Schorndorf

Bäder-Schließung in Schorndorf: Stadt rudert nach Protest der Bürger zurück

Oskar-Frech-Bad
Bleibt das Hallenbad auch im Sommer geöffnet? © ALEXANDRA PALMIZI

Die drohende Schließung der Bäder hat die ganze Stadt in Aufregung versetzt; der Protest der Bürger und Vereine war gigantisch – jetzt ruderte die Stadt zurück. Kurz vor der finalen Abstimmung im Gemeinderat ist die Verwaltung zu der Einsicht gekommen, dass eine Bäderschließung – ob komplett oder nur in Form einer Schließung über den Sommer – massive Auswirkungen haben würde. Betroffen wären nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch der Vereins- und der Gesundheitssport, die Schwimmkurse für Kinder und nicht zuletzt die Betreiber der Massagepraxis und des Kiosks im Oskar-Frech-Bad. „Die von der Verwaltung in der Drucksache 2022/192 aufgezeigten Einsparpotenziale werden vorerst nicht weiterverfolgt“, heißt es nun in der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat. In den Freibädern in Buhlbronn und Schlichten sollen mit Hilfe Ehrenamtlicher 25.000 Euro eingespart werden.

Keine Beschluss-Empfehlung im Technischen Ausschuss

Vier Tage hatte der Gemeinderat auf Klausurtagungen verbracht mit dem erklärten Ziel, den schwachen Haushalt zu konsolidieren. Einsparpotenziale und zusätzliche Einnahmequellen sollten gefunden, alle Freiwilligkeitsleistungen überprüft werden. Dazu gehörte auch der Auftrag, für 2023 unterschiedliche Varianten für den Betrieb der Bäder aufzuzeigen, die im kommenden Jahr laut Wirtschaftsplan einen Verlust von 3,4 Millionen Euro machen werden. Fünf Varianten hatten dem Technischen Ausschuss zur Diskussion vorgelegen – eine Empfehlung der Verwaltung für eine der vorgestellten Varianten hatte allerdings gefehlt. In der Sitzung hatte Oberbürgermeister Bernd Hornikel dann gleich zu Beginn angekündigt, selbst gegen die Schließung der Teilortbäder stimmen zu wollen. Am Ende sprach sich auch der Ausschuss einstimmig gegen die Schließung der Bäder in Schlichten und Buhlbronn aus. Mehrheitlich stimmte der Ausschuss für die Schließung des Hallenbads und der Sauna während der Freibadzeit.

In Sachen Empfehlungsbeschluss hat die Stadtverwaltung nun nachgelegt – nach einer beeindruckenden Protestation auf dem Marktplatz, der Intervention der Vereine und Gesprächen mit Betroffenen. Unter anderem hatte SG-Vorstand Matthias Römer auf die Gefahr einer Schließung für den Schwimmsport verwiesen: Die Schließung des Hallenbads von Mai bis September 2023 würde aller Voraussicht nach einer der größten Abteilungen der SG mit 250 Mitgliedern einen nicht wiedergutzumachenden Schaden zufügen, betonte er. Und: „Es muss leider befürchtet werden, dass durch den Stillstand über fast ein halbes Jahr die Existenz dieser Abteilung gefährdet ist.“

Personaleinsatz wird überprüft

Die Botschaft scheint angekommen. Der Betrieb der Schorndorfer Bäder sei äußerst komplex, heißt es nun in der Vorlage für den Gemeinderat. Die parallel betriebenen Bereiche des Hallenbads, der Sauna sowie im Sommer des Freibads und der Teilortsbäder erforderten aufgrund der in sich greifenden Prozesse abgestimmte Ressourceneinsätze an Personal, Energie und Material. „Nach erneuter Abwägung der Konsequenzen für den Schul- und Vereinssport schlägt die Verwaltung vor, diese Variante ebenfalls nicht weiterzuverfolgen“, heißt es im Beschlussvorschlag weiter.

Die Werkleitung soll im ersten Quartal 2023 nun sämtliche Prozesse der Bäderbetriebe, den Energieeinsatz und vor allem den Personaleinsatz auf den Prüfstand stellen und Verbesserungsmaßnahmen zur Kosteneffizienz einleiten. Auch die Möglichkeit potenzieller Mehrerlöse durch Dienstleistungen für andere Bäder in den Nachbarkommunen soll geprüft werden. Die Ergebnisse sollen in der Sitzung des Gemeinderats im zweiten Quartal 2023 „transparent“ dargestellt und erläutert werden. So weit die Empfehlung der Stadtverwaltung, über die sich Schwimmer, Vereine und viele andere Badegäste sicher freuen werden. Ob der Gemeinderat zustimmen wird, zeigt sich an diesem Donnerstag, 18 Uhr, in der Sitzung.

Die drohende Schließung der Bäder hat die ganze Stadt in Aufregung versetzt; der Protest der Bürger und Vereine war gigantisch – jetzt ruderte die Stadt zurück. Kurz vor der finalen Abstimmung im Gemeinderat ist die Verwaltung zu der Einsicht gekommen, dass eine Bäderschließung – ob komplett oder nur in Form einer Schließung über den Sommer – massive Auswirkungen haben würde. Betroffen wären nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch der Vereins- und der Gesundheitssport, die

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