Schorndorf

2G-Regel in Alarmstufe: Warum Schorndorfer Fitnessstudios um ihre Zukunft bangen

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CleverFit
Norman Kreuter betreibt mehrere Clever-Fit-Studios in der Region, unter anderem in Schorndorf und Welzheim. © ALEXANDRA PALMIZI
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Alexandros Stampoulidis
Alexandros Stampoulidis. © Privat

Angesichts der aktuellen Corona-Entwicklung steht die Alarmstufe unmittelbar bevor. In Fitnessstudios und anderen geschlossenen Sportstätten gilt dann die 2G-Regel. Das sorgt in der Branche, die besonders hart von Schließungen betroffen war, erneut für große Unsicherheit. Drei Betreiber von Schorndorfer Studios äußern sich zu der angespannten Situation.

Viele Kundinnen und Kunden legen ihre Verträge still

„Das ist für uns eine schwierige Situation“, sagt Norman Kreuter, Inhaber des Clever Fit in der Stuttgarter Straße. Im Vergleich zu den Monaten vor der Pandemie habe sein Studio rund 30 Prozent weniger Mitglieder. „Die Wintermonate sind unsere wichtigste Zeit. Wir können aber nicht aufholen, was wir das Jahr über verloren haben.“ Seit Eintreten der Warnstufe gebe es außerdem einen merkbaren Rückgang bei den Neukunden. Die Unsicherheit, ob Sportstätten den Winter über wieder schließen müssen, ist zu groß. Das Studio sei insgesamt leerer, seit die ungeimpften Sportler einen PCR-Test vorzeigen müssen, erklärt Norman Kreuter. Rund zehn Prozent weniger Leute trainieren seiner Beobachtung nach täglich an den Geräten. „Den PCR-Test macht keiner extra. Die Alarmstufe macht für uns deshalb keinen Unterschied mehr.“

Einige seiner Kundinnen und Kunden legen ihren Vertrag deshalb vorerst auf Eis und setzen ihre Zahlung fort, sobald das Training wieder uneingeschränkt möglich ist. Diese nicht gesetzlich vorgeschriebene Möglichkeit bietet das Clever Fit aber nur noch bis zum Ende des Jahres an: „Wir können das nicht ewig machen“, sagt Norman Kreuter. Er verweist gleichzeitig darauf, dass das Clever Fit ohne staatliche Hilfen und die Unterstützung seiner Mitglieder, die freiwillig weiter ihren Beitrag überwiesen haben, nicht über die Pandemie gekommen wäre.

Für Alexandros Stampoulidis ist das Inkrafttreten der Alarmstufe „gar nicht mehr so relevant“. Denn bereits die Warnstufe sei eine versteckte 2G-Regel gewesen. Er sagt: „Zwei- bis dreimal in der Woche einen PCR-Test zu machen, kann sich ja kein Mensch leisten.“ Er schätzt die Quote der Ungeimpften in seinem Smash-Fitness-Park auf etwa 20 Prozent. Viele dieser Kundinnen und Kunden haben ihre Verträge bereits mit Eintreten der Warnstufe vor zwei Wochen stillgelegt, erzählt der Vorsitzende des baden-württembergischen Landesverbandes für Fitness und Bodybuilding.

„Es wird im kommenden Jahr Insolvenzen hageln“

Das Festhalten an der 3G-Regel wäre seiner Meinung nach ausreichend gewesen, um ein möglichst freies Training unter Pandemiebedingungen zu ermöglichen. Damit habe auch kein Mitglied ein Problem gehabt. Bezüglich der harten Maßnahmen fühlt er sich ungerecht behandelt. Schließlich gelte in großen Firmen bis heute nicht einmal eine Testpflicht. „Da gehen jeden Tag Tausende Menschen ein und aus und müssen noch nicht einmal getestet sein. Das steht doch in keinem Verhältnis“, klagt er.

Außerdem befürchtet er, dass viele Menschen wieder zum Training in den eigenen vier Wänden zurückkehren werden. Der ein oder andere habe sich dafür bereits vergangenes Jahr mit Geräten eingedeckt. „Viele Sportgerätehersteller waren über Monate ausverkauft.“

Für Alexandros Stampoulidis und andere Fitnessstudiobetreiber bedeutet eine zugespitzte Corona-Lage vor allem eines: Umsatzeinbußen. Auf staatliche Hilfen könne die Branche nicht hoffen, da es keinen kompletten Lockdown gibt. Die laufenden Personal- und Mietkosten bleiben hingegen gleich, erklärt der Betreiber des Studios in der Gmünder Straße, der mit großer Sorge in die Zukunft blickt. Bei den Studios stünde zu allem Übel noch eine endgültige Soforthilfe-Abrechnung bevor. Viele müssen zumindest einen Teil davon wieder an den Staat zurückzahlen. Das bekommt Alexandros Stampoulidis in Gesprächen als Verbandsvorsitzender häufig von Kollegen mit. „Es wird im kommenden Jahr Insolvenzen hageln ohne Ende“, sagt er halb wütend, halb nachdenklich. Gerade die kleinen Fitnessstudios kämpfen ums Überleben.

Angesichts der aktuellen Corona-Entwicklung steht die Alarmstufe unmittelbar bevor. In Fitnessstudios und anderen geschlossenen Sportstätten gilt dann die 2G-Regel. Das sorgt in der Branche, die besonders hart von Schließungen betroffen war, erneut für große Unsicherheit. Drei Betreiber von Schorndorfer Studios äußern sich zu der angespannten Situation.

Viele Kundinnen und Kunden legen ihre Verträge still

„Das ist für uns eine schwierige Situation“, sagt Norman Kreuter,

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