Schorndorf

16. Schorndorfer Freizeit-Kunst-Markt: Aussteller präsentieren Handgemachtes

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Kunstmarkt
Die eine oder andere Besucherin interessierte sich für weihnachtliche Dekorationen. © Alexandra Palmizi
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Handgemachtes aus Wolle und Filz ist gefragt. © Alexandra Palmizi
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Kunstmarkt
Viele Besucher schlenderten am Wochenende über den 16. Freizeit-Kunst-Markt in der Barbara-Künkelin-Halle. © Alexandra Palmizi

Ein stetiger Besucherstrom bewegte sich durch die Künkelin-Halle, kaum dass sie am Samstag um 12 Uhr ihre Türen geöffnet hatte. Viele wollten den 16. Schorndorfer Freizeit-Kunst-Markt besuchen, um vielleicht schon das eine oder andere Weihnachtsgeschenk zu finden. Die Besucher stellten sich geduldig an der Kasse und zur 2G-Kontrolle an, füllten das Formular mit ihren Kontaktdaten aus und zogen widerspruchslos ihre Masken über Mund und Nase - Rituale, die sich im zweiten Coronaherbst anscheinend fest eingespielt haben.

„Wir sind froh, dass wir bei den geradezu explodierenden Infektionszahlen wenigstens ein bisschen was dürfen“, waren sich zwei ältere Herren einig, die am Samstagnachmittag von ihren Frauen im Foyer der Barbara-Künkelin-Halle deponiert worden waren und nun geduldig auf ihre besseren Hälften warteten. Diese schlenderten von Stand zu Stand und gaben sich dem Feuerwerk der Farben, Formen, Düfte und Materialien hin, die von allen Seiten auf sie einströmten. Auch wenn das Publikum überwiegend weiblich sei, so die beiden Herren weiter, vermissten sie doch eine „Quengelecke“, wo man sich mit einer Roten oder einer Currywurst und Pommes versorgen könne, dazu vielleicht ein Bier, um sich zu stärken, während man auf seine Damen warte, die so lange einkauften.

Speisen und Getränke könne man dieses Mal leider nur im Restaurant im Erdgeschoss bekommen, bedauerte Maria Wolf, die diesen 16. Schorndorfer Freizeit-Kunst-Markt organisiert hatte. Sie habe im Vorfeld schon ein wenig Bauchweh gehabt und sich Sorgen gemacht, ob überhaupt nennenswert Besucher ihren Weg hierher finden würden. „Wann, wenn nicht jetzt?“- habe sie sich dann aber gesagt: „Wenn man zu lange wartet, dann haben sich sowohl Publikum wie auch Aussteller daran gewöhnt, dass es keinen Kunstmarkt mehr gibt, und bleiben dann auch weg, wenn er wieder angeboten wird.“ Zudem sei man hier so etwas wie eine große Familie: Veranstalter, Aussteller und Kunden würden sich teilweise ja seit vielen Jahren kennen; da habe man auch eine Verantwortung füreinander.

Viele der Aussteller hätten nach dieser veranstaltungslosen Durststrecke von anderthalb Jahren mittlerweile Probleme, überhaupt noch weiter durchzuhalten. Wenn man noch weiter tatenlos zuwarten würde, dann wäre bis zum Frühjahr womöglich die ganze Kunsthandwerksszene kaputt. Mit 49 Ausstellern aus ganz Baden-Württemberg sei es gelungen, den Besuchern ein breitgefächertes Angebot zu präsentieren: Skulpturen aus Holz und Keramik, Papierarbeiten, Porzellanmalerei, Handtaschen, Schmuck, Textilien, Wohnaccessoires, Kunst aus Stein und Stahl, Floristik. „Das ist keine Handelsware, sondern ausschließlich selbst im Haupt- und Nebenberuf oder als Hobby gefertigtes Kunsthandwerk“, betonte Wolf und weiter: „Eine ideale Gelegenheit, um jetzt schon das eine oder andere spektakuläre Weihnachtsgeschenk zu ergattern oder sich mit Dekorationsartikeln darauf einzustimmen.“ Und so, wie sie bisher gesehen habe, werde tatsächlich fleißig gekauft. Dankbar ist Maria Wolf auch, dass sie bei der Schorndorfer Stadtverwaltung überall offene Türen und bereitwillige Unterstützung gefunden habe.

Durststrecke in der Coronazeit

Die Porzellanmalerin Antje Ruf aus Pforzheim ist das erste Mal in Schorndorf. Anderthalb Jahre sei sie von ihrem Publikum abgeschnitten gewesen und habe so gut wie überhaupt keinen Umsatz gemacht, klagt sie: „Eine Durststrecke, die man ohne Reserven und Unterstützung durch die Familie überhaupt nicht durchstehen könne.“ Ein Lied, in das auch Gerhard Ilg einstimmen konnte, dessen Raku-Keramik bereits im Halleneingang die Blicke der Besucher auf sich zog. Bei seinen Engeln, erläuterte er, handle es sich um aus Tonerde handmodellierte Objekte, die nach dem Brennen rotglühend aus dem Ofen entnommen und anschließend luftdicht in Laub und Sägespäne eingebettet werden. Bei dieser aufwendigen, ursprünglich aus Japan stammenden Technik lasse sich der Brennverlauf nur bedingt steuern, so dass es sich bei jedem Stück um ein Unikat handle.

Kathrin Hafemann und Markus Bertsch aus Sigmaringen gehören längst zu den Stammbeschickern des Schorndorfer Freizeit- und Kunstmarktes. Mit ihren eigenhändig hergestellten Seifen und Naturkosmetika „möchten wir unseren Kundinnen und Kunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wann immer sie unsere Kosmetik verwöhnt“, erklärte Bertsch. Sie würden zwar auch einen Onlineshop betreiben, „aber unsere Produkte anschauen, in die Hand nehmen, ihren Duft genießen und sich dabei miteinander darüber unterhalten, das geht nun einmal nicht im Internet, sondern nur im wirklichen Leben“.

Auf diesen direkten Kontakt mit ihrer Kundschaft sind auch Renate und Roland Flaitz angewiesen. Sie stellen nicht nur Plüschtiere selbst her, sondern behandeln sie auch in ihrer „Auweia Bärenklinik“. Da werde dann schon mal das eine oder andere Auge ersetzt, die Füllung erneuert oder das Metallskelett aufgearbeitet. Dabei bestehe die Kundschaft weniger aus Kindern, sondern stamme eher aus dem Kreis der Großeltern und Sammler. Der Teddy, gaben sich Flaitz’ überzeugt, sei ein Spielzeug, das alle Zeiten und Moden überdauert habe und auch in Zukunft seinen festen Platz in jedem Kinderzimmer bekomme.

Ein stetiger Besucherstrom bewegte sich durch die Künkelin-Halle, kaum dass sie am Samstag um 12 Uhr ihre Türen geöffnet hatte. Viele wollten den 16. Schorndorfer Freizeit-Kunst-Markt besuchen, um vielleicht schon das eine oder andere Weihnachtsgeschenk zu finden. Die Besucher stellten sich geduldig an der Kasse und zur 2G-Kontrolle an, füllten das Formular mit ihren Kontaktdaten aus und zogen widerspruchslos ihre Masken über Mund und Nase - Rituale, die sich im zweiten Coronaherbst

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