Schorndorf

Aktion des Gustav-Adolf-Werks: 30 Pflegebetten vom Schorndorfer Spittlerstift für evangelische Kirche im slowenischen Murska Sobota

Pflegebetten für Slowenien
Transport mit 30 Pflegebetten aus dem Spittlerstift Schorndorf ins nordslowenische Murska Sobota. © Gabriel Habermann

Von einer „wundersamen Bett-Vermehrung“ spricht Ulrich Hirsch in Anspielung auf Jesu Brot-Vermehrung angesichts dieses Hilfsprogramms des Diakonischen Werks Württemberg und der Evangelischen Landeskirche.

Insgesamt 87 Pflegebetten, die von württembergischen Pflegeeinrichtungen zur Verfügung gestellt wurden und einem Wert von etwa 100 000 Euro entsprechen, sind in drei Transporten ins nordslowenische Murska Sobota unterwegs. Diese Woche nun war es das Spittlerstift, von dem aus 30 Betten auf die zweitägige Reise gingen.

Koordiniert wurde die Aktion, auch vor Ort in Schorndorf, von Ulrich Hirsch im Auftrag des Gustav-Adolf-Werks. Diese 1843 gegründete Einrichtung hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Ausland dort zu helfen, wo sich evangelische Kirchengemeinden in der Minderheit befinden. Inzwischen sind das 40 Partnerkirchen in insgesamt 30 Ländern weltweit.

Die Not in Nordslowenien ist groß: „Wir brauchen Pflegebetten!“

Jahrelang hat Ulrich Hirsch als Geschäftsführer des Gustav-Adolf-Werks (bis 2017) Kontakte zur evangelischen Kirche in Slowenien aufgebaut. 2019 kam es dann zu einem Partnerschaftsvertrag mit der Württembergischen Landeskirche. Und anlässlich des Besuches des slowenischen Bischofs Leon Novak vergangenen September in Bad Urach kam der Notstand mangelnder gesundheitlicher Ausstattung im nordslowenischen Übermurgebiet mit seinem Bischofssitz in Murska Sobota und etwa 12000 Kirchenmitgliedern zur Sprache. „Wir brauchen Pflegebetten.“

„Es gibt dort kaum Pflegeheime, die sind zu teuer“, erklärt Ulrich Hirsch. „Und die meisten Rentner haben dort nur ein Taschengeld zum Leben.“ Dazu gebe es im Übermurgebiet kaum Industrie. „Die Leute sind arm dran.“ Bei den derzeitigen Corona-Einschränkungen, die in Slowenien sehr viel strenger sind als in Deutschland, sei eine gute Pflegequalität wichtiger denn je.

Dazu sollen auch die Schorndorfer Betten beitragen, die, wie die Hausdirektorin des Spittlerstifts, Michaela Salenbauch, erklärt, zwischen zehn und 15 Jahre alt sind – aber sichtbar gut erhalten –, und im eigenen Haus durch „Niedrigbetten zur Sturzminimierung“ ersetzt wurden.

Die aus Württemberg geschickten Betten und andere Hilfsmittel wie Rollstühle sollen dazu dienen, dass zahlreiche Pflegebedürftige, egal welcher Religion, „angemessene Pflege in ihrem häuslichen Umfeld erfahren“, wie es der slowenische Diakoniedirektor Peter Andrejcak sagte, besonders da, wo ohnehin keine Mittel für teure Pflegeplätze vorhanden sind.

Grenzüberschreitende „Transporte der Nächstenliebe“

Die Transportkosten von etwa 1200 Euro pro Fahrt werden von der Landeskirche übernommen. Durch Inanspruchnahme eines slowenischen Transporters, der wöchentliche Industrie-Touren zwischen Ostslowenien und Württemberg fährt, konnten die Kosten aber minimiert werden. Aber ganz so einfach war die Ladung der Betten beim Spittlerstift nicht. Der Transporter konnte durch ordnungswidrig geparkte Fahrzeuge zuerst gar nicht bis zur Einfahrt des Spittlerstifts gelangen. Es musste die Polizei zur Hilfe gerufen werden.

Dann aber konnte geladen werden für diesen, wie Ulrich Hirsch sagt, „Transport der Nächstenliebe“, der „Grenzen, Häuser und Herzen öffnet“. Als wundersame Bett-Vermehrung.

Von einer „wundersamen Bett-Vermehrung“ spricht Ulrich Hirsch in Anspielung auf Jesu Brot-Vermehrung angesichts dieses Hilfsprogramms des Diakonischen Werks Württemberg und der Evangelischen Landeskirche.

Insgesamt 87 Pflegebetten, die von württembergischen Pflegeeinrichtungen zur Verfügung gestellt wurden und einem Wert von etwa 100 000 Euro entsprechen, sind in drei Transporten ins nordslowenische Murska Sobota unterwegs. Diese Woche nun war es das Spittlerstift, von dem aus 30

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