Schorndorf

Abriss der Realschule 2019

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Das verlassene Gebäude der Ernst-Heinkel-Realschule in Grunbach-Süd. Der Schulhof wird inzwischen als Parkplatz genutzt. © Benjamin Beytekin

Remshalden. Vor den Sommerferien 2017 haben Schüler und Lehrer das Gebäude der alten Remshaldener Realschule verlassen. Die Schule ist nach Geradstetten umgezogen. Zehn Monate später steht das alte Gebäude immer noch unverändert da. Der Abbruch ist jetzt für 2019 geplant. Bis zur Neubebauung wird dann noch einige Zeit ins Land gehen.

Einfach mal schnell mit dem Bagger kommen und abreißen, das geht beim alten Gebäude der Ernst-Heinkel-Realschule nicht. Vorher muss ein Fachbüro es sehr genau untersuchen, denn in den Baustoffen, so wird befürchtet, schlummern Schadstoffe. Wie Bauamtsleiter Dieter Schienmann jetzt im Gemeinderat erklärte, geht es darum, Stichproben zu nehmen und sich die Stellen anzuschauen, die Schadstoffe enthalten könnten. Das sei zum Beispiel bei bestimmten Estrichen und Entlüftungsrohren aus Faserzement der Fall. Bei diesen Teilen gilt dann beim Abriss besondere Vorsicht, sie müssen speziell entsorgt werden.

„Meine Zielsetzung ist, bis Ende des Jahres die Untersuchung abzuschließen“, so Dieter Schienmann. Außerdem hat er im Blick, bis dahin auch die Genehmigung für den Abbruch des alten Schulgebäudes erhalten zu haben.

Abbruch auch wegen der Kosten erst 2019 möglich

Fest steht jetzt schon, dass der Abbruch eine teuere Angelegenheit wird: Laut Dieter Schienmann sind Mittel in Höhe von einer Million Euro eingeplant. Es gehe um rund 25 000 Kubikmeter umbauten Raum. Die Finanzierung war auch ein Grund, dass der Abbruch nicht schon, wie zunächst geplant, 2018 in Angriff genommen wird. Da daher erst 2019 die Bagger anrücken können, sieht der Bauamtsleiter die Gemeinde mit der Beauftragung der Schadstoffuntersuchungen und der Konzeption für die Neubebauung des Geländes „gut im Zeitplan“.

„Machbarkeitsstudie“

Dieser Zeitplan, an dessen Ende ein neues Wohngebiet in Grunbach-Süd, wahrscheinlich mit neuem Kindergarten, stehen soll, sieht laut Dieter Schienmann so aus: Bis Ende 2018 soll eine bereits beauftragte „Machbarkeitsstudie“ fertig sein. Diese soll mit dem Gemeinderat abgestimmt und dann der Bürgerschaft vorgestellt werden. Noch im Herbst 2018 soll die Entscheidung im Gemeinderat fallen, in welcher Form ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt werden könnte. So ein Wettbewerb könnte nach der Beschlussfassung etwa ein Jahr dauern.

Dann sollen die Pläne wieder der Öffentlichkeit vorgestellt und schließlich das nach den Rückmeldungen der Bürger gegebenenfalls überarbeitete Ergebnis in einem Bebauungsplanverfahren umgesetzt werden. Abschluss: voraussichtlich 2020/2021.

Danach kann die Gemeinde die Baugrundstücke vermarkten – und daraus wichtige Einnahmen erzielen, die nicht nur den Abbruch des Schulgebäudes gegenfinanzieren, sondern auch den mehr als elf Millionen Euro teuren Umbau des alten Hauptschulgebäudes mit neuem Anbau für den Umzug der Realschule.

Auch ein Rückbau: Nur noch Realschule

Mit dem Abbruch der alten Schulgebäude wird auch ein ideeller Rückbau abgeschlossen: Die Schule hat beim Umzug den Namen Ernst Heinkels abgelegt. Sie heißt am neuen Standort in Geradstetten nur noch Realschule Remshalden.

Diese Entscheidung stand am Ende eines Aufarbeitungsprozesses der dunklen Seite des Grunbacher Ehrenbürgers Heinkel, der persönlich tief in die Ausbeutung von Zwangsarbeitern im Dritten Reich verstrickt war.