Schorndorf

33-Jährige aus Schorndorf wird zu Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt

amtsgericht
Symbolyfoto. © Gaby Schneider

Weil sie ein 14-jähriges Mädchen mit einem Tritt gegen den Arm verletzt und drei Polizisten beschimpft hat, wurde eine 33-jährige Frau vom Amtsgericht Schorndorf gleich doppelt bestraft. Sechs Monate und zwei Wochen Gefängnis warten auf sie wegen gefährlicher und versuchter Körperverletzung. Zwei weitere Monate hinter Gittern kommen wegen der Beleidigungen hinzu.

Unter anderem handelte es sich um einen Vorfall vom August 2020. Damals soll die 33-Jährige, so die Anklage, eine 14-Jährige am Bahnhof in Schorndorf nach einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Fuß gegen den rechten Arm getreten haben. Im Anschluss soll sie eine Glasflasche nach einem anderen Teenager geworfen haben. Im Zuge der Verhandlung wurde schnell klar, dass die Angeklagte für Richterin Petra Freier kein unbeschriebenes Blatt ist. Wegen Betrugs und Beleidigung wurde sie in der Vergangenheit bereits zu Geldstrafen verurteilt. Die Frau hat nach eigener Aussage ein Alkoholproblem, weshalb sie keinem Beruf nachgeht und von Arbeitslosengeld lebt. Außerdem nimmt sie Medikamente gegen Depressionen und Angstzustände. Auch am Morgen des Verhandlungstages hat sie bereits getrunken, wie nach kurzer Zeit klar wurde. Eine Entgiftung habe sie schon mehrfach gemacht. Jedoch hat sie bislang noch keine Therapie, die im Anschluss nötig ist, zu Ende gebracht. Der Sohn der Beschuldigten lebt aufgrund ihrer Suchtkrankheit bei seiner Großmutter.

Die Angeklagte gestand, sowohl das Mädchen getreten als auch eine Bierflasche nach einem Jungen geworfen zu haben. Jedoch sei ihrer Aggression eine Provokation der Jugendlichen vorausgegangen. Ein Junge soll sogar eine Plastikflasche nach ihr geworfen haben. Die Angeklagte konnte sich aber nicht an jenen Tatabend erinnern, weil sie stark alkoholisiert gewesen sei. Später habe sie durch Freunde erfahren, was passiert ist.

Die mittlerweile 15 Jahre alte Geschädigte erzählte der Richterin im Zeugenstand, dass sie sich an jenem Abend mit knapp zehn Leuten am Bahnhof aufgehalten hatte. Als eine Freundin aus der Gruppe etwas Lustiges sagte, habe sie angefangen zu lachen, was die 33-Jährige als Provokation auffasste. Daraufhin sei die Frau auf sie losgegangen und habe sie schmerzhaft gegen den rechten Arm getreten. Im Krankenhaus wurde später eine Prellung festgestellt. Der zweite Zeuge, nach dem angeblich die Glasflasche geworfen wurde, zeichnete ein etwas anderes Bild der Geschehnisse. Einer aus der Gruppe habe die Beschuldigte mit Worten provoziert, woraufhin die alkoholisierte Frau „ausgerastet“ sei. Nachdem sie den Inhalt ihrer Bierflasche über einen der Jugendlichen schüttete, habe er dann eine leere Plastikflasche nach ihr geworfen. Die Frau nahm nach Angaben des Jugendlichen die Verfolgung auf und warf ebenfalls ihre leere Flasche nach dem 14-Jährigen, verfehlte ihn jedoch.

In der zweiten Anklage wurde der Frau die Beleidigung von drei Polizisten vorgeworfen. Wie einer der Beamten in seiner Aussage schilderte, waren die Polizisten im Februar in der Wohnung der Angeklagten zugange. Grund war der Verdacht auf einen Verstoß gegen die damals geltende Corona-Verordnung, der sich bestätigte. Die alkoholisierte Frau sei dabei ausfallend geworden und habe die Polizisten wüst beschimpft.

Man könne nicht davon ausgehen, dass die 33-Jährige in Zukunft keine Straftaten mehr begeht, begründete Richterin Petra Freier ihr doppeltes Urteil. Weil sie suchtkrank ist, ihre letzte Therapie allerdings abgebrochen hat, könne man die Strafe nicht zur Bewährung aussetzen.

Weil sie ein 14-jähriges Mädchen mit einem Tritt gegen den Arm verletzt und drei Polizisten beschimpft hat, wurde eine 33-jährige Frau vom Amtsgericht Schorndorf gleich doppelt bestraft. Sechs Monate und zwei Wochen Gefängnis warten auf sie wegen gefährlicher und versuchter Körperverletzung. Zwei weitere Monate hinter Gittern kommen wegen der Beleidigungen hinzu.

Unter anderem handelte es sich um einen Vorfall vom August 2020. Damals soll die 33-Jährige, so die Anklage, eine

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