Schorndorf

Altes Geschoss in Schorndorfer Garten entdeckt

Projektil04
Die Polizei nimmt das Metallgeschoss aus dem Garten der Familie Schiller mit aufs Revier. Sie will überprüfen, worum es sich genau handelt. © Ralph Steinemann

In ihrem großen Garten im westlichen Teil der Stadt will Familie Schiller ein kleines Beet anlegen. Gunther Schiller gräbt die Erde um. In einigen Zentimetern Tiefe findet er ein etwa drei Zentimeter großes bläulich verfärbtes Metallteil. Der Familienvater fürchtet, dass es sich um ein gefährliches Geschoss aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, und informiert vorsichtshalber die Sicherheitsbehörden, schildert er am Abend.

Schiller alarmiert Polizei

In den 60er Jahren habe ein Bekannter einen Teil seiner Hand verloren, als er ein noch scharfes Geschoss einfach aus der Erde holte, erzählt Gunther Schiller. Daran fühlte sich der Schorndorfer erinnert. In den 1990er Jahren war Schiller als Panzergrenadier bei der Bundeswehr. Auch dort lernte er, dass im Umgang mit solchen Dingen Vorsicht geboten ist. Der Schorndorfer erzählt, er habe den Kampfmittelbeseitigungsdienst angerufen, aber die Auskunft bekommen, dass dieser keine Zeit habe. Stattdessen alarmierte er die Polizei, die am Abend in den Garten kam.

Ganz so alarmiert wie Schiller sind die beiden Beamten, die am Abend eintreffen, nicht. Sie holten lediglich mit Plastikhandschuhen das metallische Teil aus der kleinen Grube. Um was es sich genau handle, können jedoch auch sie nicht beantworten. Das werde nun intern geklärt, kündigt der Polizist an. Vor Ort macht seine Kollegin noch ein Foto mit dem Smartphone.

Projektil01
Der Fundort des Geschosses. © Ralph Steinemann


Ein mulmiges Gefühl

„Mir war schon ein wenig mulmig“, sagt Nicole Schiller, die Frau von Gunther Schiller. „Ich grabe viel im Garten herum“, erzählt sie. Vor allem deshalb hofft sie, erst mal keine solche Entdeckung im Garten mehr zu machen.

Markus Jatzko, der Leiter des Polizeireviers Schorndorf, erklärt, die Familie habe vorbildlich gehandelt, indem sie die Beamten verständigt habe. Auch wenn der Fund ungefährlich gewesen sei, sollten Bürgerinnen und Bürger vorsichtig sein. Wer Geschosse und Ähnliches in seinem Garten entdecke, solle sie auf keinen Fall anfassen, geschweige denn an sich nehmen.

Finger weg von Kriegsmunition

Tatsächlich sei ihm in den vergangenen Jahren ein solches Geschoss in Schorndorf nicht untergekommen, auch wenn es ab und zu vorkomme, dass solche Waffenreste aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt werden.

Wer Kriegsmunition einfach in den eigenen Keller lege, der mache sich strafbar. „Das ist illegal“, erklärt Jatzko. Bei dem gefundenen Geschoss handle es sich um Munition für schwere Maschinengewehre, wie sie etwa Wehrmacht und US-Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg benutzt hätten. Rein theoretisch könnte das Geschoss auch aus dem Ersten Weltkrieg stammen, das hält Jatzko aber eher für unwahrscheinlich. Zur genauen Untersuchung und Vernichtung wird das Geschoss an den Kampfmittelbeseitigungsdienst geschickt, erklärt er.