Schorndorf

Bürgermeisterwahl: Kandidaten gesucht

Rathaus Urbach symbol symbolbild
Die Gemeinde Urbach hat den Haushaltsplan 2021 eingebracht. Archivfoto. © Gabriel Habermann

Urbach. Seit 3. Februar können sich Interessenten für den Urbacher Bürgermeisterposten bewerben. Getan hat es nach zwei Wochen niemand. Und die Vertreter der Gemeinderatsfraktionen sind auf ihrer Kandidatensuche ebenfalls nicht fündig geworden. Zumindest bisher nicht. Sie sind aber optimistisch, dass es noch was wird mit einem qualifizierten Hetzinger-Nachfolger. Oder einer Nachfolgerin.

Es ist ja auch noch ausreichend Zeit. Am 22. April sind die Urbacher aufgerufen, bei der Bürgermeisterwahl ihr Kreuzle zu machen. Allerdings wissen sie bisher noch nicht, hinter welchen Namen. Da geht’s ihnen nicht anders als den Vertretern der Urbacher Gemeinderatsfraktionen.

"Fast-Parallel-Wahl" in Remshalden

Ursula Jud von den Freien Wählern gibt freiweg zu: „Bis jetzt tut sich noch nichts, das ist auch alles nicht so einfach.“ Sie räumt zudem durchaus ein, dass die Tatsache, dass in Remshalden fast gleichzeitig auch ein Bürgermeister gesucht wird und gewählt werden muss, alles nicht leichter macht. Für die Gemeinde Urbach sei das „nicht ganz glücklich“, für die Bewerber dagegen schon, denn: „Sie können es sich aussuchen.“ Jud verweist außerdem auf die Faschingsferien in dieser Woche. Auch aus diesem Grund habe so gut wie Funkstille geherrscht in den letzten Tagen.

SPD-Fraktionschef Joachim Habik sieht wie Jud in der Fast-Parallel-Wahl in Remshalden in gewisser Weise auch ein Problem. Für Urbach sei’s aber kein so großer Nachteil, „weil wir finanziell gut aufgestellt sind“. Wer will, kann das als kleinen Seitenhieb auf Remshalden verstehen.

Der/die Neue muss sich in Gartenschau-Frage positionieren

Dafür hat Urbach bekanntlich ein anderes Problem: die Remstal-Gartenschau beziehungsweise die Schar der Kritiker, die die von der Gemeinde geplanten Vorhaben ablehnen. Für Habik ist klar, dass sich der/die Neue in dieser Frage „positionieren muss, das dürfte aber niemanden von der Kandidatur abhalten“. Gemeinderat Detlef Holzwarth, der für die CDU-Fraktion in Sachen Bürgermeisterkandidatensuche seine Fühler ausstreckt, sagt zu diesem Thema: In jeder Kommune gebe es schwierige Situationen, „bei uns ist es halt jetzt die Remstal-Gartenschau“. Was die Parallel-Wahl in Remshalden betreffe, sei es „immer ein Nachteil, wenn eine Gemeinde ähnlicher Größenordnung und in der gleichen Region gleichzeitig sucht“. Denn „so viele geeignete Kandidaten gibt es nicht“.

Holzwarth: "Mehrere Leute, die Interesse haben"

Holzwarth sagt ganz klar: „Es muss nicht unbedingt ein CDU-Kandidat sein“, sprich, ein CDU-Mitglied, das künftig die Geschicke von Urbach lenkt. Es müsse aber „jemand sein, der in die jetzige Situation passt und die fachlichen Voraussetzungen für das Amt des Bürgermeisters mitbringt“. Es gebe „mehrere Leute, die Interesse haben“. Konkreter kann und will Holzwarth zum jetzigen Zeitpunkt nicht werden. Konkretes gibt es vielleicht auch noch nicht.

Der CDU-Mann sagt, man sei in Gesprächen mit den anderen Fraktionen, genauer gesagt, mit den Freien Wählern und der SPD. „Wir schauen, dass wir es ein bisschen gemeinsam machen.“

An diesem Samstag findet Gespräch mit einer Interessentin statt

SPD-Mann Habik bestätigt das. „Interfraktionell“ würden Gespräche mit möglichen Bürgermeistekandidaten geführt. Allerdings habe sich noch niemand bereit erklärt, „an die Öffentlichkeit zu gehen“. Ein bis zwei „interessante Leute“ seien dabei. Laut Habik wäre es „traurig, wenn niemand Vernünftiges käme“. Dem SPD-Fraktionsvorsitzenden ist noch zu entlocken, dass die Sozialdemokraten „auf der SPD-Schiene“ auf der Suche sind und dass an diesem Samstag ein Gespräch mit einer möglichen Kandidatin stattfindet, an dem auch Vertreter der anderen Fraktionen teilnehmen.

Viele Kontakte nutzen

Habik ist aufgrund seiner früheren Tätigkeit eng vernetzt mit dem Landratsamt Rems-Murr-Kreis. Also streckt er auch hier seine Fühler nach einem Kandidaten aus. Ursula Jud hat unter anderem wegen ihrer vielfältigen ehrenamtlichen Aktivitäten ebenfalls viele Kontakte, „die ich jetzt nutze“. Es habe sich aber noch nichts Konkretes ergeben, „es hat sich niemand gemeldet“. Was nicht ist, kann aber noch werden.

Nagel: „Es gibt viele junge Kandidaten, und wir werden in Urbach sicher einen finden“

Recht entspannt sieht Grünen-Gemeinderat Burkhard Nagel die Kandidatenfrage und -suche. Seine Partei habe über das Landesportal der Grünen die Information unter die Leute gebracht, dass in Urbach der Bürgermeisterposten vakant sei. Resonanz? „Keine bisher“, so Nagel. Ansonsten „ist von uns niemand aktiv angesprochen worden“. Das werde, Stand jetzt, auch so bleiben. Dass in Remshalden so gut wie gleichzeitig auch ein Bürgermeister gesucht wird, sieht Nagel nicht als Problem an, denn: „Es gibt viele junge Kandidaten, und wir werden in Urbach sicher einen finden.“ Und die Problematik Remstal-Gartenschau? Auch hier ist der Grünen-Sprecher im Urbacher Gemeinderat ganz entspannt. Dieses Thema gehöre nun mal derzeit zu Urbach, „es darf niemand abschrecken“. Ein Kandidat beziehungsweise eine Kandidatin müsse vielmehr damit umgehen können.


Der Zeitplan

Die Bürgermeisterwahl in Urbach ist auf Sonntag, 22. April, terminiert. Sollte an diesem Tag keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten, findet am Sonntag, 13. Mai, eine sogenannte Neuwahl statt. Hier reicht die einfache Mehrheit, sprich, wer die meisten Stimmen hat, wird Nachfolger von Jörg Hetzinger, dessen Amtszeit am 31. Mai endet.

Bewerben müssen sich Kandidaten bis spätestens Montag, 26. März. Der Gemeindewahlausschuss entscheidet einen Tag später über die Zulassung der Bewerbungen.