Schorndorf

1. Platz für Klimaentscheid Schorndorf: Bürgerinitiative erhält Buchholzer Nachhaltigkeitspreis

Klimaentscheid
Große Freude bei der Preisverleihung in der Nordheide: Dörte Schnitzer ist stellvertretend für die Initiative in den Norden gereist, hat einen Blumenstrauß erhalten und ist vom Abend überwältigt. © Buchholzer Liste / Anna Lorscheider .

Vom Klimaentscheid Schorndorf gibt es tolle Neuigkeiten: Kürzlich wurde der Buchholzer Nachhaltigkeitspreis verliehen – und die Gruppe hat den 1. Platz belegt. Dörte Schnitzer vom Klimaentscheid-Team ist stellvertretend für die Gruppe in die Nordheide – genauer gesagt nach Buchholz – gefahren, um den Preis entgegenzunehmen.

"Wir sind keine Öko-Spinner"

Ganz überwältigt sei sie von der Veranstaltung gewesen und sie erzählt, was der Preis für die Gruppe Klimaentscheid Schorndorf bedeutet: „Es ist für den Klimaentscheid Schorndorf ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, ein Ansporn, weiterzumachen. Von anderen Bürgerinitiativen habe es sehr positive Rückmeldungen gegeben. „Für uns ist es auch wichtig, noch mehr Bekanntheit zu erreichen und viele Menschen zum Thema Klima mitzunehmen.“ Zudem ist sich Schnitzer sicher, dass es auch eine große Wertschätzung für die Arbeit ist, die die Bürgerinitiative leistet. „Es soll auch zeigen, dass wir keine Öko-Spinner sind“, fügt sie hinzu.

Als sie mit dem Preis im Gepäck nach der Verleihung wieder nach Schorndorf kam, sei die Freude im Plenum natürlich riesig gewesen, berichtet Schnitzer: „Alle waren hellauf begeistert.“

Rund 50 Klimaentscheide gebe es bereits in Deutschland, sechs alleine davon im Rems-Murr-Kreis. Auch die Buchholzer Liste hat mit „BuchholzZero“einen Klimaentscheid ins Leben gerufen. Deshalb sei es umso überraschender gewesen, dass der Klimaentscheid Schorndorf den ersten Preis abräume, gibt Schnitzer zu. Aber die fünfköpfige Jury bestehend aus den Experten Katharina van Bronswijk, Dr. Michael Kopatz, Dr. Peter Moser, Professor Dr. Norbert Neuß und Professor Dr. Ines Weller, die in ihrer Sitzung Anfang Juni unter insgesamt 31 eingegangenen Bewerbungen vier Projekte nominiert hat, habe sich „unabhängig und ganz bewusst entschieden“, die Gruppe aus der Daimlerstadt auf das erste Siegerplätzchen zu heben.

Besonders gefreut hat sich Dörte Schnitzer, dass die Sprecherin der Psychologists/Psychotherapists for Future, Klimaaktivistin und Expertin für Klimapsychologie, Katharina van Bronswijk, die Laudatio hielt. In Anbetracht vieler Klima-Mammutaufgaben könne man leicht den Mut verlieren, so van Bronswijk in ihrer Rede: „Initiativen wie der Klimaentscheid Schorndorf zeigen, wie man Wirksamkeit entfaltet und wie Engagement beleben und sich vervielfältigen kann. Menschen wie ihr sind es, die Hoffnung machen – die Hoffnung, dass aus der Klimakrise doch noch eine Klimachance werden kann.“

Beachtliches Engagement

Der Klimaentscheid Schorndorf habe den Beweis geführt, dass Dialogbereitschaft, Kooperation und ein gemeinsames Ziel überzeugend und mitreißend sein können. „Wie sich die Aktiven des Klimaentscheids über Monate hinweg in Themen einarbeiten, am Ball bleiben und sich beraten lassen – in ihrer Freizeit, ehrenamtlich – das ist beachtlich“, so van Bronswijk weiter.

Und wie wahr: Nach anfänglicher Skepsis in Schorndorf stellten sich innerhalb weniger Monate Oberbürgermeister Matthias Klopfer und der Großteil des Gemeinderats hinter eine Vision, die in einer kleinen Bürgergruppe begann – und das, obwohl die Initiative mitten in der Pandemie unter erschwerten Bedingungen arbeiten musste.

Jurymitglied Katharina van Bronswijk überzeugten vor allem der dialogische Ansatz und das vernetzte Arbeiten mit anderen Gruppen, Vereinen und Experten vor Ort: „Der Klimaentscheid Schorndorf hat vorgemacht, wie man die Stärken einer Stadt zusammenführen kann.“ Mit ihrem Erfolg sei die Gruppe ein Vorbild für viele weitere Klimaentscheide, auch über die Stadtgrenzen hinaus. Ein Erfolgsfaktor der Gruppe ist laut Schnitzer ein funktionierendes Netzwerk und die vorbildliche Zusammenarbeit: „Das Kernteam Sabine Kraus, als Projektleitung, Wilhelm Pesch, unsere Koryphäe, und ich – wir ergänzen uns prima. Das ist ein großer Vorteil.“

Die Motivation des Klimaentscheids Schorndorf ist ausführlich auf der Homepage beschrieben: „Wir möchten aktiv dazu beitragen, eine lebenswerte Zukunft für uns, unsere Kinder und unsere Enkel zu gestalten. Der Klimawandel ist längst auch bei uns in Schorndorf angekommen. Ein Hitzesommer folgt dem anderen. Zu wenig Regen, Missernten, Wasserknappheit und verdorrte Bäume, Waldbrandalarm im Frühling. Wenn wir so weiterleben wie bisher, erreichen wir bald Kipppunkte, die unumkehrbar sind. Die Folgen wären Überflutungen, Dürren, Hungersnöte, die weltweit Konflikte und Kriege schüren und zu nie da gewesenen Völkerwanderungen und Flüchtlingsströmen auch innerhalb Europas führen. Niemand will das. Mit unseren Aktionen wollen wir ein besseres Bewusstsein für den Klimawandel schaffen, Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und über die demokratischen Mittel Einwohnerantrag, Bürgerbegehren und Bürgerentscheid Einfluss auf das politische Geschehen unserer Stadt nehmen.“

Vieles habe die Gruppe auf der Agenda, einiges sei in Planung. Konkret beispielsweise: Im Rahmen des nächsten globalen Klimastreiktages möchte der Klimaentscheid Schorndorf am 24. September – zwei Tage vor der Bundestagswahl – eine Menschenkette in der Stadt aufstellen: „Unser sehnlichster Wunsch ist es, dass sich viele Menschen daran beteiligen“, so Schnitzer. Wer sich im Vorfeld darüber informieren möchte, könne dies über die Homepage https://klimaentscheid-schorndorf.de/ machen.

Vom Klimaentscheid Schorndorf gibt es tolle Neuigkeiten: Kürzlich wurde der Buchholzer Nachhaltigkeitspreis verliehen – und die Gruppe hat den 1. Platz belegt. Dörte Schnitzer vom Klimaentscheid-Team ist stellvertretend für die Gruppe in die Nordheide – genauer gesagt nach Buchholz – gefahren, um den Preis entgegenzunehmen.

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