Rudersberg

Zwischen besorgt und besinnlich: Weihnachten in den Pflegeheimen

Zur Rose
Geschmückte Weihnachtsbäume gibt es auch dieses Jahr in den Pflegeheimen. Coronabedingt ist die Stimmung aber eher angespannt. © ALEXANDRA PALMIZI

Sie sind von der Corona-Pandemie besonder hart getroffen und sie gilt es im Moment auch besonders zu schützen: die in den Pflegeheimen lebenden Frauen und Männer. Wie erleben sie dieses Jahr das Weihnachtsfest? Und was tun die Heime, um ihnen dennoch eine möglichst besinnliche Zeit zu bescheren?

Auf Weihnachtsatmosphäre müssten die Bewohner des Rudersberger und Urbacher Alexander-Stifts nicht verzichten, sagt Steffen Wilhelm, Pressesprecher des Betreibers, der Diakonie Stetten. Bereits in der Vorweihnachtszeit habe man Gutsle oder Apfelbrot gebacken. „Gebäck und gutes Essen darf an Weihnachten natürlich auch nicht fehlen.“ Alles werde weihnachtlich dekoriert, ein Christbaum aufgestellt und geschmückt, an den Fenstern hängen Sterne und Lichter. Auf das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern müsse dieses Jahr jedoch verzichtet werden. Ein CD-Player sorge jedoch für Abhilfe und ermögliche die nötige Adventsatmosphäre.

Besuche von Angehörigen seien, anders als im Frühjahr, wo zeitweise ein Besuchsverbot herrschte, möglich. Voraussetzung dafür ist ein negatives Ergebnis bei einem Schnelltest. Aktuell dürfen zwei Personen aus dem gleichen Haushalt in die Heime des Alexander-Stifts kommen. Während der Weihnachtstage sind zwei Personen aus verschiedenen Haushalten erlaubt.

Gemeinsame Weihnachtsfeiern würden in diesem Jahr nicht veranstaltet. An Heiligabend werde es aber ein gemeinsames Weihnachtsessen pro Wohnbereich geben. Im Alexander-Stift sind alle Gemeindepflegehäuser und Seniorenzentren in kleine Wohnbereiche aufgeteilt. „Dank der großen, offenen Wohnbereiche und des Konzeptes der kleinen Hausgemeinschaften kann der Abstand von zwei Metern eingehalten werden“, sagt Wilhelm.

Mitarbeiter sind an oder über der Belastungsgrenze

Pfarrer können an Weihnachten die einzelnen Wohnbereiche besuchen. Darüber hinaus können die Bewohner Gottesdienste über den Fernseher im Aufenthaltsraum, ein Radio oder auch ein Tablet anschauen. Über das Digitalgerät seien auch Videoanrufe mit Angehörigen möglich.

Die Mitarbeiter würden alles daran setzen, den Bewohnern ein besinnliches Weihnachtsfest zu ermöglichen, sagt Wilhelm. Dabei dürfe man aber nicht vergessen, dass deren Situation an Weihnachten dieses Jahr besonders schwierig sei. Wegen der Schutzmaßnahmen würden die Vorbereitungen deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen. Bereitschaftsdienste müssten abgedeckt und gleichzeitig krankheitsbedingte Ausfälle aufgefangen werden.

Hinzu käme ein extrem hoher Arbeitsaufwand für die Schnelltests, die im Alexander-Stift regelmäßig durchgeführt werden. Schutzkleidung und FFP-2-Masken zählten dabei ebenso selbstverständlich zum Arbeitsalltag wie die allgemeingültigen Hygiene- und Abstandsregeln. Das sei im Heimalltag herausfordernd: „Unsere Mitarbeiter arbeiten bereits seit März an und über der Belastungsgrenze.“

Ihren Bewohnern auch in diesem Jahr Weihnachten festlich zu gestalten, das ist auch den Mitarbeitern des Hauses am Brunnenrain in Plüderhausen wichtig. „Dafür darf neben Weihnachtsbaum, Krippe und Weihnachtsliedern auch das Kulinarische nicht zu kurz kommen“, sagt Stefan Wieland, Pressesprecher des Betreibers „Die Zieglerschen“. Auf dem Speiseplan der Feiertage stünden unter anderem Gänsebrust, Blaukraut, Serviettenknödel, Kartoffelgratin, Lachs und Schweinefilet. Wer mag, könne den Weihnachtsgottesdienst im Fernsehen schauen.

Heim-Besuche über die Feiertage nur sehr eingeschränkt möglich

Besuche seien im Moment aber leider nur sehr eingeschränkt möglich. Zwischen dem 25. und 27. Dezember ist das Heim geschlossen. Und an Heiligabend lediglich zwischen 14 und 16 Uhr für Besucher geöffnet. Vom 28. bis zum 30. Dezember können dann wieder Besuche empfangen werden. Aber im Moment ist das jeweils nur eine Person pro Bewohner. Darüber hinaus seien strenge Hygienevorschriften einzuhalten. Besucher müssen sich zuvor telefonisch oder per E-Mail anmelden und einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Während des Besuchs sind das dauerhafte Tragen von FFP-2-Masken, Handdesinfektion und die Einhaltung des Mindestabstands von anderthalb Metern verpflichtend. Aus Gründen des Infektionsschutzes sind Besuche nur auf den Zimmern, nicht aber in den Wohnbereichen möglich.

„Wir sind dankbar, dass die überwiegende Mehrheit der Angehörigen diese notwendigen Beschränkungen mitträgt“, sagt Wieland. „Aus Sorge, dass sich unsere Bewohnerinnen und Bewohner bei ihren Familien infizieren, raten wir in diesem Jahr explizit von generationsübergreifenden Familienfeiern zu Hause ab.“

Sie sind von der Corona-Pandemie besonder hart getroffen und sie gilt es im Moment auch besonders zu schützen: die in den Pflegeheimen lebenden Frauen und Männer. Wie erleben sie dieses Jahr das Weihnachtsfest? Und was tun die Heime, um ihnen dennoch eine möglichst besinnliche Zeit zu bescheren?

Auf Weihnachtsatmosphäre müssten die Bewohner des Rudersberger und Urbacher Alexander-Stifts nicht verzichten, sagt Steffen Wilhelm, Pressesprecher des Betreibers, der Diakonie Stetten.

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