Schorndorf

Böllerverbot in der Innenstadt - Die Bilanz

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Auf dem Weg in die Innenstadt nicht zu übersehen: Die großen Plakate, die an Silvester über die Feuerwerkskörper-Verbotszone informiert haben. © Gabriel Habermann
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Fleißig bei Eiseskälte: Die Männer der Ahmadiyya-Gemeinde am Parkseeareal. © Pall
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Gemeinsam mit der Polizei haben sie über die Einhaltung des Verbots gewacht: Die Männer des Bunk-Sicherheitsdienstes. © Gabriel Habermann

Schorndorf. Rund um die Zugänge zur Altstadt mit ihren brandgefährdeten Fachwerkhäusern waren die Verbotsschilder aufgestellt: keine Böllerei an Silvester! Die Präsenz von verstärkter Polizei, einem privaten Sicherheitsdienst und vielleicht Einsicht, sorgte dafür, dass die Innenstadt ohne Zwischenfälle feuerwerkskörperfrei blieb. Dafür gab’s Wunderkerzen in den Gassen und eine konzentrierte Raketenshow am Busbahnhof!

Die Vernunft siegte. Unterstützt allerdings von deutlich sichtbarer Präsenz von Polizei und Sicherheitsdiensten rund um den Schorndorfer Marktplatz in der Altstadt! Bei klirrender Kälte versahen, von der Stadt bestellte, fünf freundliche aber bestimmte Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Bunk, als nächtliche City-Streife von 22 Uhr bis 2 Uhr früh ihren Dienst.

Private Sicherheitsfirma: Nur Unterstützung für die Polizei

„Wir sind nur da zur Aufsicht, wir unterstützen die Polizei“, machte Holger Bodenmüller die Rollenteilung klar. „Bei Gefahr im Verzug“ sind seine Leute per Sprechfunk mit den Polizeistreifen verbunden, die ebenfalls mit zusätzlichen Einsatzkräften am Silvesterabend unterwegs waren. Unübersehbares Zeichen: gleich drei Einsatzwagen auf dem Oberen Marktplatz schon eine Stunde vor Mitternacht. Mit Blaulicht mussten allerdings gleich zwei der Streifen alsbald zu einem Einsatz eilen.

So bot sich denn ein eher idyllisches Bild in den Gassen. Statt Böller sah man Wunderkerzen: Ganze Familien und Pärchen schwenkten Punkt Mitternacht die sirrenden Glitzerstäbchen hin und her. Was doch sehr ungefährlich, friedlich und anmutig aussah! Derweil konnte man eine halbe Stunde vor Jahreswechsel einen kleinen Exodus aus der Innenstadt an den Stadtrand von Gruppen Jugendlicher mit ihren Knallern beobachten. Auch schön: Wie ein Strahlenkranz umzuckten die Leuchtkaskaden dann die unversehrte Schorndorfer Altstadt.

Weitgehend ruhig: Erster Bürgermeister ist zufrieden

Gemeinsam mit der Polizei und dem von der Stadt beauftragten Sicherheitsdienst der Firma Bunk kann Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich eine positive Bilanz der Silvesternacht ziehen: Das Böllerverbot hat gewirkt. „Es kam zu keinen nennenwerten Zwischenfällen“, lautet Hemmerichs Resümee am Sonntag. Die Polizei habe lediglich in zwei Fällen wegen des Werfens von Böllern auf öffentlichen Straßen einschreiten müssen – eine Ordnungswidrigkeit in der in diesem Jahr erstmals geltenden Feuerwerks-Verbotszone in der Innenstadt.

Edgar Hemmerich selbst war von 23 Uhr bis gegen 1 Uhr vor Ort, um sich persönlich ein Lagebild verschaffen zu können. Und er ist sich sicher: „Unser frühzeitig angekündigtes Maßnahmenpaket zur Überwachung des Abbrennverbots hat Wirkung erzielt“. Die Schorndorferinnen und Schorndorfer, ist sich Hemmerich sicher, „haben das Abbrenn- und Zündverbot ganz offensichtlich nicht nur verstanden, sondern auch voll akzeptiert“. Doch es wäre sie auch teuer zu stehen gekommen: Feuerwerkssündern drohen Bußgelder von bis zu 50 000 Euro.

Dadurch war der Markplatz – im Gegensatz zu den Vorjahren – in der Silvesternacht fast menschenleer. Und nicht zuletzt werden die prominent abgestellten Streifenwagen Eindruck gemacht haben: Gefeiert und geböllert wurde dafür umso kräftiger auf dem Bahnhofsvorplatz und in den Randgebieten der Innenstadt, wo das Böllerverbot nicht galt.

Die Putzaktion der Ahmadiyya-Gemeinde Waiblingen
Böllerverbot in der Innenstadt – da hatten die 21 Männer der Ahmadiyya-Gemeinde Waiblingen, die am Neujahrsmorgen um 8 Uhr zur Putzaktion nach Schorndorf gekommen waren, erst mal gar nichts zu tun. In der ganzen Innenstadt vereinzelte Böllerreste – das war’s. Doch Bauhofmitarbeiter haben den Engagierten den Weg zum Parkseeareal gewiesen: Und dort haben sie – bis 10 Uhr – bei Minusgraden acht Säcke voll Böllermüll gesammelt.

Mit ihrem sozialen Engagement wollen sie zeigen, dass sie kulturell teilhaben, sagt Iftikhar Ahmed, Gemeindevorsitzender. Anstatt das neue Jahr mit Böllern und Raketen zu begrüßen, haben sich die gläubigen Muslime bereits morgens um 6 Uhr zum Gebet in ihrem Gemeindezentrum in der Waiblinger Dieselstraße getroffen. Nach dem Frühstück wurden die Gruppen aufgeteilt – für Putzaktionen Waiblingen, Winnenden und Schorndorf.

Doch hier wie dort bot sich nach den mittlerweile geltenden Böllerverboten ein ähnliches Bild: Da die Innenstädte weitgehend sauber geblieben sind, haben sich die fleißigen Helfer auf die Rand- und Wohngebiete konzentriert.

Anfang Dezember hat die Ahmadiyya-Gemeinde in Waiblingen übrigens den Grundstein für eine eigene Moschee gelegt – innenstadtnah am Inneren Weidach.