möglichst viele mit ins Boot nehmen“. Im Gespräch sei auch eine Neuauflage der Heimattage, die früher alle fünf Jahre stattgefunden haben. „Wir wollen das zum 50-jährigen Jubiläum der Gemeinde im Jahr 2024 neu aufleben lassen“, sagt Ahrens. Kommendes Jahr soll dazu eine Arbeitsgruppe gebildet werden. Die Leitfrage werde dabei lauten: „Was macht Heimat aus – und wie wollen wir das gestalten?“

Großes Interesse an Naherolung und Kultur

Nach bald anderthalb Jahren Corona-Pandemie standen bei dem Beteiligungsprozess unter anderem die Themen Naherholung, Kultur und Vereine im Mittelpunkt. Für Ahrens war das nicht überraschend, denn „da war vieles zuletzt ausgebremst“.

Bei der Förderung und Vernetzung der durch die Pandemie teils arg gebeutelten Vereine und der damit verbundenen offenen Jugendarbeit will die Gemeinde deshalb die Bürger aktiv unterstützen. Noch in diesem Sommer sollen dazu Gespräche mit den wichtigen Akteuren stattfinden.

Gemeinde wird Bürger bei Vorhaben unterstützen

Am Thema Mountainbike-Trail sei die Verwaltung bereits dran, sagt Ahrens. Hier gebe es regelmäßige Treffen. Auch bei der Förderung der Kultur, insbesondere des ehemaligen Atom-Bunkers unter dem Schulzentrum, der zu einem Veranstaltungsort werden soll, sei man bereits aktiv. „Wir wollen schauen, welche Möglichkeiten es da gibt, an die Initiative anzudocken.“

Nicht zuletzt sei auch die Naherholung „ein Dauerthema“, dessen Weiterentwicklung die Gemeinde gemeinsam mit den Bürgern gestalten möchte.

„Überraschend und spannend“ fand der Bürgermeister, mit welcher Detailtiefe die am Bürgerbeteiligungsprozess beteiligten Gruppen teils bereits ihre Themen erarbeitet hätten. „Das hat mich sehr gefreut.“ Ahrens stellt deshalb klar, dass die Gemeinde hier lediglich unterstützend tätig werde, wenn das auch gewünscht sei.

Die Projekte würden nun weiter begleitet von dem Bündnis Ländlicher Raum. Es berate, welche Ideen wie bei der Umsetzung gefördert werden können. „Das kann bei einzelnen Projekten noch mal einen gewissen Schub auslösen“, hofft Ahrens.

Klimamanager Scharer wird die Projekte weiter begleiten

Seitens der Gemeinde wird weiterhin Rudolf Scharer die Gruppen begleiten. „In der Startphase der Realisierung bin ich noch eingebunden“, sagt Rudersbergs Klimamanager. Im weiteren Verlauf komme es darauf an, welche Anforderungen die einzelnen Gruppen haben. Je nach Bedarf könne er dann die Begleitung zum Beispiel an bestimmte Fachbereiche übertragen. „Wir sind da relativ flexibel, das muss man sehr individuell handhaben.“

Zunächst müsse man jetzt aber schauen, wie die Arbeit möglichst systematisch fortgeführt werden kann. „Ich hoffe, dass wir dann das eine oder andere Projekt auch realisieren können“, sagt Scharer.

Rund 20 Bürger haben dieses Woche am vorläufigen Abschluss der digitalen Bürgerbeteiligung in Rudersberg unter dem Stichwort „Ländlicher Raum für Zukunft“ teilgenommen. Insgesamt sieben thematische Gruppen haben dabei vorgestellt, wo sie in ihrer Gemeinde Handlungsbedarf sehen – und was sie dafür zu tun gedenken.

Vieles davon überschneide sich thematisch mit Projekten, die im Rathaus bereits diskutiert würden, sagt Bürgermeister Raimon Ahrens, der sich bislang aus dem Prozess

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