Schorndorf

Abendliches Corona-Singen im Mehrgenerationenhaus

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Die U-Form des Mehrgenerationenhauses ist ideal für Begegnungen auch auf Distanz.   Foto: Steinemann © Ralph Steinemann Pressefoto

Leben in einer generationenübergreifenden Gemeinschaft – das funktioniert im Mühlbachhaus schon seit 13 Jahren. Im Mehrgenerationenhaus an der Bismarckstraße wohnen in 30 Wohneinheiten Familien, Senioren, Singles und Menschen mit Handicap zusammen. Dass diese Gemeinschaft trägt, in der manche sogar eine Wohngemeinschaft mit eigener Haustür sehen, zeigt sich auch in der Corona-Krise, in der Abstandhalten angesagt ist. Gebaut in einer U-Form mit grünem Innenhof, sind Begegnungen und Gespräche auf Distanz weiterhin möglich: „Man kann sich über die Balkone austauschen und zuprosten“, sagt Helmut Hess und freut sich, dass sich mit Beginn des Lockdowns ein neues Gemeinschaftserlebnis etabliert hat.

Corona-Song nach Hannes Wader

Seit Mitte März treffen sich jeden Abend um 19 Uhr Bewohnerinnen und Bewohner des Mühlbachhauses eine Viertelstunde lang zum abendlichen Singen – getreu dem Motto: „Was die Italiener können, das können wir auch.“ Dafür haben Marina Gonzales und Hilli Tries – kaum war die Idee geboren – Liedtexte und Noten zusammengestellt. Und Tries hat für den Ordner, der seither in den Wohneinheiten bereitliegt, sogar ein eigenes Corona-Lied gedichtet: Nach der Melodie des bekannten Hannes-Wader-Songs heißt es dort in der ersten Strophe: „Heute hier, morgen hier, nicht nur ich, nein auch ihr, hab mich oft schon deswegen beklagt.“ Und für den Refrain hat Tries gedichtet: „Manchmal träume ich schwer und dann denk ich, es wär' Zeit zum Rausgehn und nun was ganz andres zu tun. Es vergeht Tat um Tag, an dem ich zu mir sag, dass ich dieses Corona nicht mag.“

Die Liedauswahl erfolgt auf Zuruf, gibt’s ein Geburtstagsständchen zu singen, steht auch das auf dem Programm – und zum Abschluss immer ein Abendlied. Manchmal sind Ingrid Bolay und Erika Gelse mit ihren Trommeln dabei. Am Samstag haben Anke Knothe und Marina Gonzales für die Sänger ein Salatbuffet im Freien vorbereitet. An dem konnte sich bedienen, wer wollte – „und gegessen hat dann jeder in einer anderen Ecke“, erzählt Helmut Hess.

Begleitmobil steht still

Die Cafeteria des Mühlbachhauses, in dem es in Vor-Corona-Zeiten immer wieder Veranstaltungen und diverse Gruppentreffen gab, ist im Moment geschlossen. Gemeinsame Yoga-Stunden können nur online stattfinden. Auch das Begleitmobil des aus dem Mehrgenerationenhaus entstandenen Vereins „Gute Nachbarschaft im Mühlenviertel“, steht still. Fanden davor im Monat 30 bis 40 begleitete Fahrten zum Einkaufen oder zu Ärzten statt, ist das in Corona-Zeiten gestrichen. Auf den Einkaufsservice, den der Verein für die Risikogruppe im Quartier anbietet, gibt’s dennoch „kaum Resonanz“, sagt Hess und hofft, dass das Begleitmobil im Juli wieder durchstarten kann. Vergangene Woche fand dafür die erste Videokonferenz statt. Und falls es doch Interesse am Einkaufsservice der Engagierten geben sollte: Eine Anmeldung ist werktags von 8.30 bis 11.30 unter0 71 81/8 87 72 67 im Familienzentrum möglich.

Leben in einer generationenübergreifenden Gemeinschaft – das funktioniert im Mühlbachhaus schon seit 13 Jahren. Im Mehrgenerationenhaus an der Bismarckstraße wohnen in 30 Wohneinheiten Familien, Senioren, Singles und Menschen mit Handicap zusammen. Dass diese Gemeinschaft trägt, in der manche sogar eine Wohngemeinschaft mit eigener Haustür sehen, zeigt sich auch in der Corona-Krise, in der Abstandhalten angesagt ist. Gebaut in einer U-Form mit grünem Innenhof, sind Begegnungen und Gespräche

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