Schorndorf

20 Bewohnerparkplätze fallen weg

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Noch reserviert für Bewohner der Parkzone D, ab 1. März sind diese Parkplätze aber Teil der Mischparkzone und für alle freigegeben. Foto: Schneider © Schneider / ZVW

Schorndorf. Tritt das neue Parkraumkonzept zum 1. März in Kraft, wird sich nicht nur die Zahl der freien Parkplätze und womöglich auch der Parksuchverkehr reduzieren. Eine Umstellung erwartet auch die Innenstadtbewohner: In der Archivstraße fallen gut 20 reine Bewohnerparkplätze weg und werden Teil der Mischparkzone. Dass es dafür in der Urbanstraße eine ganze Reihe neuer Bewohnerparkplätze geben wird, hilft den Anwohnern aus anderen Zonen wenig. Sie müssen bei der Parkplatzsuche in ihrem Quartier bleiben.

Wohnen inmitten der Altstadt, in einem der schönen Fachwerkhäuser, mit kurzen Wegen und in unmittelbarer Nähe zum Stadtgeschehen – wer allerdings keine eigene Garage oder einen Stellplatz am Haus hat, für den ist das Leben in der Innenstadt oft mit einer nervenaufreibenden Parkplatzsuche verbunden. Schon jetzt blockieren – etwa an der Archivstraße – immer wieder Parkplatzsuchende die Plätze, die eigentlich den Bewohnern der sogenannten Zone D vorbehalten sind. Mit der Umsetzung des neuen Parkraumkonzepts werden diese 20 Bewohnerparkplätze sowie zwei weitere auf dem Archivplatz freigegeben: Auf den Mischparkzonen-Parkplätzen können Bewohner mit einem entsprechenden Ausweis zwar auch weiterhin ohne Parkschein parken – aber eben alle anderen auch. Inklusive Brötchentaste, die die ersten 30 Park-Minuten künftig zum Nulltarif ermöglicht. Und ab 20 Uhr ist das Parken dann in diesem Bereich für alle frei.

Wegen des hohen Parkdrucks: Misch- statt Bewohnerparkplätze

Grund für die Umwandlung dieser Bewohnerparkplätze ist der „sehr hohe Parkdruck“ auf dem Archivplatz, sagt Jessica Pulzer, persönliche Referentin des Ersten Bürgermeisters Edgar Hemmerich, auf Anfrage. Mit den zusätzlichen Parkplätzen soll dieser Druck gemindert und gleichzeitig der Einzelhandel in der Innenstadt gestärkt werden. Dass die Bewohner, die für einen Parkausweis im Jahr immerhin 30 Euro bezahlen, dort ebenfalls parken dürfen, wird ihnen nicht viel helfen: Die Konkurrenz um die wenigen freien Plätze ist jetzt schon groß. Außerdem können künftig pro Haushalt zwei Bewohner- sowie Besucherparkplätze beantragt werden – in Zone D für die verbleibenden Parkplätze am Ochsenberg und hinter der Schlosswallschule.

Dass es dafür in der Urbanstraße eine ganze Reihe neuer Bewohnerparkplätze und in der Werderstraße eine zusätzlich ausgewiesene Mischparkzone geben wird, bringt den Bewohnern der Zone D ebenfalls nichts: Von A bis D in Zonen eingeteilt, müssen Altstadtbewohner beim Parken in ihrem Quartier bleiben. Und auch die von Jessica Pulzer angeführten Bewohnerparkplätze am Brünnele gibt es nur auf dem Papier: Im Plan der Stadt Schorndorf zwar eingezeichnet, sind diese Parkplätze alle dauerhaft privat vermietet. Bliebe vielleicht noch ein Dauerstellplatz im Parkhaus: Der kostet im Arnold-Areal 53,50 Euro im Monat und beim Künkelin-Rathaus 52,50 Euro. Theoretisch bedeutet dies: In beiden Parkhäusern gibt es keine freien Plätze mehr und lange Wartelisten. Dazu kommt: Wer rund um den Archivplatz wohnt und mit Einkäufen beladen ist, für den ist ein Platz dort keine wirkliche Alternative.

Der Suchverkehr soll eingedämmt werden

Grundsätzlich will die Stadt – auch im Hinblick auf die bevorstehende Remstal-Gartenschau – mit dem neuen Parkraumkonzept die Parkplatzsituation in Schorndorf verbessern, und dabei wildes Parken und den Suchverkehr eindämmen. Damit verbunden ist eine deutliche Reduzierung der freien Parkplätze. So werden rund ums Berufschulzentrum an der Olga-, der Bismarck-, Wilhelm- und Vorstadtstraße sowie im Süden der Stadt an der Werder-, der Künkelin-, der Ulrich- und Langen Straße, der Schlichtener und Teilen der Burgstraße künftig flächendeckend Parkgebühren fällig.

Kurzparkzonen mit Parkschein

In diesen im nebenstehenden Plan rosa eingezeichneten Mischzonen wird es dann auch Parkscheinautomaten geben – mit einer Parkhöchstdauer von zwei Stunden. In der Werder- und der Schlichtener Straße ist Parken mit Parkscheibe drei Stunden lang erlaubt.

Außerdem beinhaltet das Parkraumkonzept Kurzparkzonen, wo während der Betriebszeiten ein Parkschein gelöst werden muss. Die Zone erstreckt sich nördlich der Bahnlinie über die Graben- und Heinkelstraße, im Süden über Rosenstraße, Karlsplatz, Karls- und Schulstraße, Johann-Philipp-Palm- und Gottlieb-Daimler-Straße, Hinter der Burg, den nördlichen Teil der Schlichtener Straße, über die Friedens-, Arnold-, Augusten- und Heinrich-Talmon-Groß-Straße sowie unter der Arnoldbrücke.


Parkplatzentwicklung

Über die Neuerungen des Parkraumkonzepts informiert auch ein Flyer, den die Stadt an alle betroffenen Haushalte verteilt hat.

Bisher gibt es (Stand Juni 2017) im Bereich der Innenstadt insgesamt 950 Parkplätze. 65 davon sind ausschließlich für Bewohner reserviert. Für 415 braucht man einen Parkschein oder eine Parkscheibe. 85 Parkplätze sind privat (Bahn und P+R), 190 sind öffentliche Parkplätze und 195 unterliegen gar keiner Bewirtschaftung. Ziel des neuen Parkraumkonzepts müsse es sein, so Karin Gries, ehemals Leiterin des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, im September 2017 im Gemeinderat, dass künftig jeder Parkplatz bewirtschaftet werde, es also überall in Schorndorf eine klare Parkregelung gebe.

Wie sich aber mit dem neuen Parkraumkonzept die Zahl der Bewohnerparkplätze entwickeln wird, dazu gibt es von der Stadtverwaltung keine Zahlen: „Dies liegt insbesondere in der Tatsache begründet, dass nicht jeder Parkplatz gesondert markiert wird“, informiert Jessica Pulzer, persönliche Referentin des Ersten Bürgermeisters Edgar Hemmerich. „Oftmals werden nur Bereiche ausgewiesen, die beparkt werden dürfen. Die Zahl der Parkplätze hängt dann von der Länge der Fahrzeuge ab.“