Schorndorf

An Schorndorfer Schulen große Akzeptanz für Tests und Masken

Schnelltest
Ein Schüler beim Testen. © ZVW/Gabriel Habermann

Das Tragen von Masken und die Schnelltests für Lehrer und Kinder sind zwei zentrale Säulen bei der Öffnung der Schulen. Seit dieser Woche sind Masken in den Grundschulen Pflicht, vergangene Woche wurden die ersten Kinder in den Schulen auf Corona getestet – und es werden immer mehr. Mehr als 700 Kinder hat der Schorndorfer Apotheker Thorsten Leiter in der Gottlieb-Daimler-Realschule, am Burg-Gymnasium, in der Künkelinschule und in der Schlosswallschule bereits getestet. Ein Kind wurde positiv getestet, was der Schulleitung mitgeteilt wurde, die dann wiederum die Eltern informierte. Seine bisherige Erfahrung: „Der Ablauf war sehr gut.“ Anders als manche befürchteten, gab es keine schreienden, keine sich wehrenden Kinder. „Die Kinder hatten eher Spaß dabei“, sagt Thorsten Leiter. Getestet wird mit den Schnelltests im vorderen Nasenbereich. Viele Kinder hätten danach gesagt, dass es gekitzelt habe. „Wir waren selber nervös in den Grundschulen“, berichtet Leiter. „Wenn die Kinder geweint hätten, hätte ich die Tests abgelehnt.“ Spielerisch sei er das Ganze angegangen. „Ich habe die Kinder gefragt, habt ihr schon mal in der Nase gebohrt? Das dürft ihr jetzt auch.“ Und zur Freude der Kinder: „Sollen wir auch eurer Lehrerin in der Nase bohren?“

Der Apotheker: „Es klappt gut, auch mit den Kleinen“

Anders als zum Beispiel in Österreich sind die Schnelltests im Land freiwillig. Etwa 85 Prozent der Schüler haben sich Thorsten Leiter zufolge am Burg-Gymnasium testen lassen, deutlich weniger waren es bisher an den Grundschulen. Sehr erleichtert ist er darüber, dass die Tests an den Grundschulen so problemlos ablaufen. Sein Resümee: „Es klappt gut, auch mit den Kleinen.“ Nach den ersten Erfahrungen geht der Apotheker davon aus, dass die Quote bei den Tests steigen wird. Manche Eltern, mutmaßt Leiter, seien wohl von den alten Tests ausgegangen, bei denen das Teststäbchen tief in die Nase eingeführt werden muss. „Aber die Tests im vorderen Nasenbereich sind nicht schlimm.“ Dass manche die Schnelltests aufgrund einer gewissen Fehleranfälligkeit ablehnen, versteht er allerdings nicht: Besser sei es, einen zu viel positiv zu testen, als viele Ansteckungen in Kauf zu nehmen, ist er überzeugt. Bis zu den Osterferien werden die Tests in dieser Form ablaufen. Die Schulen, weiß der Apotheker, wären froh, wenn es so weitergehen würde. „Aber wie es danach organisiert wird, steht noch nicht fest.“

Immer mehr Eltern erteilen ihr Einverständnis

Seit Mittwoch vergangener Woche werden die Kinder an der Künkelinschule getestet. „Ein ganz großes Lob“ spricht Schulleiter Harald Schurr dem Testsystem im Rems-Murr-Kreis aus. Anders als im Kreis Göppingen, wo er selbst wohnt und die Schnelltests ein Trauerspiel seien, klappt es aus seiner Sicht im Kreis perfekt. Zwei Drittel der Schulkinder wurden vergangene Woche an der Künkelinschule getestet. Inzwischen gebe es aber schon deutlich mehr Einverständnis-Erklärungen von den Eltern. „Das Personal war sehr nett und kindgerecht“, bescheinigt er dem Team der Uhland-Apotheke. Würde eine Test-Pflicht aus seiner Sicht Sinn machen? „Epidemologisch schon“, meint der Schulleiter. Aber, gibt er zu bedenken, das Vertrauensverhältnis mit den Eltern könnte durch eine Pflicht gestört werden.

Bedenken unter den Eltern gab es vor der Einführung der Maskenpflicht an vielen Grundschulen. An der Künkelinschule regte sich laut Schulleiter Schurr allerdings kein großer Widerstand. Einige wenige Maskengegner gebe es, ein paar Kinder seien deshalb vom Präsenzunterricht abgemeldet worden. Ein Vater fand das lange Tragen der Maske problematisch, weil sein Kind an der Schule sehr lange betreut wird. „Viele Kinder hatten aber auch schon vorher Masken dabei, weil sie mit dem Bus in die Schule kommen.“

Ein paar Kinder haben ein Attest von ihrem Arzt

Auch Karola Gross, Schulleiterin der Rainbrunnenschule , und ihre Kollegen sind froh über die Schnelltests. Die meisten Kollegen, sagt Karola Gross, befürworteten auch die Maskenpflicht in der Primarstufe. Ein paar wenige Kinder hätten eine Maskenbefreiung mit Attest, könnten aber trotzdem zur Schule kommen. „Wir setzen diese Kinder gemäß der Empfehlung in der Corona-Verordnung möglichst mit Abstand im Klassenzimmer zu den anderen Kindern“, sagt sie. Ein paar Eltern gebe es, die ihre Kinder zu Hause lassen, da es ja keine Präsenzpflicht gibt. Die Mehrheit der Kinder komme jetzt aber mit Maske in die Schule. „Wir versuchen, die Maskenpflicht behutsam mit den Klassen zu thematisieren und auch den Kindern immer wieder eine Maskenpause zu ermöglichen, wenn die Abstände eingehalten werden.“ Schülertests werden an der Rainbrunnenschule einmal in der Woche in Kooperation mit einer Arztpraxis angeboten. Beim ersten Mal hätten von knapp 400 Kindern in Präsenz etwa 100 am Schnelltest teilgenommen, also gerade mal 25 Prozent. Inzwischen hat sich die Akzeptanz leicht erhöht. An diesem Dienstag hat sich ein Drittel testen lassen. Obwohl Karola Gross selbst viel von den Testungen hält, ist sie gegen eine Testpflicht: „Die Eltern sollten überzeugt sein.“

Testen als Baustein, um Home-Schooling zu vermeiden

In der Fuchshofschule sind zwei Drittel der Kinder an diesem Dienstag das erste Mal zum Test gegangen. „Es war alles in Ordnung, es gab keine Aufregung“, vermeldet Schulleiterin Simone Kumordzie-Plott. Im Vorfeld seien die Kinder auf die Tests vorbereitet worden. „Die regelmäßige Testung der Kinder finde ich persönlich gut“, sagt sie. „Dies könnte ein Baustein sein, um während der Pandemie die Kinder im Präsenzunterricht zu unterrichten und längerfristiges Home-Schooling zu vermeiden.“ Allerdings würde sie sich eine Teststrategie wünschen, die an allen Schulen gleich umgesetzt werden kann. „So wie es im Moment läuft, hat das alles Projektcharakter“, bedauert sie.

Dass in der Schule die Masken nun während des gesamten Schulvormittags getragen werden, wurde vom Kollegium der Fuchshofschule begrüßt. Der Grund: In den Klassenzimmern ist es bei voller Besetzung der Klassen nicht möglich, den Mindestabstand einzuhalten.

Immer mehr Sympathie für eine Testpflicht

Von einer guten Akzeptanz der Masken berichtet auch Karin Ehlert, Rektorin der Schlosswallschule. Vereinzelt hätten Eltern ihre Kinder vom Präsenzunterricht abgemeldet, insgesamt sei es bisher aber reibungslos verlaufen. „Ich habe nicht den Eindruck, dass es schlimm ist für die Kinder“, sagt sie. Allerdings sei für sie klar gewesen, dass die Kinder die Maske im Klassenzimmer auch mal kurz abnehmen dürfen und auf dem Schulhof keine Maskenpflicht besteht. „Die Kinder müssen unbeschwert rennen können“, findet die Schulleiterin. Um trotzdem die Sicherheit zu gewährleisten, gibt es versetzte Pausenzeiten und klare Bereiche für die Kinder. Die Pausenzeiten haben sich eingespielt – für die Schnelltests der Kinder erwartet Karin Ehlert ebenfalls bald eine gewisse Routine. Getestet wird im Musiksaal der Schlosswallschule, nicht in den Klassenzimmern. Großen Wert legt die Rektorin darauf, dass kein Kind stigmatisiert wird. Die Tests seien die Entscheidung der Eltern, darüber werde in der Schule nicht diskutiert. Was in anderen Ländern längst Usus ist, fände sie aber auch hier gut: statt freiwilliger verpflichtende Tests: „Für eine Testpflicht“, sagt Karin Ehlert, „habe ich immer mehr Sympathie.“

Das Tragen von Masken und die Schnelltests für Lehrer und Kinder sind zwei zentrale Säulen bei der Öffnung der Schulen. Seit dieser Woche sind Masken in den Grundschulen Pflicht, vergangene Woche wurden die ersten Kinder in den Schulen auf Corona getestet – und es werden immer mehr. Mehr als 700 Kinder hat der Schorndorfer Apotheker Thorsten Leiter in der Gottlieb-Daimler-Realschule, am Burg-Gymnasium, in der Künkelinschule und in der Schlosswallschule bereits getestet. Ein Kind wurde

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