Rudersberg

Wie es nach "Hello Fiber"-Aus in Rudersberg mit dem Breitbandausbau weitergeht

HelloFiber
Noch im Sommer warb "Hello Fiber" in Rudersberg um Kunden. © Gaby Schneider

Noch Mitte Dezember haben Vertreter von „Hello Fiber“ im Rathaus ihr neues Vertriebsteam vorgestellt, Freigaben für Verteilerkästen erhalten, Termine für Infoveranstaltungen geplant. „Der Ausbaustopp kam dann für uns komplett aus dem Nichts“, sagt Raimon Ahrens, Bürgermeister von Rudersberg. „Es gab keine Anzeichen dafür, dass sie nicht planen, weiterzubauen.“

Wieso erfolgte ein Ausbaustopp?

Nachdem erste Gerüchte die Runde machten und die Schorndorfer Nachrichten darüber berichteten, wurde er auch der Gemeinde offiziell bestätigt. Die Entscheidung, den gesamten Ausbau in Deutschland zu stoppen, wurde demnach in der Londoner Konzernzentrale von Liberty Global getroffen, zu dem die Marke "Hello Fiber" gehört. Als Gründe seien in dem Schreiben an die Gemeinde „geänderte makroökonomische Bedingungen“ genannt worden. Offenbar wird „Hello Fiber“ nun abgewickelt, als Ansprechpartner wurde der Gemeinde bereits ein Insolvenzverwalter genannt.

Was sagt „Hello Fiber“ dazu?

Von einem Ausbaustopp ist auf der Internetseite von „Hello Fiber“ noch nichts zu sehen. „Erlebe jetzt das lichtschnelle Internet, das alles mitmacht“, preist der Anbieter sein Breitbandangebot dort an. Interessierte können noch einen Anschluss in Rudersberg buchen. Auch gibt es von Unternehmensseite bislang keine Informationen an die Kunden oder die Presse über den Ausbaustopp. Eine Anfrage der Schorndorfer Nachrichten an den CEO Christian Böing von Mittwoch blieb bislang unbeantwortet.

Welche Fragen sind jetzt noch offen?

Zwischen der Gemeinde und „Hello Fiber“ wurde 2022 lediglich eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben. Diese besagt, dass der Anbieter das Netz eigenwirtschaftlich ausbaut und bis 2024 einen Vollausbau anstrebt. „Wir als Gemeinde haben versprochen, das zu unterstützen bei der Erteilung von Genehmigungen, bei der Koordination im Ort oder bei der Durchführung von Infoverstaltungen“, so Bürgermeister Ahrens. „Der Gemeinde entstand also kein monetärer Schaden.“

Der konkrete Ausbau, der im Teilort Krehwinkel begonnen hat, wurde von „Hello Fiber“ gemeinsam mit einem Bauunternehmen durchgeführt. Diese beiden Partner müssen nun klären, wie die Kosten übernommen werden. Wichtig für die Gemeinde und die Bürger sei zudem: „Wer ist Ansprechpartner für Gewährleistungsfragen, wenn sich etwas als schadhaft herausstellt?“ Auch müsse geklärt werden, wie mit dem bereits Gebauten umgegangen wird. Hier könne die Gemeinde aber maximal vermittelnd tätig werden, da ihr die Infrastruktur nicht gehört. Der konkrete Ausbauplan in Krehwinkel liege derzeit noch nicht vor.

„Es ist uns ein großes Anliegen, dass "Hello Fiber" transparent auf Kunden zugeht, die bereits Verträge abgeschlossen haben“, betont Bürgermeister Ahrens. Wobei er davon ausgehe, dass die geschlossenen Verträge als hinfällig zu betrachten seien, da der Geschäftspartner in absehbarer Zeit nicht mehr existiere.

Hätte man hellhöriger sein müssen?

„Natürlich schaut man noch mal genauer hin, aber ist gut angelaufen, es gab viele Gespräche und einen engen Austausch.“ Bei zukünftigen Angeboten werde man aber nach dieser Erfahrung vorsichtiger sein. Ziel sei es nach wie vor, bestmöglich einen flächendeckenden und zügigen Ausbau für Rudersberg zu erreichen.

Wie geht es in Rudersberg jetzt weiter?

Kommende Woche stehen erst einmal Gespräche mit der Telekom an. Das Unternehmen will nämlich im gesamten Kernort Breitband verlegen. Außerdem hat es den Zuschlag für die Schulanschlüsse erhalten. „Vielleicht ergeben sich hier ja Synergieeffekte.“ Es sei schade, dass es mit „Hello Fiber“ nicht geklappt habe mit dem Ausbau in der Breite, „aber wir arbeiten an einer Alternativlösung“.

Unterm Strich habe der frühe Ausbaustopp für die Gemeinde aber auch sein Gutes. „Es sind keine großen Schäden entstanden und nur wenige Straßenzüge betroffen.“ Auch sei die Gemeinde nach wie vor im Besitz ihrer eigenen Leerrohrinfrastruktur. „Es gab hier Gespräche mit Liberty, aber es wurden zum Glück keine Verträge geschlossen“, so Ahrens erleichtert.

Noch Mitte Dezember haben Vertreter von „Hello Fiber“ im Rathaus ihr neues Vertriebsteam vorgestellt, Freigaben für Verteilerkästen erhalten, Termine für Infoveranstaltungen geplant. „Der Ausbaustopp kam dann für uns komplett aus dem Nichts“, sagt Raimon Ahrens, Bürgermeister von Rudersberg. „Es gab keine Anzeichen dafür, dass sie nicht planen, weiterzubauen.“

Wieso erfolgte ein Ausbaustopp?

Nachdem erste Gerüchte die Runde machten und die Schorndorfer

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper