Schorndorf

50+1-Tag: Die SchoWo feiert sich selbst

1/2
Schowo Schorndorf 50+1 Probe_0
Stell- und Musikprobe in der Barbara-Künkelin-Halle mit der SchoWo-Rockband „Risk“, mit dem Großen Blasorchester Schorndorf und einem Jugendchor aus den Berglen. © ZVW/Gabriel Habermann
2/2
_1
Unter anderem in den Räumen der Volksbank sind Schautafeln aufgestellt, die 50 Jahre SchoWo-Geschichte lebendig werden lassen.

Schorndorf. Wenn die Jubiläums-SchoWo, die in diesem Jahr als 50+1-SchoWo über die Bühne geht, weil ihr im vergangenen Jahr die Gartenschaubaumaßnahmen im Weg standen, am Dienstag wie eine ganz normale SchoWo ausklingt, dann ist das nur das vorläufige Ende. Zwei Tage später, am Donnerstag, 18. Juli, feiert sich die SchoWo selber – mit drei musikalischen Leckerbissen, die SchoWo-Macher Jürgen Dobler allesamt als „spektakulär“ bezeichnet.

Man hätte sich ja auch vorstellen, dass andere auf die Idee kommen, die SchoWo und die sie tragenden Vereine und Ehrenamtlichen anlässlich des 50-jährigen – genau genommen des 51-jährigen – Bestehens des Stadtfestes zu feiern. Weil das aber nicht der Fall ist, haben es die SchoWo-Verantwortlichen selbst in die Hand genommen, „den Ehrenamtlichen und der Stadt ein Jubiläumsgeschenk zu machen“ (Dobler).

Wobei es den einzelnen Vereinen selber überlassen bleibt, ihre Helfer und Unterstützer noch einmal gesondert und ganz persönlich zum Jubiläumstag einzuladen und sie gegebenenfalls auch mit Bewirtungsgutscheinen speziell für das große Marktplatz-Open-Air zu versorgen, für das der SG-Bewirtungsstand stehenbleibt, während der Marktplatz ansonsten bis auf die extra große Gartenschau-Bühne, die diesmal vor allem im Hinblick auf das Jubiläums-Open-Air-Konzert während der gesamten besonderen 50+1-SchoWo zum Einsatz kommt, freigeräumt wird. Wobei Jürgen Dobler und seine Mitstreiter an der Spitze der Vereinsgemeinschaft, Sylvia Güntner und Heinz Olschewski über die Formulierung „besondere SchoWo“ insofern nicht ganz glücklich sind, als sie der Meinung sind, dass eine von Ehrenamtlichen gestemmte fünftägige SchoWo immer etwas Besonderes ist.

Das Große Blasorchester und „Risk“ haben sich zusammengetan

Auch wenn das eigentliche Jubiläumskonzert mit der Band Floyd Reloaded und einer Vorband namens Mozah auf dem Marktplatz stattfindet, so beginnt die Jubiläumsveranstaltung doch in der Barbara-Künkelin-Halle, und zwar mit einem kleinen, ebenfalls öffentlichen Festakt mit Reden und ein paar Ehrungen, die sich die VG extra für diesen Anlass aufgehoben hat. Danach passiert auch an diesem Ort schon musikalisch Spektakuläres, haben sich doch die von der SchoWo bekannte Rockband „Risk“ und das Große Blasorchester Schorndorf, zusammengestellt aus Musikern der Stadtkapelle und der 1. Musik- und Tanzvereinigung, für ein gemeinsames Classic-meets-Rock-Projekt begeistern lassen, das an diesem Spätnachmittag beziehungsweise Abend – die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr – in ein etwa 70-minütiges Konzert mündet, in dem Rock-Klassiker wie „Highway to Hell“ von AC/DC, „Jump“ von Van Halen oder „Brick on the Wall“ von Pink Floyd in einem ganz neuen Arrangement daherkommen – bei „Brick on the Wall“ zusätzlich unterstützt von einem von Lara Dobler in ihrer Kirchengemeinde in Oppelsbohm geleiteten Jugendchor. Das alles in einer Kombination aus Stuhlkonzert und Stehtribüne im hinteren Bereich der Halle, so dass auch dieses erste von drei aufeinanderfolgenden musikalischen Highlights schon die entsprechende Publikumsresonanz finden kann.

„Und dann zieht die ganze Meute hinüber zum Marktplatz“, hofft Jürgen Dobler, und dort werden die Besucher von etwa 19.30 Uhr an zunächst von Mozah auf das eingestimmt, was noch folgend soll. Wobei Mozah, eine Band, die sich aus ehemaligen Musikstudenten zusammensetzt, mit selbst geschriebenem Hip-Hop ein ganz anderes Genre verkörpert als das, was vorher passiert ist und was noch folgt. „Die würden auch nicht ins normale SchoWo-Format passen, sind aber absolut spektakulär“, sagt Jürgen Dobler und erklärt dann, warum es anschließend ein gegen 21 Uhr beginnendes Pink-Floyd-Tribute-Konzert gibt, mit der aus Frankfurt am Main anreisenden Band Floyd Reloaded, die nicht nur die Musik ihrer Idole, sondern auch deren legendäre Lightshow mitbringt. Pink Floyd, so Dobler, deshalb, weil das zum einen absolut massentaugliche Musik sei und weil Pink Floyd auch einen großen Zeitraum von 50 Jahre SchoWo – von Ende der 60er bis Ende der 90er Jahre – abdeckten und in dieser Zeit viele musikalische Meilensteine gesetzt hätten.

Dobler sieht keine Konkurrenz zu Winterbach und Plüderhausen

Zum Nulltarif ist das alles nicht zu haben – und auch nicht aus dem normalen SchoWo-Budget zu finanzieren. Größtenteils wird dieser SchoWo-Jubiläumstag durch Sponsorengelder ermöglicht, aber weil das noch nicht ganz reicht, wird während des Open-Air-Konzerts auf dem Marktplatz um Spenden gebeten. Und für alle, die bei dieser Gelegenheit mehr als drei Euro geben, gibt’s als kleines Dankeschön einen SchoWo-Jubiläumsbändel. Die Anwohner, die sich einen zusätzlichen Abend beschallen lassen müssen, tröstet Jürgen Dobler damit, dass Floyd Reloaded „etwas kommodere“ Musik machen als etwa das Hofbräu-Regiment während der regulären SchoWo. Und dass dieses Konzert stattfindet, während in Winterbach schon das Zeltspektakel läuft und in Plüderhausen die Festtage mit dem großen Blasmusikabend beginnen, hält Dobler für vertretbar, weil er in dem, was auf dem Marktplatz passiert, weder zur einen noch zur anderen Veranstaltung eine direkte Konkurrenz sieht. Auch, weil speziell im Fall Plüderhausen jeweils ein ganz anderes Publikum angesprochen sei.


Alte Dokumente

Wer in den SchoWo-Archiven gräbt, der stößt zwangsläufig darauf, wie stark vor allem in den Anfangsjahren die Schorndorfer Woche mit dem örtlichen Handel verbunden war.

Und deswegen ist’s auch schlüssig, dass sich die VG und Schorndorf Centro im Vorfeld der SchoWo insofern zusammengetan haben, als die einen historische Dokumente ausgegraben und aufbereitet haben – hauptsächlich Seiten aus alten SchoWo-Zeitungen, aber auch ein paar Begleitutensilien – und die anderen dafür sorgen, dass diese Dokumente in den Schaufenstern verschiedener innerstädtischer Einzelhandelsgeschäfte zu sehen sind.

Außerdem gibt es eine Centro-Aktion mit Rubbellosen, bei der Verzehrgutscheine für die SchoWo zu gewinnen sind.