Schorndorf

Auch Urbach fordert Tempo 100 auf B29

Die B29: Urbach fordert auch Tempo 100_0
Die B29: Urbach fordert auch Tempo 100 © Joachim Mogck

Urbach/Remshalden. Urbach hat vor zwei Jahren ein Lärmgutachten diskutiert. Ergebnis war, die Gemeinde fordert Tempo 60 auf der B 29 in Höhe von Urbach für den Schwerlastverkehr, Flüsterasphalt und Tempo 100 für Autos. Wir fragen nach beim Urbacher Gemeinderat Burkhard Nagel (Grüne).


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Herr Nagel, auf Ihren Antrag hin hat Urbach Tempo 100 gefordert. Was ist aus dem Antrag geworden?

Bisher ist leider nichts geschehen. Der Urbacher Gemeinderat hat 2017 die Umgebungslärmkartierung 2012 der Landesanstalt diskutiert. Eine Forderung lautete, dass der Baulastträger der B 29 beim nächsten Austausch einen lärmarmen Fahrbahnbelag einbringt. Bis dahin sollte für Pkw eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 gelten. Es ist höchste Zeit, Begrenzungen einzuführen. Lärmreduzierung, flüssiger Verkehr und weitere Vorteile für Umwelt und Natur wären die Folge.

Können Sie sich damit abfinden, dass man offenbar keine Handhabe hat? Es handelt sich um eine Bundesstraße. Es entscheiden Juristen im Regierungspräsidium. Aber dieses Thema gehört doch in die Verantwortung eines Landesverkehrsministers, der Ihrer Partei angehört. Da müsste auf Bundesebene um Kompetenzen gestritten werden.

Für Gemeinderäte ist die Begrenzung kommunaler Kompetenz die eine Sache. In Sachen Tempolimit auf der B 29 sind uns die Grenzen aufgezeigt. Die politische Einflussnahme ist eine andere Sache. Die Grünen setzen sich stets für eine umweltfreundliche Verkehrspolitik ein. Die jüngste Abstimmung im Bundestag für Tempo 130 auf Autobahnen hat es gezeigt. Ich hoffe, dass ein politischer Druck für Tempo 100 oder besser 80 auf der B 29 von unseren Grünen-Verantwortlichen auf den verschiedenen Ebenen aufgebaut wird. Kompetenzen dorthin zu verlagern, wo der Schuh drückt, halte ich für wichtig. Da gibt es wohl noch viel zu tun.

Ohne Verkehrswende kann es kein nennenswertes Umsteuern bei der Klimakrise geben. Wo sehen Sie Hebel?

Weitere Hebel sind für uns Grüne landesweit weniger Kfz-Verkehr im Ort; Verdoppelung und vor allem Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs; wenn schon Auto, dann klimaneutral. Jeder zweite Weg soll zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden. Für Urbach kommt dazu: eine 30er-Zone für den ganzen Ort. Ein Radverkehrskonzept Urbach mit 100 Maßnahmen liegt auf dem Tisch, Geld ist eingestellt. Viele parkende Autos auf Urbachs Straßen behindern Fußgänger, Radler, Busse und den Pkw-Verkehr selbst. Da muss Abhilfe her.

Die neue Urbacher Mitte wird dominiert von Discountern. Lidl und Rewe sitzen darin, Parkplatz samt Lkw-Andienungsfläche ist größer als die einstöckigen Verkaufsflächen. Sieht so nachhaltige Stadtentwicklung aus?

Es ist gut, dass die Discounter in der Urbacher Mitte sitzen. Jeder kann zu Fuß oder mit dem Rad die Mitte erreichen. Die Parkplätze hätten seinerzeit unter das Gebäude gehört. Die Andienungsfläche direkt vor Rewe und Lidl sollte den Fußgängern und Radlern allein gehören. Stadtentwicklung muss ökologischen, sozialverträglichen und wirtschaftlichen Aspekten Rechnung tragen.


Urbach/Remshalden. Urbach hat vor zwei Jahren ein Lärmgutachten diskutiert. Ergebnis war, die Gemeinde fordert Tempo 60 auf der B 29 in Höhe von Urbach für den Schwerlastverkehr, Flüsterasphalt und Tempo 100 für Autos. Wir fragen nach beim Urbacher Gemeinderat Burkhard Nagel (Grüne).

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