Schorndorf

40 Jahre Jugendmusikschule: So haben die Musikerinnen und Musiker gefeiert

Jugendmusikschule
Großes Konzert beim Jubiläumsfestakt. © Benjamin Büttner

Das war nun so ein Moment, bei dem man innerlich laut „Ja!“ rufen mochte. Dreimal „Ja!“ zum Leben. Die Rede ist von der Aufführung des Concerto Nr. 2 in C-Dur von John Baston durch die jungen Preisträger Laura Schmid und Konstantin Dietrich an den Sopranflöten (Klasse Nicole Schock) mit dem Streichorchester.

Virtuos vorgetragen mit hinreißendem Schwung, inniger Souveränität und voller pulsierender Zukunftszuversicht. Was für ein sprühendes Glücksversprechen. Ein unerwartet willkommenes Hör-Geschenk vor dem Hintergrund düsterer Zeiten. Und nein, Musik wird keinen Krieg beenden, aber so viel wurde hier deutlich: Sie ist das sinnlich erfahrbare Gegenmodell zu sinnentleerter Zerstörung.

Konzerte des Landesjugendorchesters in Kiew und Charkiv wegen Krieg abgesagt

Nach der Pandemie der Krieg. In seinem Grußwort ging Friedrich-Koh Dolge, der Vorsitzende des Landesverbandes der Musikschulen, darauf ein. Zum 50. Gründungsjubiläum des Landesjugendorchesters war „eine Frühjahrs-Konzertreise zu unseren Freunden in die Ukraine, nach Kiew und nach Charkiw“ geplant, die nun nicht stattfinden kann.

Dolge: „Dieser vollkommen sinnlose, brutale und grausame Krieg, dem wir so ohnmächtig gegenüber stehen, hat dort nicht nur vielen jungen Menschen Lebenschancen zunichtegemacht, geraubt und zerstört.“ Umso wichtiger das Konzert, dessen Hälfte der dazu eingegangenen Spenden an die Schorndorfer Tafel gingen, zu der auch die zu uns geflüchteten Ukrainer Zugang haben.

Endlich einmal wieder volles Haus, also im großen Gottlieb-Daimler-Saal, wo das Jubiläumskonzert mit der Ouvertüre von Jacques Offenbachs Operette „Die schöne Helena“, funkelnd vor Feuer und Esprit, vom Sinfonieorchester unter der Leitung von Martin Dennemarck eröffnet wurde. Sozusagen programmatisch trotzig, nicht verdrängend, wurde hier in rhythmisch-melodiöser Präzision das hohe Lied auf gute Laune und frischen Mut gefeiert.

Gut 220 junge Musiker hatten gefeierte Auftritte auf mehreren Bühnen

Auch im folgenden „Haru no umi - Das Frühlingsmeer“ von Michio Miyagi nahm das Querflötenensemble (Klasse Doris Kraemer) mit einem musikalisch erfrischend-flirrenden Frühlingswehen das Publikum für sich ein. Mit lieblicher Wucht präsentierten dann die gut 30 Kids des Blockflötenchors in ihren knallroten T-Shirts, unter der Leitung von Georg Schwarz, einen alten französischen Tanz und das Kinderlied „Old Mac Donald“. Und das mit sichtlich konzentrierter Lust und hernach viel Beifall. Und auch hier erinnerte man sich mit Blick aufs Publikum, wie wichtig gerade das öffentliche Auftreten und die Anerkennung durch klatschende Hände vor allem für die jungen Musikerinnen und Musiker ist, von denen an diesem Jubiläumsabend etwa 220 auf den verschiedenen Bühnen ihre gefeierten Auftritte hatten.

Großartig dramatisches Klang-Kino, dabei aber filigran orchestriert, ließ das Jugendblasorchester mit „The Great Locomotive Chase“ unter der Leitung von Mathias Mundl hören. Locker, bezaubernd, klasse, gelang es Leni Grohmann mit ihrem Gesang und an der Gitarre nach dem Pop-Hit „Ex’s and Oh’s“ zu wahrem Jubel hinzureißen.

Große Erfolge bei Wettbewerben

„Unsere Jugendmusikschule ist eine Talentschmiede“, sagte dazu Thorsten Englert als deren Vorsitzender: „Das zeigen die großen Erfolge unserer Musikschülerinnen und Musikschüler bei den Wettbewerben ‘Jugend musiziert’ und ‘Jugend jazzt’ auf Regional-, Landes- und Bundesebene.“ Da konnte zum Abschluss des ersten Konzertteils nur ein „Mamma Mia!“ des Jugendblasorchesters zustimmend geschmettert werden.

Tatsächlich gab es da zum 40-jährigen Jubiläum die von Musikschulleiter Günther Neher gepriesene „musikalische Vielfalt der Jugendmusikschule zu erleben“.

Erst recht dann bis in den späten Abend im Reinhold-Maier- und Fritz-Abele-Saal, wo von Barock über Pop und Jazz ein musikalisches Feuerwerk gezündet wurde: Noten aus allen Nähten der Barbara-Künkelin-Halle.

Das war nun so ein Moment, bei dem man innerlich laut „Ja!“ rufen mochte. Dreimal „Ja!“ zum Leben. Die Rede ist von der Aufführung des Concerto Nr. 2 in C-Dur von John Baston durch die jungen Preisträger Laura Schmid und Konstantin Dietrich an den Sopranflöten (Klasse Nicole Schock) mit dem Streichorchester.

Virtuos vorgetragen mit hinreißendem Schwung, inniger Souveränität und voller pulsierender Zukunftszuversicht. Was für ein sprühendes Glücksversprechen. Ein unerwartet

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