Schorndorf

Anwohner gegen Klangstationen im Stadtpark

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Auch wenn die Anwohner hier fröhlich in die Kamera blicken, sie sind genervt von den Klangstationen. © ZVW/Alexandra Palmizi
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Klangstationen-Protest
An der Station „Klanggäste“ können Parkbesucher mit Plastikstäben auf Metallröhren hauen. © ALEXANDRA PALMIZI

Schorndorf. Pina Eisemann empfindet den Lärm als „Psychoterror“. In einem Brief fordern sie und rund 60 weitere Anwohner die Stadt auf, die Klangstationen der Forscherfabrik leiser zu machen, zu versetzen oder abzubauen. Auch die Stadt und die Forscherfabrik haben sich zu der Diskussion geäußert.

Am Anfang seien die verschiedenen Geräusche, die von den Klangstationen bis zu ihr in die Wohnung drangen, noch ganz nett gewesen. Doch über die vergangenen Gartenschaumonate seien die Geräusche der Klangkörper, unerträglich geworden, erzählt Andrea März. An den Klangstationen der Forscherfabrik, die seit Beginn der Gartenschau stehen, können Parkbesucher etwa mit Klöppeln auf Metallplatten oder Rohre schlagen oder verschiedene Figuren und Gegenständen drehen, die dadurch verschiedene Töne und Geräusche erzeugen.

Die teils hohen metallischen Laute kämen an schönen Tagen ununterbrochen. „Das ist nicht einmal melodisch, sondern einfach ein wildes Durcheinander“, sagt die 66-Jährige, die auch von einer „Kakophonie“ spricht. Gemeint sind damit Laute, die als besonders unästhetisch, hart und unangenehm klingen. „Der Park sollte ein Ort der Entspannung sein“, meint Andrea März.

Nächtliche Sperrung des Parkes?

Nicht nur am Tag kämen laute Geräusche aus dem Park, sondern auch in so manchen Nächten. Jugendliche hätten sich etwa an Halloween bis spät in die Nacht getroffen und Lärm gemacht. Zumindest in der Nacht könnte eine Sperrung des Parkes, die ohnehin demnächst im Gemeinderat diskutiert werden soll, Abhilfe schaffen.

Viele erzählen, dass es insgesamt in den vergangenen Gartenschaumonaten recht laut gewesen sei. Doch während man gegen die Klangstationen etwas tun müsse, sei der Kinderlärm vom Spielplatz zu akzeptieren, so die einstimmige Meinung der Gruppe.

Anwohnerin spricht von "Psychoterror"

Pina Eisemann, die mit ihrem Mann und ihren Kindern in der Nähe des Parkes lebt, findet noch direktere Worte als März. Sie empfindet den Lärm als „Psychoterror“. Seit die Klangkörper da seien, könne die Familie nicht mehr in ihrem Garten sitzen. „Meine Kinder haben gerne auf der Terrasse ihre Hausaufgaben gemacht, doch nun ist das nicht mehr möglich“, berichtet die 35-Jährige. Selbst bei geschlossenen Fenstern höre sie den Lärm noch.

Während die Gruppe in dem Brief an die Stadt schreibt: „Wir bitten darum, die Klangstationen merkbar leiser zu machen, sie örtlich zu versetzten oder besser noch, sie aus dem Stadtpark zu entfernen“, ist für viele unter den Anwohnern ein kompletter Abbau unumgänglich. Lediglich das Röhrentelefon, mit dem Kinder von einer Seite des Parks in die andere Seite kommunizieren können, sehen sie unkritisch.

Andrea März sagt, dass der Park seit vielen Jahrzehnten ein Thema in der Bürgerschaft sei. Früher hätten hier oft Obdachlose, Alkoholiker und Drogenabhängige kampiert. Aber so massiv wie jetzt habe sie der Park bislang nie gestört. „Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben gegen etwas Unterschriften gesammelt“, erzählt sie.

Die Stadt und die Forscherfabrik zeigen sich kompromissbereit

Julia Geiger, die Fachbereichsleiterin für Kommunales der Stadt, weiß schon länger von dem Problem. Bereits im Sommer seien einzelne Personen auf sie zugekommen. Sie habe die Betroffenen damals gebeten, die Gartenschau abzuwarten, und vermutete, dass die Nutzung der Stationen im Herbst zurückgehe. Man nehme die Beschwerde aber ernst und prüfe nun, ob es eine technische Möglichkeit gibt, die Lautstärke zu reduzieren. Ein kompletter Abbau ist für sie aber keine Option. Schließlich seien die Exponate bei Parkbesuchern sehr beliebt.

Neben ihr meldet sich auch Andrea Bergler, die Leiterin der Forscherfabrik, zu Wort: „Es tut uns leid, dass sich die Anwohner von den Klangstationen gestört fühlen“. Bei der Auswahl der Stationen hätten sie und ihre Kollegen darauf geachtet, die nicht ganz so lauten Stationen auszuwählen und die Exponate in der Nähe der Straße anzubringen, wo es ohnehin laut sei. Bergler erklärt, dass die Stationen zum pädagogischen Konzept der Forscherfabrik gehören: „Sinneswahrnehmung ist eines unserer wichtigsten Themen“. Auch sie hofft auf einen Kompromiss.

In den nächsten Wochen wollen sich Andrea Bergler, Julia Geiger und Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich mit Vertretern der Anwohner einzusammensetzen und über eine Lösung beraten.


Schorndorf. Pina Eisemann empfindet den Lärm als „Psychoterror“. In einem Brief fordern sie und rund 60 weitere Anwohner die Stadt auf, die Klangstationen der Forscherfabrik leiser zu machen, zu versetzen oder abzubauen. Auch die Stadt und die Forscherfabrik haben sich zu der Diskussion geäußert.

Am Anfang seien die verschiedenen Geräusche, die von den Klangstationen bis zu ihr in die Wohnung drangen, noch ganz nett gewesen. Doch über die

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