Schorndorf

22 000 Euro für Bildung und Kultur: Josef-Wund-Stiftung fördert Schorndorfer Kultureinrichtungen

Figurentheater Phoenix
Soran und Ute Assef, die beiden Leiter des Figurentheaters Phoenix. © ALEXANDRA PALMIZI

Im Rahmen des Künstlersoforthilfeprogramms „Back to Life“, das die Stuttgarter Josef-Wund-Stiftung zusammen mit der Firma Wohninvest in Fellbach zur Linderung der Corona-Folgen aufgelegt hat, sind nun auch vier Schorndorfer Kultureinrichtungen mit großzügigen Spenden bedacht worden. Je 5000 Euro erhielten das Figurentheater Phoenix, der Kunstverein Schorndorf und der Jazzclub Session 88, weitere 7000 Euro darf die Forscherfabrik entgegennehmen.

„Hilfe auf dem kürzesten Weg“

„Den vor dem Corona-Shutdown wirtschaftlich gesunden Kulturbetrieben drohte durch Einnahmeausfälle eine finanzielle Schieflage, die durch die Zuwendungen der Josef-Wund-Stiftung akut abgewendet werden konnte.“, so Fellbachs Alt-OB Christoph Palm, der Geschäftsführer der Stiftung, in einer Pressemitteilung vom 5. Mai.

„Alle haben sich sehr gefreut“, wird dort auch OB Matthias Klopfer zitiert, der von Palm um Vorschläge für zu fördernde Kultureinrichtungen in Schorndorf gebeten worden war. Freude etwa bei Sabine Seelow: „Das war Hilfe auf dem kürzesten Weg, sehr unkompliziert“, erzählt die Vorsitzende des seit Monaten geschlossenen Jazzclubs Session 88. Zwar seien die laufenden Kosten des Betriebs nicht sehr hoch, „aber was uns reinhaut ist, dass wir von Fremdvermietungen des Saals leben. Da sind inzwischen zehn abgesagt worden. Das sind 3000 Euro, „die werden nun vom Stiftungsgeld aufgefangen“. So gut wie alle bisher abgesagten Konzerte wurden neu gebucht. „Falls man im Juni wieder öffnen darf, würden wir’s machen.“ Wenn nicht, soll das Programm wieder ab 4. September 2020 beginnen. „Wir könnten endlich mal wieder Live-Musik hören.“

Seit 11. März findet auch im Figurentheater Phoenix kein Spielbetrieb mehr statt. „Für uns ist es nicht einfach“, erklärt Ute Assef. „Alles ist weggebrochen: das theaterpädagogische Programm, der Jugendspielclub, das internationale Ensemble und die Gastspiele“. Derzeit wird an einem neuen Programm gearbeitet. Seit Mitte der Woche , so die Theaterleiterin, „sind wir am Aufbau einer digitalen Bühne, mit der wir versuchen, in anderen, kreativen Formen alle Phoenix-Gruppen vorzustellen.“ Aber sie weiß auch: „Theater ist nun einmal Nähe!“

Sie glaubt nicht, dass der Spielbetrieb noch vor dem Sommer wieder aufgenommen wird. Schulen und Kindergärten werden keine jungen Besucher schicken. Das Stiftungsgeld aber „ist eine riesengroße Hilfe, das zu überbrücken.“

Auch für Stadtmuseumsleiterin Dr. Andrea Bergler, die auch die Forscherfabrik betreut, ist das Geld der Josef-Wund-Stiftung ein Segen. „Ich freue mich sehr darüber, weil wir damit ein besonderes Projekt verwirklichen können.“ Bisher ist die Forscherfabrik für Kinder ab vier Jahren konzipiert. „Viele Familien kommen aber auch mit kleineren Kindern, so dass wir mit der Förderung nun auf der Empore einen Bereich für Kinder von zwei bis vier Jahren anbieten wollen.“

Es geht also weiter. Nun müssen die Kultureinrichtungen, hoffentlich bald, wieder zu einem regen Publikumsverkehr zurückfinden.