Schorndorf

49. SchoWo kann kommen - Jubiläum muss warten

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Entspannt und fröhlich bei bestem Wetter: So wünschen sich die Organisatoren die SchoWo 2017. © Archivbild / Habermann / ZVW

Schorndorf. „So isch’s jetzt okay“, sagt VG-Vorstand Jürgen Dobler mit Blick auf die Sicherheitsvorkehrungen für die am kommenden Freitag beginnende SchoWo Die Zugänge werden jetzt nicht in erster Linie mit schwerem Gerät, sondern überwiegend flower-power-mäßig mit Blumenkübelarrangements gesichert. Entsprechend entspannt ist auch die Stimmung im VG-Vorstand: „Wir sehen es locker.“

Zum Thema Sicherheit in Zeiten des Terrors passt auch ein Beschluss des dreiköpfigen Vorstands der die SchoWo tragenden Vereinsgemeinschaft, dass es in diesem Jahr eine SchoWo-Eröffnung ohne Böllerschüsse geben wird. Nachdem in der VG-Mitgliederversammlung Anfang des Jahres noch einstimmig beschlossen worden war, an der Böller-Tradition festzuhalten, war die beim Public Viewing des Champions-League-Finales in Turin durch einen Knallkörper ausgelöste Massenpanik der Auslöser dafür, diesen Beschluss außer Kraft zu setzen. „Wir zeigen, dass wir bewusst mit dem Thema umgehen“, sagt Jürgen Dobler unter Verweis nicht nur auf die neuen Schilder, mit denen dafür geworben wird, möglichst ohne Rucksäcke und große Taschen auf die SchoWo zu kommen, sondern auch auf das Musikprogramm, bei dem darauf geachtet worden sei, „dass nicht eine Hauruck-Band nach der anderen auftritt“.

Musikprogramm: Manches ist beim Bewährten geblieben...

In dieses Konzept passt unter anderem, dass am Sonntagabend erst „Die Drei von der Kanzel“ – womöglich zum letzten Mal, weil Baptisten-Pastor Burkhard Bahr Schorndorf Anfang nächsten Jahres verlässt – und anschließend „Deine Ludder“ – mit in rockige Musik eingebetteten Originaltexten von Martin Luther – den Kirchplatz rocken. Ansonsten ist musikalisch manches beim Bewährten geblieben, manches aber auch nicht. So haben sich die SchoWo-Macher ganz bewusst von der SWR-3-Band, die den Marktplatz am Montagabend zuletzt nicht mehr ganz so voll gespielt hat wie in den Jahren zuvor, und von „Danny and the Wonderbras“ verabschiedet, die im vergangenen Jahr am Abschlussabend auf dem Archivplatz nicht mehr die absoluten Frequenzbringer waren.

...manches aber auch nicht

Neu im Programm sind für den Marktplatz die Partyband „VIP’S“, nicht zu verwechseln mit den „W.I.P.S.“, wiewohl es zwischen beiden durchaus personelle Überschneidungen gibt, und für den Archivplatz die Backnanger Schulamtsband, die vielen Schorndorfern von ihren Auftritten bei „Kultur am See“ bekannt sein dürfte und die laut Jürgen Dobler so richtig heiß auf ihren ersten SchoWo-Auftritt ist. Ganz besonders freut sich Dobler, dass es mit der Verpflichtung von „The Risk“ inklusive begleitendem Gospelchor wieder geklappt hat, weil dieser Auftritt während der SchoWo 2016 den größten öffentlichen Nachhall gefunden hat. Und auch von der italienischen Nacht mit „Musica é“ am Samstagabend auf dem Archivplatz versprechen sich die SchoWo-Macher eine ganz besondere Stimmung.

Hofbräu-Regiment eröffnet die SchoWo auf dem Marktplatz

Bereits alte SchoWo-Hasen sind das Hofbräu-Regiment, das die SchoWo auf dem Marktplatz eröffnet und beschließt, die Luxus-Band und „Cassandra and the boyz“. Mittlerweile zum Inventar der SchoWo gehören die Blasmusiker von Charivari, und erst recht gilt das mit dem Inventar für den Original Karpaten-Express, der seine Fans bereits zum zwölften oder dreizehnten Mal an einem SchoWo-Montag begeistert.

Evangelische Allianz und Kufo tun sich zusammen

Dass sich das Kulturforum und die Evangelische Allianz an der SchoWo beteiligen, ist nicht neu. Neu ist, dass sie sich – bedingt dadurch, dass der ansonsten vom Kufo genutzte Schloss-Innenhof nicht zur Verfügung steht – dieses Mal zusammengetan haben in der Form, dass sie sich den Finanzamtshof teilen. Die Evangelische Allianz nutzt ihn am Samstag- und Sonntagnachmittag für den Adventure-Park, das Kulturforum von Freitag bis Sonntag teils tagsüber und teils abends für besondere musikalische Auftritte.

Alle Vereine vom letzten Jahr sind wieder mit dabei

Froh sind Jürgen Dobler und seine Mitvorstände Sylvia Güntner und Heinz Olschewski, dass alle Vereine, die im letzten Jahr mitgemacht haben, auch in diesem Jahr wieder dabei sind. Das gilt auch für Linda Brandl vom „Lindhälder Stüble“ in Strümpfelbach, die 2016 den Ochsenberg bewirtet hat und diesmal, weil der Ochsenberg wegen Baumaßnahmen im und am Schloss nicht bespielt werden kann, an „den früheren ACIT-Standplatz in der Gottlieb-Daimler-Straße umzieht. Neu dabei ist auch der von der Weihnachtswelt bekannte Pizzabäcker, der den ehemaligen Lotus-Standplatz beim Rathaus einnimmt.

Streetfood-Anbieter machen "Fest noch bunter und netter"

Und erstmals bei der SchoWo sind auch ein paar Streetfood-Anbieter – mit einem Sortiment, das, so Dobler, „den etablierten Vereinen keine Konkurrenz, aber das Fest noch bunter und netter macht“. Und eine schöne und lauschige Ecke abseits des Trubels, davon ist Jürgen Dobler überzeugt, erwartet die Besucher diesmal nicht nur in der Hetzelgasse, sondern auch an der Ecke Konstanzerhofgasse und Höllgasse, wo unter anderem Miriam Lehle – im Zusammenwirken mit ihren gastronomischen Nachbarn einen Vorgeschmack auf ihr künftiges Eventlokal „éclat“ gibt.

Vielfältiges Programm auch in diesem Jahr

Es ist also angerichtet für die 49. SchoWo, deren Programm auch in diesem Jahr wieder so vielfältig ist, dass es den Rahmen dieser Vorschau bei weitem sprengt. Ein paar Stichworte seien aber noch genannt: Sinfoniekonzert der Jugendmusikschule und Gospelkonzert von „Chocolate“, CVJM-SchoWo-Café, Bingo, Veteranenschau und Parade der schönsten Motorräder Süddeutschlands, Kinderolympiade und Seniorennachmittag, Kirchturmbesteigungen und Volksliedersingen und, nicht zu vergessen, Kunst- und Hobbymarkt.


Wenn in diesem Jahr die 49. SchoWo stattfindet, folgt im kommenden Jahr die 50. und damit eine Jubiläums-SchoWo – sollte man meinen, ist aber nicht so. Weil davon auszugehen ist, dass im Juli 2018 und damit ein knappes Jahr vor Beginn der Remstal-Gartenschau in Schorndorf an vielen Stellen gebaut wird, haben sich die SchoWo-Macher entschlossen, die Jubiläums-SchoWo um ein Jahr zu verschieben und, wenn man so will, die 51. SchoWo vorzuziehen.

SchoWo ins Gartenschaujahr 2019 verlegt

Eigentlich, so war’s geplant, sollte die diesjährige SchoWo schon als Werbeplattform für die große SchoWo-Party 2018 genutzt werden, und es gab auch schon eine Arbeitsgruppe, die sich Gedanken über die Gestaltung des Jubiläums-Stadtfestes gemacht hat. Gewarnt nicht zuletzt dadurch, dass schon in diesem Jahr der Schlosshof und der Ochsenberg nicht bespielt werden können, weil dort im Auftrag des Landes gebaut wird – wovon allerdings noch nicht viel zu sehen ist –, ist die Jubiläums-SchoWo kurzerhand ins Gartenschaujahr 2019 verlegt worden. „Da haben wir die Stadt schöner, als sie jemals war“, glaubt Jürgen Dobler – und das Schorndorfer Gartenschau-Programm ist um eine Attraktion reicher.

SchoWo 2019 mit Extra-Musikparty am Dienstag

Ein Programmpunkt für die SchoWo 2019 steht schon fest: Nach dem Abbau am Dienstag soll es auf dem Marktplatz noch eine Extra-Musikparty mit mehreren Bands geben. Mehr wird noch nicht verraten.

Mitglieder: "Unsere Beschäftigungsgarantie wird verlängert"

Die Verlegung der Jubiläums-SchoWo hat auch manche persönliche Planung durcheinandergebracht. Die drei Vorstandsmitglieder Jürgen Dobler, Sylvia Güntner und Heinz Olschewski und vielleicht auch noch das eine oder andere Mitglied der Vereinsgemeinschaft woll(t)en nach der 50. SchoWo aufhören. Sie alle müssen jetzt das eine Jahr zugeben. „Unsere Beschäftigungsgarantie wird verlängert“, sagt Jürgen Dobler – und es hört sich überhaupt nicht traurig an.