Schorndorf

Bürger verärgert über die langen Wartezeiten bei der Schorndorfer Zulassungsstelle

Zulassungsstelle
Vor der Zulassungsstelle in Schorndorf bildete sich um die Mittagszeit eine lange Schlange. Viele ärgern sich über die Organisation seitens des Landratsamtes. © Krug

„Das ist Körperverletzung“, ruft ein 50-Jähriger aus der Schlange vor der Zulassungsstelle heraus. Seit einer Stunde sei keiner mehr rein- und rausgekommen, erzählt er. Ab dem 1. Juli gilt die Mehrwertsteuersenkung, entsprechend viele Autos wurden zu diesem Zeitpunkt verkauft und wollen angemeldet werden. In der sommerlichen Hitze auf dem heißen Bürgersteig vor der Behörde müssen die Bürgerinnen und Bürger lange Wartezeiten hinnehmen.

Mit Kleinkind in der prallen Sonne

Auch Lena Maihöfer steht mit ihren zwei kleinen Kindern seit über einer Stunde in der prallen Sonne. Ihre Tochter im Kinderwagen ist erst sieben Monate alt. Mit einer Wartezeit habe sie gerechnet, doch dass sie über eine Stunde im Freien stehen muss, darüber ist sie verärgert. „Das kann es einfach nicht sein“, sagt sie. Ihr Mann kommt schließlich, um mit den Kindern aus der Sonne zu gehen. Sie steht weiter an.

Keine Online-Termine möglich

Hinter ihr steht Melanie Holzer mit ihren beiden Töchtern, acht und zehn Jahre alt. Sie habe sich bereits bei der Zentrale in Waiblingen beschwert, erzählt Holzer. Vor allem ärgere sie sich darüber, dass keine Online-Termine vergeben werden. „Das was hier abläuft, geht einfach gar nicht“, sagt sie. Ihre Tochter fragt neben ihr: „Können wir nicht endlich nach Hause fahren?“ Insgesamt wird sie zwei Stunden lang in der Schlange stehen, bis sie drankommt.

Bei einzelnen in der Schlange macht sich bereits eine aggressive Stimmung breit, Verständnis für die Situation hat kaum jemand. Schließlich sei es ja keine Überraschung gewesen, dass mehr Menschen als sonst ihr Auto anmelden wollen.

Landratsamt zur Situation vor Ort

Auch im Landratsamt erklärt man sich die Situation vor der Schorndorfer Zulassungsstelle mit der Mehrwertsteuersenkung. Einige Autohäuser sind mit einem ganzen Stapel an Kennzeichen gekommen. „Das war ein unglückliches Zusammentreffen von Umständen“, sagt Pressesprecherin Leonie Ries. In Waiblingen habe es solche Probleme nicht gegeben und auch ansonsten seien solche langen Wartezeiten sehr ungewöhnlich. Vergangenes Jahr hätte die Behörde eine durchschnittliche Wartedauer von 12 Minuten errechnet.

Normalerweise nehmen vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Schorndorf die Daten entgegen, eine zusätzliche Kraft sei extra aus Waiblingen nach Schorndorf geschickt worden, um die Kollegen dort zu unterstützen. Online-Reservierungen will das Amt bald möglich machen, ein entsprechendes Programm sei bereits in Arbeit. Über die Mittagszeit habe es auch deswegen so lange gebraucht, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann selbst kurz in die Mittagspause gegangenen seien.

Eine 70-Jährige nimmt es trotz allem mit Humor

Während Holzer und Maihöfer und etwa 20 andere Bürgerinnen und Bürger noch in der Schlange stehen, hat es die 70 Jahre alte Brigitte Szele nach insgesamt zweieinhalb Stunden geschafft, sie hat ihre Ummeldung erledigt. Während der Wartezeit habe sie sich zwischendrin in den Schatten gestellt, die Männer und Frauen vor und hinter ihr hätten ihr den Platz frei gehalten. Auch sie ist genervt, schließlich habe sie extra am Vortag angerufen und um einen Termin gebeten. Doch auch das sei nicht möglich gewesen, erzählt sie. Doch Szele versucht, die Sache mit Humor zu nehmen: „Ich hätte an der Straße ein paar Würstchen anbieten sollen, da hätte ich ein gutes Geschäft gemacht.“

„Das ist Körperverletzung“, ruft ein 50-Jähriger aus der Schlange vor der Zulassungsstelle heraus. Seit einer Stunde sei keiner mehr rein- und rausgekommen, erzählt er. Ab dem 1. Juli gilt die Mehrwertsteuersenkung, entsprechend viele Autos wurden zu diesem Zeitpunkt verkauft und wollen angemeldet werden. In der sommerlichen Hitze auf dem heißen Bürgersteig vor der Behörde müssen die Bürgerinnen und Bürger lange Wartezeiten hinnehmen.

Mit Kleinkind in der prallen

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