Schorndorf

Amtsgericht Schorndorf verurteilt Mann zu sieben Monaten Haft wegen Drogenhandels

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Die Verhandlung im Amtsgericht dauerte beinahe drei Stunden. © Gaby Schneider

Weil die Polizei bei ihm eine große Menge Marihuana gefunden hat und er am Telefon Kokain für 2500 Euro kaufen wollte, musste sich ein 33-Jähriger vor dem Amtsgericht Schorndorf verantworten. Für beide Vergehen wurde der tunesische Staatsbürger, der in Welzheim lebt, zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt.

Es handelte sich bei der Verhandlung, der die Amtsgerichtsdirektorin Doris Greiner vorsaß, um zwei Vorfälle aus dem Herbst des vergangenen Jahres. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, am 8. September versucht zu haben, Kokain im Wert von 2500 Euro zu erwerben, um es später gewinnbringend weiterverkaufen zu können. Kurz darauf, im November, fand die Polizei bei einer Durchsuchung seines Zimmers 28,35 Gramm Marihuana.

Ein abgehörtes Telefonat

Der Angeklagte ist seiner Aussage nach 1988 in Tunesien geboren und im Alter von 14 Jahren nach Libyen gezogen, um dort als Tischler zu arbeiten. 2006 sei er dann nach Italien gezogen. Vorübergehend habe er in Österreich gelebt, ehe er sich 2012 auf den Weg nach Deutschland gemacht habe. Eine Arbeitserlaubnis besitzt der 33-Jährige nicht und seine Duldung läuft am 17. November dieses Jahres aus, wie er dem Gericht auf Nachfrage bestätigte. Außerdem habe er ein Drogenproblem und sei deshalb schon auf Entzug gewesen, sagte der Angeklagte. Aktuell lebt der bereits vorbestrafte Mann in einer Asylunterkunft in Welzheim. Auf seinen versuchten Drogenkauf ist die Polizei mehr oder weniger zufällig aufmerksam geworden. Das LKA Hamburg habe damals ein Telefongespräch zwischen einem Mann aus Sindelfingen und dem Angeklagten überwacht, erzählte ein Polizist im Zeugenstand. Es ging um den Kauf einer größeren Menge Kokain. Gegen den Gesprächspartner wurde in Hamburg eigentlich wegen Menschenhandels ermittelt. Als die Richterin die Dokumentation des Gesprächs vorlas, wurde schnell klar, dass es sich eindeutig um ein Verkaufsgespräch handelte. Anscheinend wollte der Tunesier das Kokain auf Kommission kaufen, um es gewinnbringend weiterverkaufen zu können.

Der Beschuldigte hingegen sagte, dass er keine Drogen kaufen wollte. Er habe an jenem Abend unter starkem Drogeneinfluss gestanden und es habe sich lediglich um ein „Witzgespräch“ gehandelt, so der Angeklagte.

Als Reaktion auf das abgehörte Gespräch stattete die Polizei dem Mann einen Besuch in der Asylunterkunft ab. In seinem Zimmer habe man dann die besagte Menge Marihuana sowie drei Smartphones gefunden und beschlagnahmt. Der 33-Jährige gestand der Richterin sofort, die Droge für seinen Eigenbedarf gekauft zu haben. Eine Waage oder andere Anzeichen auf Verkaufsaktivitäten wurden nicht gefunden, wie der Polizist bei seiner Aussage betonte. Auch auf den Handys habe man keine verdächtigen Daten finden können. Der Beschuldigte erzählte der Polizei außerdem, dass der Kokain-Kauf gescheitert sei, weil er das Geld nicht hatte. Das bestritt der 33-Jährige vor Gericht vehement. Der Beamte habe ihn damals lediglich falsch verstanden.

Der Verteidiger sprach in seinem Schlussvortrag davon, dass sein Mandant sich beim Telefongespräch lediglich über den Drogenkauf und den Verkauf informiert habe. Anhaltspunkte für tatsächlichen Drogenhandel gebe es keine.

Nach langer Bedenkzeit fällte Richterin Doris Greiner ihr Urteil. Auf den Mann warten sieben Monate im Gefängnis. Von einer Bewährung sah das Gericht aufgrund seiner Vorstrafen ab. Die Strafe wurde damit begründet, dass es sich beim Gespräch aus Sicht der Richterin um einen Handel drehte. Da das Kokain aber nie gekauft wurde, handele es sich um einen minderschweren Fall, der allein sechs Monate Haft nach sich zieht. Weil er bezüglich des Marihuanas ein Geständnis ablegte und es sich dabei um eine weiche Droge handelt, gab es dafür nur einen zusätzlichen Monat Haftstrafe von der Richterin. Ebenfalls entscheidend war die Abhängigkeit des Mannes, auf der nach Ansicht des Gerichts beide Taten beruhen. Beide Taten summieren sich somit auf eine Gesamtstrafe von sieben Monaten.

Weil die Polizei bei ihm eine große Menge Marihuana gefunden hat und er am Telefon Kokain für 2500 Euro kaufen wollte, musste sich ein 33-Jähriger vor dem Amtsgericht Schorndorf verantworten. Für beide Vergehen wurde der tunesische Staatsbürger, der in Welzheim lebt, zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt.

Es handelte sich bei der Verhandlung, der die Amtsgerichtsdirektorin Doris Greiner vorsaß, um zwei Vorfälle aus dem Herbst des vergangenen Jahres. Die

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