Schorndorf

Bürgermeisterwahl: Das Rennen ist eröffnet

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Das Rathaus in Winterbach. © Sarah Utz
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Wahl Winterbach
Sven Müller, Dieter Seibold, Andreas Bayer und Andreas Bayer © ZVW

Winterbach. Vier Männer gehen ins Rennen um den Posten des Winterbacher Rathauschefs. Der Wahlkampf hat längst begonnen, es bleiben den Kandidaten jetzt noch drei Wochen, um die Wähler zu überzeugen. Die Profile der vier Bewerber sind sehr unterschiedlich. Ein Überblick.

Die Wähler müssen am 3. Juli in der Wahlkabine schon genau hinschauen: Auf dem Stimmzettel wird zweimal der gleiche Name stehen – und es ist kein Druckfehler. Tatsächlich haben sich zwei Männer mit dem exakt gleichen Namen beworben: der 52-jährige Andreas Bayer aus Weiler und der 39-jährige Andreas Bayer aus Schorndorf. Auf dem Stimmzettel wird man sie an Beruf und Anschrift unterscheiden können, die mit aufgeführt sind. Wir werden hier und in der weiteren Wahlkampfberichterstattung in unserer Zeitung den zweiten Andreas Bayer nach Rücksprache mit ihm Andy Bayer nennen, damit es im Rahmen der Zeitungsartikel nicht zu Verwechslungen kommt. Wichtig ist: Auf dem Wahlzettel stehen beide als Andreas Bayer.

Von der Namensgleichheit der Bayers abgesehen, haben alle vier Kandidaten eine Gemeinsamkeit: Es sind alles Männer. Damit fügt sich Winterbach in das allgemeine Bild im Land ein: Laut Landeszentrale für politische Bildung sind nicht einmal fünf Prozent der rund 1000 hauptamtlichen Bürgermeisterposten in Baden-Württemberg von Frauen besetzt (Stand 2013).

Die Bewerber und ihre persönlichen und beruflichen Hintergründe

Ansonsten sind die Profile der Bewerber sehr unterschiedlich. Mit Sven Müller ist ein Mann mit viel Verwaltungserfahrung dabei. Der amtierende Remshaldener Hauptamtsleiter reichte als Erster, direkt nach Beginn der Frist, seine Bewerbung ein. Der 40-Jährige lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern seit fünf Jahren in Urbach. Er bezeichnet sich als „heimatverbunden“ und verwurzelt im Remstal, deswegen sei für ihn schnell klar gewesen, dass er sich in Winterbach bewerben will, nachdem Amtsinhaber Albrecht Ulrich seinen Verzicht auf eine weitere Kandidatur erklärt hatte.

„Wenn einer was kann, muss er es machen“, sagt Dieter Seibold, der zweite Bewerber, selbstbewusst. Der 57-Jährige lebt seit zehn Jahren im Winterbacher Ortsteil Manolzweiler. Er ist als einer der Wortführer unter den Gegnern des Windkraftprojekts am Goldboden aufgetreten. Das Thema sei aber nicht der Grund für seine Bewerbung, so Seibold. Er wolle seine Lebenserfahrung einbringen, sagt er, um Winterbach voranzubringen. Seibold ist ledig, gelernter Elektromeister und seit 2006 selbstständig in der Automobilbranche tätig.

Aus dem Nachbarort Weiler kommt der dritte Bewerber: Andreas Bayer. Der 52-Jährige ist verheiratet und hat einen bald 15-jährigen Sohn. In Weiler ist er im Kirchengemeinderat und als Trompeter beim Musikverein Concordia aktiv. Er hat Verwaltungswissenschaften studiert und arbeitete während seiner bisherigen beruflichen Laufbahn unter anderem als Projektleiter im Auftrag von Städten und Gemeinden bei Stadtsanierungsmaßnahmen. Außerdem beschäftigte er sich mit Baulandentwicklung. Derzeit ist Bayer für den Zweckverband Flugfeld Böblingen der Städte Sindelfingen und Böblingen im Vertrieb von Gewerbegrundstücken tätig.

Der Vierte im Bunde ist der Namensvetter des dritten: Andy Bayer. Er ist 39 Jahre alt und bezeichnet sich als arbeitssuchend. Andy Bayer ist in Winterbach aufgewachsen und lebt jetzt in Schorndorf. Er hat in Berlin eine Ausbildung zum Mediengestalter gemacht, hat aber auch schon in anderen Jobs wie als Schuhverkäufer oder Rettungsschwimmer gearbeitet. Derzeit kellnert er unter anderem. Bayer sieht sich in der Außenseiterrolle, freut sich aber auf den Wahlkampf und ist sicher, dass er sich durchaus gegenüber den anderen Kandidaten argumentativ behaupten kann.

Das Rennen ist also offen. Klar ist: Vier Wahlmöglichkeiten werden am 3. Juli auf dem Stimmzettel stehen. Die Bewerbungsfrist ist abgelaufen. Und raus kommt auch keiner mehr so einfach: Selbst wenn einer der Bewerber zwischenzeitlich zurückziehen sollte, bleibt sein Name auf dem Zettel. Einer der vier braucht am 3. Juli eine Mehrheit von mehr als 50 Prozent der Stimmen, um Bürgermeister zu werden (siehe auch „Die wichtigsten Termine“) und die Nachfolge von Albrecht Ulrich anzutreten.


Mehr Infos mit allen Terminen und genaueren Informationen gibt es in unserem Wahlportal.

Die wichtigsten Termine auf einen Blick

Neben den Wahlkampfterminen der Bewerber gibt es zwei große Veranstaltungen, bei denen sich die Kandidaten vorstellen und die Bürger ihnen Fragen stellen können.

Die Kandidatenvorstellung der Gemeinde findet am Freitag, 17. Juni, um 19 Uhr in der Salierhalle statt.

Die Kandidatenvorstellung der Schorndorfer Nachrichten findet am Dienstag, 28. Juni, um 19 Uhr in der Salierhalle statt.

Die Wahl selbst ist am Sonntag, 3. Juli.

Die Bewerber brauchen eine Mehrheit von über 50 Prozent der Stimmen, um Bürgermeister zu werden. Hat diese nach dem ersten Wahlgang keiner, gibt es am Sonntag, 17. Juli, eine Neuwahl, bei der eine einfache Mehrheit reicht.