Schorndorf

Antifa-Gruppe und ein AfDler

Demo Schorndorf steht auf - Bild 08_16
© Gabriel Habermann

Schorndorf.
„Schorndorf steht auf“, die Kundgebung am Samstagvormittag auf dem Unteren Marktplatz, war und bleibt für Versammlungsleiter Jürgen Dobler eine friedliche Veranstaltung – „ohne strafrechtliche Relevanz“, wie auch Markus Jatzko als Leiter des Polizeireviers auf Nachfrage bestätigt. Das sieht ein AfD-Mitglied, das sich jetzt in der Redaktion gemeldet hat, anders. Er sei am Samstag gegen 11 Uhr von einer acht- bis zehnköpfigen Antifa-Gruppe auf Höhe der Drogerie Müller erst eingekreist und beschimpft worden und im Nachgang auf der Internetseite des „Offenen Antifaschistischen Treffens Rems-Murr“ unter einem unverpixelten Bild als AfD-Spinner bezeichnet worden.

"Wortkritische Auseinandersetzung"

Jürgen Dobler, der von den Ordnern zu dieser Auseinandersetzung gerufen wurde, weil die Polizei erst dann eingreifen darf, wenn er als zuständiger Versammlungsleiter Personen ausschließt, sah dafür aber keinen Grund: Der AfDler war mit seiner Frau unterwegs und auch die Antifa-Gruppe hat er als friedliche Diskutierer wahrgenommen. Dass einer von ihnen mit einer Strafanzeige rechnen muss, weil er ein Messer bei sich trug, kann Dobler ebenfalls relativieren: „Das war eine Kombi-Zange, wie sie viele Handwerker am Gürtel tragen.“ Neben Zange und Schere befindet sich an diesem Multitool „auch ein kleines Messerle“, einen halben Zeigefinger lang.

Und ganz so unschuldig, wie er heute tut, war auch der AfDler offenbar nicht: Revierleiter Jatzko, Zeuge des Vorfalls, beschreibt ihn als proaktiv: „Er hat die Provokation gesucht.“ Eine strafrechtliche Relevanz sieht Jatzko aber nicht: „Es war eine wortkritische Auseinandersetzung.“