Rudersberg

Wiesel fährt ab Montag wieder

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Einen Monat lang fuhren im Wieslauftal, wie hier beim Miedelsbacher Bahnhof, nur Baufahrzeuge auf den Schienen. Ab Montag verkehrt wieder wie gewohnt der Zug. © Schneider/ZVW

Rudersberg/Schorndorf. In den vergangenen Wochen haben der Zweckverband Wieslauftalbahn und die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft auf der Wiesel-Strecke Weichen ausgetauscht oder Teile davon erneuert. Die Fahrgäste mussten in dieser Zeit mit dem Bus als Ersatzverkehr vorliebnehmen, was laut WEG bis auf wenige Ausnahmen gut funktioniert hat. Ab Montag verkehrt die Wieslauftalbahn wieder planmäßig.

„Wir sind pünktlich fertig“, sagt Jens-Ulrich Beck von der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft (WEG). Der Prokurist hat beim Betreiber der Wieslauftalbahn die Verantwortung für das operative Geschäft. Vor vier Wochen, am 26. Juli, hatten die Bauarbeiten an der 11,5 Kilometer langen Strecke begonnen. Seitdem war die komplette Strecke gesperrt. Auf einer – bis auf kurze Abschnitte in manchen Bahnhöfen – eingleisigen Trasse sei das leider nicht anders möglich, erklärt Jens-Ulrich Beck.

Als Ersatz verkehrten auf der Strecke zwischen dem Schorndorfer Bahnhof und den Stationen bis Rudersberg-Oberndorf Busse. „Das lief in diesem Jahr weitgehend zufriedenstellend“, so Jens-Ulrich Beck. Vereinzelt habe es Probleme am Übergang von den Regionalzügen auf die Ersatz-Busse in Schorndorf gegeben, was auch zu Beschwerden von Fahrgästen geführt habe.

Ersatzverkehr soll besser werden

Grund seien Verspätungen der Regionalzüge der Deutschen Bahn gewesen. Diese seien beim normalen Wiesel-Zugverkehr kein so großes Problem, weil die Züge länger warten könnten als die Busse. Sie bräuchten für die Strecke länger als der Wiesel und wenn sie zu lange in Schorndorf stünden, gebe es Probleme mit der Gesamtfahrzeit und den Anschlüssen an andere Buslinien.

So war, wenn ein Regionalzug in Schorndorf eine zu große Verspätung hatte, der Schienenersatz-Bus schon abgefahren und die Wiesel-Fahrgäste mussten auf den nächsten warten. Bei den nächsten Baumaßnahmen, so verspricht Jens-Ulrich Beck, wolle man in diesem Punkt beim Ersatzverkehr besser werden.

Außerhalb der Ferien rund 4000 Fahrgäste täglich

Baumaßnahmen an der Wieselstrecke führt die WEG immer in den Ferien durch, weil dann weniger Fahrgäste unterwegs sind. Die größten Gruppen der insgesamt rund 4000 Fahrgäste, die täglich auf der Wieslauftalbahn unterwegs sind, seien Berufspendler und Schüler, so Jens-Ulrich Beck.

Die jetzt abgeschlossenen Baumaßnahmen drehten sich vor allem um den Austausch von in die Jahre gekommenen Weichen. Drei in Rudersberg und zwei in Miedelsbach wurden komplett ausgetauscht, in Schlechtbach bei zweien der Schwellensatz erneuert. „Die Weichen waren noch nicht kaputt“, sagt WEG-Prokurist Beck und betont: „Wir machen eine vorausschauende Instandhaltung und warten nicht, bis etwas kaputtgeht.“ Aber die Weichen seien deutlich über 20 Jahre alt und der vorausgeplante Zyklus für den Austausch sei durchlaufen gewesen.

Technische Ausfälle "deutlich seltener" als bei der Deutschen Bahn

Störungen auf der Wieselstrecke durch technische Ausfälle seien wegen der „vorausschauenden Instandhaltung“ Einzelfälle, die selten vorkämen – „deutlich seltener“ als bei den Strecken der Deutschen Bahn. Eine Störungs-Statistik für die Wieslauftalbahn gebe es nicht, sagt Jens-Ulrich Beck. Das will er als Hinweis darauf verstanden wissen, dass so eine Statistik gar nicht notwendig ist, weil es keine nenneswerte Zahl an Störungen gibt.

Die WEG betreibt die Wieselstrecke im Auftrag des Zweckverbands Wieslauftalbahn, in dem die Gemeinde Rudersberg, die Stadt Schorndorf und der Rems-Murr-Kreis organisiert sind. Rund 650 000 Euro hat der Zweckverband laut Jens-Ulrich Beck in die aktuellen Baumaßnahmen investiert. Allein eine neue Weiche koste zwischen 60 000 und 70 000 Euro.

Neben dem Einbau neuer Weichen hat die WEG jetzt auch „Stopfarbeiten“ am Gleisbett durchgeführt, das heißt, stellenweise den Schotter verdichtet. „Um die Laufruhe zu verbessern“, erklärt Jens-Ulrich Beck. Der Fahrgast merke davon wenig, aber es stabilisiere die „Gleislage“ und diene „der Qualität des Fahrens“. Dazu gab es an den Bahnübergängen kleinere Belagsarbeiten.


 

2019 weitere Bauarbeiten mit Sperrungen

Die aktuellen Baumaßnahmen auf der Wieslauftalbahn waren nicht die ersten in diesem Jahr. In den Osterferien wurden die Bahnsteige der Stationen Schorndorf-Hammerschlag und Haubersbronn-Mitte so ausgebaut, dass ein barrierefreier Einstieg ins Wiesel möglich ist.

Nächstes Jahr kommen die Bahnsteige in Rudersberg, Schlechtbach und Michelau dran. Auch diese Baumaßnahmen wird die WEG wieder in den Ferien durchführen, in welchen genau, das steht laut dem Prokuristen und Leiter für Strategie und Performance Management der WEG, Jens-Ulrich Beck, noch nicht fest. Frühestens werde es aber in den Osterferien losgehen.

„Es ist dann zumindest teilweise auch wieder eine Streckensperrung nötig“, sagt Beck. Manche Arbeiten könne man besser oder sogar ausschließlich von der Gleisseite durchführen. Auch aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen seien Sperrungen notwendig.

Danach sind bis auf einen alle Bahnsteige auf der Wiesel-Strecke barrierefrei: Der zweite Haubersbronner Haltepunkt kommt 2019 noch nicht mit dran. Dort fehle noch die Baugenehmigung, erklärt Jens-Ulrich-Beck.