Schorndorf

B 29: Die Blitzer sind scharf

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Wer auf der B 29 vor dem Sünchen- oder Grafenbergtunnel schneller als 100 Stundenkilometer fährt, wird von den beiden Säulenblitzern erfasst. Allerdings erst ab Mitte Mai. Noch sind die stationären Messanlagen nicht scharf. Im Moment blitzen allenfalls mobile Messanlagen der Polizei. © Habermann/ZVW

Video: Animation der neuen Blitzer an der B 29.

Schorndorf.
Fuß vom Gaspedal und aufgepasst: Die Säulenblitzer vor dem Sünchen- und dem Grafenbergtunnel auf der B 29 sind scharf. Erlaubt sind an dieser Stelle 100 Stundenkilometer. Wer schneller fährt, wird künftig vom roten Laserblitz getroffen.
Vergangene Woche sind  letzte Leitungs- und Fundamentarbeiten erledigt worden. Davor haben nach Auskunft von Karin Gries als Fachbereichsleiterin Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung lediglich die leeren schwarzen Hüllen vor zu schnellem Fahren gewarnt. Doch jetzt sind die beiden Säulenblitzer vor dem Sünchen- und dem Grafenbertunnel scharf.

Kein Unfallschwerpunkt?

Dass die Stadt, wie in einigen Leserbriefen beklagt, mit den Säulenblitzern aber nur Kasse machen will, da es sich bei diesem Bereich ja um keinen Unfallschwerpunkt handelt, will Karin Gries nicht bestätigen: „Es geht darum, dass die Geschwindigkeit eingehalten wird.“ Und sie ist überzeugt: „Nur durch konsequente, flächendeckende Geschwindigkeitsüberwachungsmaßnahmen kann das Geschwindigkeitsniveau dauerhaft reduziert und können Unfälle vermieden werden.“ Soll heißen: Ständige Kontrollen führen zu mehr Sicherheit. Über die möglichen Einnahmen will Karin Gries zum jetzigen Zeitpunkt freilich nicht spekulieren: „Das ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich.“ Außerdem komme es darauf an, wie hoch die Geschwindigkeitsüberschreitungen tatsächlich sind.

Einnahmen von rund 100 000 Euro

Insgesamt 300 000 Euro hat die Stadt in die stationäre Geschwindigkeitskontrolle investiert. Dazu gehören allerdings nicht nur die neuen Blitzer auf der B 29, sondern auch die schwarzen Wachtürme an der Schlichtener und an der Göppinger Straße, die bereits seit Jahresanfang aktiv sind. Fürs Jahr 2017 rechnet die Stadt laut Haushaltsplan mit Einnahmen von rund 100 000 Euro. Mit sinkender Tendenz: Je bekannter die Säulenblitzer werden, desto weniger Temposünder werden gemeinhin erwischt. Die Stadt Waiblingen hat mit den Hightech-Scannern am Teiler B 14/B29 auch nur im ersten Jahr richtig Kasse gemacht: 2012 beliefen sich die Einnahmen aus Bußgeldern auf fast vier Millionen Euro, ein Jahr später waren’s noch 2,6 Millionen Euro.

Lasertechnologie misst die Geschwindigkeiten

Die Säulenblitzer sind bei Städten und Gemeinden freilich äußerst beliebt: Mittels Lasertechnologie misst das System die Geschwindigkeiten aller Fahrzeuge im Erfassungsbereich, ohne dass dafür Einbauten in den Fahrbahnbelag nötig sind. Zeit- und kostenintensive Erdarbeiten und Fahrbahnsperrungen entfallen. Das laserbasierte Messsystem erlaubt dabei die Überwachung mehrerer Fahrstreifen und mehrerer Fahrzeuge in einer Fahrtrichtung. Eine Umfahrung des Messplatzes ist ausgeschlossen. Und es kann detailgenau geblitzt werden: Kontrollieren die Säulenblitzer vor den Tunnel, ob Tempo 100 eingehalten wird, blitzen die Geräte in der Stadt je nach Fahrzeugtyp; auf der Schlichtener und der Göppinger Straße gilt für Autos Tempo 50, für Lastwagen aber wegen des Gefälles Tempo 30. Und: Die neuen Säulenblitzer übermitteln die Beweisbilder künftig direkt in die Verwaltungszentrale. Ob man zusätzliche Kräfte für die Bearbeitung der Bußgeldbescheide brauche, werde man je nach deren Zahl entscheiden, heißt es aus dem Rathaus.

Auch verstärkt mobile Blitzer

Mag sich die Stadt Schorndorf in der Vergangenheit mit Geschwindigkeitsmessungen zurückgehalten haben – auch, weil der Vollzugsdienst mit anderen Aufgaben beschäftigt war – im Jahr 2015 hat der Gemeinderat die Kehrtwende vollzogen: Jetzt wird in Schorndorf nicht nur stationär geblitzt, sondern verstärkt auch mobil.