Rudersberg

Wie Kita-Kinder Arbeitswelten bei der Rudersberger Firma Weru erkunden

Tüftlertag Weru
Ganz einfach: Das Windeisen immer weiter drehen und schon erhält der Metalldraht ein Gewinde. Der Tüftler- und Forscherinnentag bei Weru eröffnet spannende Einblicke ins Handwerk. © Tom Perper/Element-I-Bildungsstiftung

Acht Kinder aus dem evangelischen Kinderhaus Pusteblume gehörten zu den insgesamt fast 700, die in dieser Woche beim landesweiten Tüftler- und Forscherinnentag Unternehmensluft schnuppern konnten. Sie waren zu Gast beim Fenster- und Haustürenproduzenten Weru in Rudersberg. Was war dort geboten?

Samuel Burkhardt, Ausbilder für den gewerblichen Bereich beim Fenster- und Türenhersteller Weru in Rudersberg, ist in seinem Element: „Ich möchte Freude am Beruf vermitteln“, sagt er. Das gelingt ihm nicht nur bei seinen Auszubildenden, angehenden Konstruktionsmechanikern.

Auch bei den jungen Gästen springt der Funke über. Sie sind begeistert, wenn es Action gibt: Sie dürfen im Kleinteillager mit der Hebebühne ganz nach oben fahren oder im Hubsteiger, dem „Dino“, gut angegurtet etwas Karussellgefühl genießen.

„Ich habe sooo schnell gebohrt!“

Doch es wird auch gearbeitet. „Wir stellen heute ein keines Vorhängeschloss her“, erklärt der Ausbilder und verteilt die Materialien. Jedes Kind erhält einen kleinen Metallkubus und einen dicken Metalldraht. Die Kinder bilden drei Gruppen und machen sich mit ihren Betreuern, den Auszubildenden, auf den Weg an die Maschinen. Gebannt steht eine Dreiergruppe vor der Bohrmaschine, mit der sie nun ein Loch in ihr Metallstück bohren werden. Dazu müssen sie den Hebel rechts an der Maschine kräftig runterdrücken, um den Bohrkopf auf das eingespannte Werkstück abzusenken. Trotz Schutzverkleidung fliegen einzelne Alu-Späne durch die Luft. Gut, dass alle Schutzbrillen tragen. „Das sieht aus wie ein Tornado“, meint Julian* und ergänzt stolz: „Ich habe das sooo schnell gebohrt. Ich habe ganz viel Kraft!“

Ein Gewinde schneiden

Jetzt kommt der Metalldraht dran. Der Ausbilder hilft Henry ihn in einen Schraubstock einzuspannen und mit Öl zu benetzen. Auch auf das sogenannte Windeisen gibt Henry einen Tropfen Öl. Dann schneidet er damit ein Gewinde in den Metallstift. Dazu muss er das Windeisen immer im Kreis drehen. „Jetzt muss ich sehen, ob die Mutter da drauf geht“, sagt er, als er fertig ist, und jubelt, als sie passt.

Unterdessen sitzen Mona und Maximilian an der Fräse und schauen, wie sich das Werkzeug voll automatisch seitlich in ihre Metallblöcke frisst. „Wozu ist denn das Wasser da?“, wollen sie wissen, als sie den Kühlschmierstoff entdecken, der verhindert, dass das Metall zu heiß wird.

Die Mädchen und Jungen lernen noch einige weitere Werkzeuge kennen, wie die Biegemaschine und das Sandstrahlgerät, bevor ihr Schloss fertig ist, das sie dann stolz mit nach Hause nehmen. Erzieherin Heike Egger ist begeistert: „Das ist wirklich etwas Besonderes hier für die Kinder. Gerne würden wir mit weiteren Gruppen kommen.“

Kindern Handwerk & Technik nahebringen

Solche Erlebnisse wie hier bei Weru soll der Tüftler- und Forscherinnentag vielen Kindern ermöglichen. Er findet jedes Jahr in Baden-Württemberg am zweiten Dienstag im November statt. Die Element-I-Bildungsstiftung aus Stuttgart organisiert den Aktionstag.

„Wir freuen uns, wenn auch nächstes Jahr wieder viele Unternehmen aus Naturwissenschaft, Technik und Handwerk mitmachen und die Kinder in ihre Arbeitswelten eintauchen lassen“, sagt Projektkoordinatorin Sabine Sauer.

Weitere Infos zur Stiftung gibt es online unter der Adresse: www.element-i-bildungsstiftung.de.

*Anmerkung der Redaktion: Auf Wunsch der Erzieherinnen wurden alle Namen der teilnehmenden Kinder geändert.

Acht Kinder aus dem evangelischen Kinderhaus Pusteblume gehörten zu den insgesamt fast 700, die in dieser Woche beim landesweiten Tüftler- und Forscherinnentag Unternehmensluft schnuppern konnten. Sie waren zu Gast beim Fenster- und Haustürenproduzenten Weru in Rudersberg. Was war dort geboten?

Samuel Burkhardt, Ausbilder für den gewerblichen Bereich beim Fenster- und Türenhersteller Weru in Rudersberg, ist in seinem Element: „Ich möchte Freude am Beruf vermitteln“, sagt er. Das

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